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Mineralien und Erze   A-Z / Alpine / Deutschland / Welt / Stoffgruppen

Die vergrößerten Abbildungen sind nur auf dem käuflichen Datenträger enthalten.
 
Schweiz / Österreich / Frankreich / Italien


Schweiz: Wallis / Graubünden / Tessin / Uri / St. Gallen / Bern / Neuenburg / Basel-Landschaft / Solothurn

Kanton Wallis / Binntal / Saas Fee / Obergoms / Rhonetal

Binntal: Grube Lengenbach

Das Binntal ist ein südliches Seitental der Rhone im Schweizer Kanton Wallis. Die kleine Gemeinde Binn ist mit dem Auto über einen langen Tunnel erreichbar. Etwa drei Kilometer oberhalb liegt die Grube Lengenbach. Auffällig dort ist der helle Dolomit, in dem vor allem golden glänzender Pyrit, aber auch andere schöne Mineralien vorkommen. 1945 barg der Strahler Joseph Imhof einen riesigen, fünf Zentimeter breiten Realgarkristall. Man kann ihn heute im Naturhistorischen Museum in Bern bewundern. In der Grube Lengenbach kommen zahlreiche Arsenmineralien vor, die Metall-Ionen in verschiedenen Mischungen enthalten. Dazu zählen zum Beispiel die Minerale Baumhauerit, Dufrénoysit, Jordanit, Lengenbachit, Sartorit oder Binnit, der eine rundliche, vielflächige Tennantit-(Zn)-Varietät darstellt. Berühmt sind auch die klaren, honiggelben Kristalle der Zinkblende, die als „Honigblende“ bezeichnet werden. Die Honigblende darf nicht mit dem ähnlichen Goyazit verwechselt werden. Die Grube Lengenbach gilt für mindestens 44 Mineralien als Typlokalität (TL), dazu zählen der Liveingit und auch sehr seltene Thalliumminerale, die sonst an keinem anderen Ort der Welt vorkommen. Beispiele für Thalliumminerale sind Hutchinsonit und Imhofit, sowie Hatchit und Wallisit, die beide meistens zusammen auftreten. Die Grube Lengenbach ist eine der bedeutendsten Mineralien-Fundstellen der Welt. Heute ist sie weitgehend erschöpft.



Auripigment
Lengenbach

Baryt, Hyalophan
Lengenbach

Baumhauerit TL
Lengenbach

Binnit TL
Lengenbach

Calcit
Lengenbach

Dolomit, Pyrit
Lengenbach

Dolomit
Lengenbach

Dolomit
Lengenbach

Dufrénoysit TL,
Realgar, Lengenbach

Hemimorphit
Lengenbach

Goyazit
Lengenbach

Hutchinsonit TL,
Realgar, Lengenbach

Hyalophan TL
Lengenbach
Imhofit
Imhofit TL
Lengenbach

Jordanit TL
Lengenbach

Lengenbachit TL
Lengenbach

Liveingit TL
Lengenbach

Muskovit
Lengenbach

Oellacherit
Lengenbach

Realgar
Lengenbach

Pyrit, Realgar
Lengenbach

Pyrit, Realgar
Lengenbach

Rutil Sagenitgitter
Lengenbach
Sartorit
Sartorit TL
Lengenbach
Turmalin
Turmalin: Dravit
Lengenbach
Wallisit
Wallisit TL
Lengenbach
Zinkblende
Zinkblende
Lengenbach
ZinkblendeZinkblende
Lengenbach


Binntal: Andere Fundstellen

Im Binntal können aber noch an zahlreichen anderen Fundstellen hervorragende Funde gemacht werden. Das Gebiet Lercheltini am Hang oberhalb von Im Feld ist für schönen Adular, Anatas, Hämatit, Magnetit oder Rutil bekannt. Im Geröll am Feldbach kann man Aktinolith finden. Auf der weiter oben gelegenen Turbenalp kommen zum Beispiel Anatas, Schörl, Rutil und radial miteinander verwachsene Kristalle des Siderits vor. Beim Dolomitaufschluss Balmen am Bochtenhorn ist der Quarz mit Dolomit vergesellschaftet. Im Gebiet Wannigletscher-Cherbadung werden Raritäten wie Asbecasit und Synchisit, sowie Cafarsit in der Typlokalität gefunden. Das Yttriumarsenat Chernovit-(Y) bildet dort eine Mischkristallreihe mit Xenotim-(Y). Sehr schöner Titanit kommt vom Blausee im Saflischtal. Aus der Ripidolith-Kluft in diesem Gebiet stammt Klinochlor in perfekt ausgebildeten Kristallen. Mehrtägige Touren gehen zum Ofenhorn. Eine Spezialität von dort ist Bergkristall im Binntaler oder Tessiner Habitus. Südlich von Binn liegt das Kriegalptal, das ebenfalls eine sehr hohe Mineralienvielfalt aufweist. Oberhalb davon am Blattjengrat tritt violetter Amethyst auf.



Magnetit
Lercheltini

Rauchquarz
Lercheltini

Rutil
Lercheltini

Aktinolith
Feldbach

Anatas
Turbenalp

Rutil
Turbenalp

Siderit
Turbenalp
Turmalin
Turmalin: Schörl
Turbenalp

Bergkristall, Dolomit
Balmen

Cafarsit TL
Wannigletscher

Chernovit-(Y)
Wannigletscher

Hämatit: „Eisenrose“
Wannigletscher

Klinochlor
Blausee

Titanit
Blausee

Tessiner Quarz
Ofenhorn

Rutil in Titanit
Kriegalptal

Amethyst
Blattjengrat


Felskinn bei Saas Fee

Als Felskinn wird die Seilbahnstation oberhalb von Saas Fee auf 2988 Höhenmeter bezeichnet. Unterhalb der Station liegt der Moränenschutt des Gletschers. Die Gletschermoräne befindet sich unterhalb einer Felswand, daher ist dort das Suchen nach Mineralien lebensgefährlich. Im Schutt und auch in der Felswand befinden sich Adern des metamorphen Gesteins Rodingit. Das helle Gestein ist reich an Mineralien der Granat-Supergruppe wie Andradit, Grossular und Hessonit. Das grüne Mineral Klinochlor kommt in den typischen gestapelten Säulen, aber auch in dünnen, fast farblosen, pseudohexagonalen Tafeln vor. Andere typische Mineralien sind Apatit, Calcit, Diopsid, Epidot, Magnetit, Vesuvianit oder Titanit. Meistens sind die Kristalle aber nur klein. Die Bildbreite der hier vorliegenden Fotos beträgt nur etwa 0,5 bis 1,5 Zentimeter:



Andradit
Diopsid


Fluor-Apatit


Grossular


Grossular

Diopsid
Hessonit
Klinochlor
Klinochlor
Hessonit
Klinochlor

Klinochlor


Magnetit


Vesuvianit
Vesuvianit

Vesuvianit


Furka, Grimsel, Obergoms

Das Muttenhorn am Furka zählt zum Gotthardmassiv, es liegt auf der Grenze des Kantons Wallis zum Kanton Uri. Die Gemeinde Obergoms liegt unterhalb des Rhonegletschers, aus dem die Rhone entspringt. Die umliegenden Fundstellen umfassen die Walliser Gebiete der Pässe Grimsel, Furka und Nufenen. Zum Gebiet zählt auch das Gerental, das bei Oberwald in die Rhone mündet. Es liefert schönen Ankerit und viele weitere Minerale. Am berühmtesten sind jedoch die „Eisenrosen“ aus rosettenartig aufgefächerten, tafeligem Hämatit. Sie werden in fast allen Gebieten des Obergoms östlich der Rhone gefunden. Aus der Gegend am Griesgletscher oberhalb des Nufenenpasses stammen die schönsten Tessiner Quarze der Alpen. So bezeichnet man ein Quarz mit besonders steilen Rhomboederflächen.



Bergkristall, Periklin
Furka

Ankerit
Gerental

Eisenrose
Obergoms

Tessiner Quarz
Griesgletscher

Tessiner Quarz
Griesgletscher

Tessiner Quarz
Griesgletscher


Rhonetal, südliches Wallis

Fährt man das Rhonetal abwärts, gelangt man bei Ernen zur Rhoneschlucht. Von dort stammen die schönsten Rutile der Schweiz, die als gitterartige verwachsene Drillinge zu einem „Sagenitgitter“ ausgebildet sind. Am Gibelbach in Fiesch findet man im Erosionsbereich des Bachs Zeolithe wie Epistilbit, Heulandit oder Stellerit. Diese können mit grünem, oktaedrischem Fluorit kombiniert sein. Früher wurde nördlich von Brig im Baltschiedertal am Alpjuhorn Molybdänit abgebaut. In Gasenried oberhalb von St. Niklaus im Mattertal wurde in den 1930er-Jahren schöner Pyrophyllit gefunden. Im geschichtsträchtigen Bergwerk Gondo an der Südrampe des Simplonpasses wurde früher goldhaltiger Chalkopyrit abgebaut. Im Gantertal findet man das blaugraue Amphibol Glaukophan in der Varietät Crossit. Ebenfalls im Simplonpassgebiet liegt das Bortelhorn, wo Rutil als Sagenitgitter vorkommt. Am Mont Chemin oberhalb von Martigny werden Titanminerale wie Anatas oder Brookit gefunden. Das Val d'Illiez ist ein Seitental oberhalb von Monthey oder Bex ganz im Südwesten des Kantons. Von dort kommen die schönsten Fensterquarze der Schweiz. Erwähnenswert ist auch das einzige Schweizer Uranerz-Bergwerk La Creusaz oberhalb von Salvan. Die Stollen zeigen einen hohen Mineralreichtum. Neben der Pechblende werden weitere Uranminerale wie Metazeunerit oder Uranophan gefunden.



Rutil Sagenitgitter
Rhoneschlucht

Epistilbit, Fluorit
Gibelbach, Fiesch

Fluorit, Epistilbit, Quarz
Gibelbach

Fluorit
Gibelbach

Stellerit
Gibelbach

Ankerit
Mühlebach

Molybdänit
Alpjuhorn

Pyrophyllit
St. Niklaus

Chalkopyrit, Gold
Gondo

Glaukophan
Gantertal, Simplon

Rutil Sagenitgitter
Bortelhorn

Rutil Sagenitgitter
Bortelhorn

Anatas
Mont Chemin

Anatas, Brookit
Mont Chemin

Fensterquarz
Val d'Illiez

Fensterquarz
Val d'Illiez

Pechblende
La Creusaz


 
Kanton Graubünden / Piz Beverin / Cavradischlucht / Arvigo / Andere


Piz Beverin

Graubünden zeichnet sich durch wechselnde Geologie aus. Die Mineralvorkommen in den alpinen Zerrklüften weichen dadurch je nach Gebiet erheblich ab. Die weitere Umgebung von Thusis zeigt im ansonsten eher mineralarmen Bündner Schiefer regional reiche Vorkommen an Bergkristall, der von weiteren Mineralen wie Calcit, Feldspate oder Titanminerale wie Anatas oder Brookit begleitet wird. Der Piz Beverin ist ein markanter Berg zwischen der San-Bernadino-Strecke und dem Safiental. Ausgangspunkt der Strahlertouren ist häufig Wergenstein. Die Bergkristall-Calcit-Kombinationen von dort sind unverkennbar. Der Bergkristall ist ganz klar oder durch Eisen-Beimengungen gelb gefärbt. Man findet dort auch Fadenquarz in vielen Ausprägungsformen.



Bergkristall
Piz Beverin

Bergkristall, Calcit
Piz Beverin

Bergkristall, Calcit
Piz Beverin

Calcit, Bergkristall
Piz Beverin

Calcit, Dolomit
Piz Beverin

Fadenquarz
Piz Beverin

Fadenquarz stängelig
Piz Beverin


Cavradischlucht

Im Tujetsch unterhalb der Staumauer des Stausees im Val Curnera liegt die Cavradischlucht, die geologisch zum Gotthardmassiv gehört. Die Schlucht ist berühmt für ihren Hämatit. Die Kristalle können sechs Zentimeter oder mehr erreichen. Sie zeichnen sich durch ungewöhnlichen Flächenreichtum und Glanz aus. Der Hämatit ist kombiniert mit Quarz oder sitzt auf Orthoklas. Sehr speziell sind die epitaktisch auf- oder eingewachsenen Rutilkristalle, die einen abgeflachten, prismatischen Habitus zeigen. Der Strontianit bildet büschelartige Aggregate. Auch Anatas, Apatit, Brookit, Monazit, der schwarze Turmalin Schörl oder Xenotim kommen neben weiteren Mineralen vor.



Hämatit, Rutil
Cavradischlucht

Hämatit, Rutil
Cavradischlucht

Rauchquarz
Cavradischlucht

Rutil, Hämatit,
Cavradischlucht

Orthoklas, Hämatit
Cavradischlucht

Schörl
Cavradischlucht


Arvigo im Calancatal

Das Calancatal nördlich von Bellinzona zählt noch zu Graubünden. Im Steinbruch bei Arvigo findet man Minerale alpiner Zerrklüfte, die nur wenige Hohlräume mit einer typischen Paragenese aufweisen. Der Muskovit kommt in verschiedenen Varietäten vor: Man findet den grünen, bariumhaltigen Oellacherit, den kieselsäurehaltigen Phengit und den extrem feinblättrigen Serizit. Zu den bei Arvigo gefunden Mineralen zählen zum Beispiel auch Adular, Apatit, feinblättriger Calcit, büscheliger Epidot, Fluorit, Heulandit, tafeliger Ilmenit, Klinochlor, Laumontit, Molybdänit, Prehnit, Rutil, Quarz, Sphalerit oder lachsfarbener Titanit. Der felssturzgefährdete Steinbruch war zeitweise offen und galt dann auch als Eldorado für Micromounter.


Epidot
Calcit feinblättrig
Arvigo
Epidot
Chalkopyrit
Arvigo
Epidot
Epidot
Arvigo
Prehnit
Prehnit, Epidot, Adular
Arvigo
Prehnit
Heulandit, Epidot
Arvigo
Prehnit
Ilmenit
Arvigo
Prehnit
Klinochlor
Arvigo
Prehnit
Laumontit
Arvigo
Prehnit
Muskovit: Oellacherit
Arvigo
Prehnit
Muskovit: Phengit
Arvigo
Prehnit
Muskovit: Serizit
Arvigo
Prehnit
Rutil
Arvigo
Prehnit
Titanit
Arvigo


Andere Fundorte in Graubünden

Aus dem Safiental stammt sehr schöner Brookit. Schöne Paragenesen von Calcit mit Bergkristall findet man zum Beispiel in Vrin im Val Lumnezia, auf der Alp Nova im Val Nova oder in Tschiertschen oberhalb von Chur. Das Val Russein ist ein Seitental des Vorderrheintales in der Region Surselva. Bei der Alp Cavrein teilt sich das Tal aufwärts in drei Seitentäler, eines davon ist das Val Gronda da Cavrein, das abgekürzt oft als „Val Cavrein“ bezeichnet wird. Die Fundortangaben kennzeichnen nur allgemein die Gegend, jedenfalls stammen von dort sehr schöne Rauchquarze, die auch als Gwindel auftreten können. Ein weiteres Gebiet für ungewöhnliche Mineralfunde in Graubünden liegt oberhalb von Disentis/Mustér in Richtung Oberalbpass. Der Piz Badus zählt zur Gemeinde Tujetsch. Dort findet man Granat in der Grossular-Varietät Hessonit. Das ebenfalls sehr mineralreiche Val Nalps ist das nächste Tal östlich vom Val Curnera. Im Val Cristallina bei Medels am Lukmanierpass und auch in der Lukmanierschlucht wird schöner Adular gefunden.



Bergkristall, Brookit
Safiental

Calcit Skalenoeder
Vrin, Val Lumnezia

Calcit Rhomboeder
Alp Nova

Fingernagel-Calcit
Tschiertschen

Zepterquarz
Val Cavrein

Rauchquarz
Val Cavrein

Rauchquarz
Val Russein

Rauchquarz „Gwindel“
Val Russein

Aragonit
Bova Gronda

Hessonit
Piz Badus

Prehnit
Val Nalps
Adular
Adularzwilling
Val Cristallina
Adular
Adular, Klinochlor
Lukmanierschlucht



Kanton Tessin / Fibbia und Sella / Andere

Die Fibbia ist ein 2739 Meter hoher Berg bei Airolo. Im Gipfelgebiet werden Hämatit-Eisenrosen oder auch Apatit gefunden. Der flächenreiche Apatit kann auch rosa gefärbt sein. Weitere vorkommende Minerale sind zum Beispiel Albit, Anatas, Bazzit, Magnetit, Phenakit, Pyrit, Quarz, Rutil, Stilbit, Titanit oder Xenotim. Ähnliche Funde sind auch an anderen Stellen in der weiteren Umgebung des Gotthardmassivs möglich, zum Beispiel bei der Alpe della Sella. Von dort stammen schön ausgebildete Apatitkristalle in hexagonalen Prismen.


Adular, Apatit, Fibbia
Adular, Apatit
Fibbia
Apatit, Fibbia
Rosa Apatit
Fibbia
Eisenrose, Fibbia
Hämatit „Eisenrosen“
Fibbia
Stilbit, Fibbia
Stilbit, Pyrit
Fibbia
Apatit, Stella
Apatit
Sella


Weitere Fundstellen im Tessin

Am Ende des 18. Jahrhunderts entdeckte man das Mineral Disthen in der Leventina. Im Paragonitschiefer bei der Alpe Sponda und am Pizzo Forno wurden bis zu 20 Zentimeter lange Kristalle gefunden. Staurolith ist häufig epitaktisch mit Disthen verwachsen. Berühmt geworden sind auch die Rubin-Funde am Pizzo Campolungo, der nicht weit davon liegt. Dort befindet sich die Typlokalität für den Tremolit, den man auch unter dem Namen Grammatit kennt. Oberhalb von Cevio im Maggiatal liegt Linescio. Dort gibt es in den beiden Steinbrüchen zahlreiche Klüfte, in denen zum Beispiel der seltene Piemontit oder Skolezit gefunden werden. Im Val Bedretto am Nufenenpass gab es einige Zeit lang eine Schürfstelle, wo man gut ausgebildeten Nadelquarz selbst suchen konnte. Die Nadelquarze sind teilweise durch eisenhaltige Verbindungen dicht unter der Kristall-Oberfläche gelb gefärbt.


Disthen
Disthen, Staurolith
Pizzo Forno
Disthen
Tremolit TL
Pizzo Campolungo
Piemontit
Piemontit
Linescio
Piemontit
Piemontit
Linescio
Skolezit
Skolezit
Linescio
Nadelquarz
Nadelquarz
Val Bedretto
Nadelquarz
Nadelquarz
Val Bedretto
Hornblende
Rhipidolith
Val Blenio
Hornblende
Hornblende
Val Canaria



Kanton Uri

Das Gotthardmassiv bildet den Hauptteil des Kantons Uri, der im Süden an den Kanton Tessin grenzt und im Südosten an den Kanton Graubünden. Aus den Bauarbeiten am Gotthard-Tunnel kam nur wenig Material auf den offiziellen Markt. Darunter waren einige Bergkristalle, die zu einem Gwindel ausgebildet waren oder bizarre Wachstumformen zeigten. Der Intschi Tobel ist die Schlucht der Reuss unterhalb von Intschi und oberhalb von Erstfeld am Gotthardpass. Dort werden schöner Fadenquarz, sowie Albit, Apatit, Anatas, Brookit oder Rutil gefunden. Oberhalb der Göscheneralp gibt es eine Kristallhöhle am Gletscherhorn, die rosa Fluorit beherbergt. Während bei der Göscheneralp ungewöhnlich dunkler Rauchquarz oder sogar Morionquarz vorkommt, sind die Rauchquarze im Maderanertal heller und bilden riesige Rasen auf dem Muttergestein. Amianth (oder „Byssolith“) ist eine feinhaarige Aktinolith-Varietät, die zu den Asbesten zählt. Vom Chridenloch im Schächental am Klausenpass stammt schöner Calcit. Der Furka-Basis-Tunnel lieferte während der Bauarbeiten Pistomesit in gut ausgebildeten Rhomboedern. Dabei handelt es sich um eine magnesiumhaltige Siderit-Varietät.


Bergkristall
Bergkristall
Gotthard-Tunnel
Fadenquarz
Fadenquarz
Intschi Tobel
Fadenquarz
Albit, Anatas
Intschi Tobel
Fadenquarz
Anatas
Intschi Tobel
Rosa Fluorit vom Gletscherhorn
Rosa Fluorit
Gletscherhorn
Rauchquarz von der Göscheneralp
Rauchquarz
Göscheneralp
Rauchquarz
Rauchquarz
Maderanertal
Calcit
Amianth
Maderanertal
Calcit
Calcit
Chridenloch
Calcit
Calcit „Papierspat“
Chridenloch
Pistomesit
Pistomesit, Calcit
Furka-Basis-Tunnel



Kanton St. Gallen

Der Kanton St. Gallen reicht bis an den Zürichsee und über den Walensee. Berühmt sind die riesigen Calcit-Rhomboeder aus dem Eisenerzbergwerk Gonzen bei Sargans. Die 1965 entdeckte Kluft war mit Kristallen besetzt, von denen einige mehr als 80 Zentimeter Kantenlänge hatten. Auch bei Vättis im Taminatal südlich von Bad Ragaz wurden riesige Calcite gefunden. Diese sind dort aber hauptsächlich als Skalenoeder ausgebildet. Typisch von dort sind Calcite, die von gelben oder roten Eisenerzen überzuckert sind, auch Doppelender oder traubige Aggregate kommen vor.



Calcit
Bergwerk Gonzen

Calcit
Vättis



Kanton Bern

Das Aarmassiv ist ein zentraler Teil der Schweizer Alpen, es erstreckt sich vom Lötschberg im Wallis bis zum Tödi an der Grenze des Kantons Glarus zum Kanton Graubünden. Im Kanton Bern zählen zum Beispiel das Haslital, der Triftgletscher beim Sustenpass, Rotlaui bei Guttannen oder das Grimselgebiet dazu. Die dominierenden Gesteine sind Gneis und Granit, aber auch kristalline Schiefer und Amphibolith kommen vor. Am Triftgletscher findet man Bergkristall, der mit Chlorit vergesellschaftet oder als Fadenquarz ausgebildet ist. Das Sommerloch am Grimsel-Stausee ist ein natürlicher Aufschluss. Dort wurde früher rosa Fluorit in oktaedrischer Form gefunden. Typische Kluftminerale beim Kraftwerk Oberaar am Grimsel sind Ankerit, Quarz, Muskovit und Sphalerit, aber auch Anatas, Apatit, Brookit, Calcit, Fluorit, Galenit, Klinochlor (Chlorit), Rutil, Monazit, Siderit oder Xenotim. Berühmtheit erlangte die Marmotta-Kluft am Grimsel, da der Rauchquarz in einem Murmeltiernest gefunden wurde. An der Gerstenegg gibt es eine geschützte Kluft in einem Zugangsstollen der Kraftwerke Oberhasli. Besucher können durch Fenster die Bergkristalle in ihrer natürlichen Umgebung tief im Berg bestaunen. Weltberühmt sind die Rauchquarze vom Zinggenstock, die zu den größten ihrer Art zählen. Sie sind im Naturhistorischen Museum in Bern ausgestellt. Der Calcit aus dem Gasterntal bei Kandersteg stammt aus einer Felskluft im Valanginien-Kalk. Er ist durch Eisensalze leuchtend orange gefärbt. Der Napf ist die höchste Erhebung im Emmental, er liegt an der Grenze zum Entlebuch im Kanton Luzern. Geologisch ist das Gebiet aus Nagelfluh ausgebaut. Dies ist ein Konglomerat aus abgerollten Gesteinen, die mit Bindemitteln wie Sand oder Kalk verfestigt sind. Das Material ist eine Ablagerung aus den Flüssen der Alpen. Aus diesem Grund findet man heute in den Bächen um den Napf herum Seifengold.



Bergkristall, Chlorit
Triftgletscher

Fadenquarz
Triftgletscher

Calcit, Bergkristall
Rotlaui

Rosa Fluorit
Sommerloch

Offenes Gwindel
Zinggenstock

Geschlossenes Gwindel
Kraftwerk Oberaar

Rauchquarz
Marmottakluft
Calcit
Gasterntal
Calcit
Gasterntal
Calcit
Gasterntal

Seifengold
Napf



Kantone Basel-Landschaft, Solothurn und Neuenburg (Juramineralien, nicht alpin)


Im Schweizer Jura kommen die für die Kalkgebirge typischen Calcite vor. Der Steinbruch am Liesberg im Laufental im Kanton Basel-Landschaft ist eine berühmte Fundstelle für Fossilien. Dort werden auch Calcit und sehr schöne Schmetterlingszwillinge gefunden. Er lieferte früher glasklare Gipskristalle. Heute ist dort ein Naturschutzgebiet. Beim Autobahnbau der A2 in den 1960er-Jahren kamen bei Tenniken riesige Calcitstufen ans Tageslicht. Der Gipsabbau in der Gipsgrube Zegglingen im Baselbieter Jura hatte lange Zeit Tradition. Einmalige Kombinationen von Calcitkristallen, die auf gelben Fluoritwürfeln sitzen, findet man im Steinbruch Orismühle südwestlich von Liestal. Der Steinbruch liegt im Kanton Solothurn. Zwischen Bielersee und Neuenburgersee im Kanton Neuenburg liegt das Dorf Cornaux. Oberhalb davon befindet sich der Kalksteinbruch der Juracime AG, in dem Calcit und klarer Coelestin gefunden werden.



Calcit
Liesberg

Calcit
Tenniken

Gips
Zegglingen

Calcit, Fluorit
Stbr. Orismühle

Calcit
Cornaux

Coelestin, Calcit
Cornaux




Österreich: Tirol / Salzburg / Steiermark / Kärnten


Bundesland Tirol / Zillertal u.a. / Brixlegg / Schwaz / Obernberg

Zillertal, Lüsenstal, Inntal, Kitzbühel, Gafleintal

Das Tiroler Zillertal ist vor allem für den roten Almandin-Granat berühmt, der bevorzugt im Glimmerschiefer oder im Talkschiefer wächst. Man findet ihn zum Beispiel auf der Stapfenalpe. Sehr bekannt sind auch der Zillertaler Aktinolith von der Hennensteige am Zemmgrund oder der Magnetit, der beim Furtschaglhaus im Schlegeisgrund gefunden wird. Am Talggenkopf im Zemmgrund kommt Talk in grünen, blättrigen Aggregaten vor. Klinozoisit ist in den österreichischen Alpen weit verbreitet, ein eher wenig bekanntes Vorkommen findet sich am Waxeggkees. Im Lüsenstal südwestlich von Innsbruck findet man Andalusit in orthorhombischen Kristallen mit fast quadratischem Querschnitt. Im Salzbergwerk bei Hall im Inntal wurde früher nicht nur Salz gefördert, sondern es kam von dort auch Gips in schönen Schwalbenschwanz-Zwillingen. Das ehemalige Bergbaugebiet Fieberbrunn liegt im Bezirk Kitzbühel; von der Gebra Kapelle stammt gut ausgebildeter Baryt. Die ehemalige Erzlagerstätte Dirstentritt liegt im Gafleintal. In der Bleierzmine wurde früher auch Calcit gefunden.



Almandin
Stapfenalpe, Zillertal

Aktinolith
Hennensteige, Zillertal

Magnetit
Furtschaglhaus, Zillertal

Talk
Talggenkopf, Zillertal

Klinozoisit
Waxeggkees, Zillertal

Andalusit
Lüsenstal

Gips
Hall, Inntal

Baryt
Fieberbrunn

Calcit
Dirstentritt


Brixlegg und Schwaz

Das Bergbau- und Hüttenmuseum Brixlegg gibt einen guten Eindruck über den früheren Kupferbergbau. Gut kristallisierter Azurit, kugeliger Erythrin oder lockiger Malachit aus Brixlegg sind zum Beispiel bei Sammlern begehrt. Der Stockerstollen und die Silberberghalde sind Fundstellen für die beiden smaragdgrünen Minerale Tirolit und Tangdanit. Dieser wurde früher auch als „Klinotirolit“ bezeichnet. Die beiden sehr ähnlichen Minerale sind mit einfachen Mitteln kaum voneinander zu unterscheiden. Ganz in der Nähe etwas weiter östlich liegt der Gratlspitz. Eine Besonderheit stellt der „Schwazit“ dar, der im Stockerstollen gefunden wurde. Dieser Alternativname für das Quecksilbermineral Tetraedrit-(Hg) ist nach dem Bezirk Schwaz benannt, der etwa 15 Kilometer südwestlich von Brixlegg in Richtung Innsbruck liegt. Wahrscheinlich kommt der Schwazit in Schwaz aber nicht vor. Die beiden bekanntesten Fundstellen bei Schwaz sind der Martinsstollen und der natürliche Aufschluss Weißer Schrofen. Beide liegen auf der Gemarkung der Gemeinde Rotholz-Maurach. Man findet dort ähnliche Minerale wie in Brixlegg, zum Beispiel auch die türkisblauen Kupfer-Zink-Arsenate Clarait und Theisit.


Schwazit
Stockerstollen

Azurit
Silberberghalde

Azurit, Malachit
Silberberghalde

Malachit
Silberberghalde

Erythrin
Silberberghalde
Tangdanit, Erythrin
Silberberghalde

Antlerit
Gratlspitz

Brochantit
Gratlspitz
Tirolit
Gratlspitz
Aurichalcit
Martinsstollen, Schwaz
Tirolit
Martinsstollen
Clarait
Weißer Schrofen
Theisit
Weißer Schrofen
Theisit
Weißer Schrofen


Obernberg

Der Abbau von Bleierzen bei Obernberg fand wahrscheinlich schon in der Römerzeit statt. Das 15. Jahrhundert gilt als Blütezeit des Bleibergbaus im Obernbergtal. Es gab zu jener Zeit zahlreiche Gruben und Schürfstellen, zum Beispiel am Tribulaun, am Kühberg oder am Neßlacher Joch. In Gries am Brenner am Eingang des Tales gab es eine Erzschmelze, die Mitte des 16. Jahrhunderts aufgegeben wurde. Aus alten Funden stammen Bleiminerale wie Bleiglanz, Bournonit und Wulfenit oder Zinkminerale wie Hemimorphit, Hydrozinkit, Rosasit, Sphalerit und Smithsonit. Spezialitäten aus Obernberg sind seltene Blei-Antimon-Minerale wie Geokronit, Oxyplumboroméit, Semseyit oder Valentinit. Das ehemalige Gebiet ist heute ein Naturschutzgebiet, in dem das Sammeln streng verboten ist.



Bournonit
Obernberg

Geokronit
Obernberg

Hemimorphit
Obernberg

Hydrozinkit
Obernberg

Oxyplumboroméit
Obernberg

Pyrit
Obernberg

Quarz
Obernberg

Rosasit
Obernberg

Semseyit
Obernberg

Smithsonit
Obernberg

Sphalerit
Obernberg

Valentinit
Obernberg

Wulfenit
Obernberg



Bundesland Salzburg / Obersulzbachtal / Untersulzbachtal / Habachtal / Rauris / Leogang / Weitere


Obersulzbachtal


Das österreichische Bundesland Salzburg ist nach der gleichnamigen Landeshauptstadt benannt. Das Obersulzbachtal liegt im Bezirk Zell am See in den Hohe Tauern. Es ist vor allem aufgrund seiner Fundstelle am Hopffeldboden berühmt geworden. Die Stelle ist bequem mit dem Auto erreichbar. Aus der Felswand fällt immer wieder Material. Im Geröllfeld werden seltene Thorium- und Yttriumminerale gefunden, auch Minerale mit seltenen Erden sind vorhanden. Die Kristalle erreichen im besten Fall zwei Millimeter, so dass eine gute Lupe notwendig ist. Sie finden sich im hellen Granit mit wenig Chlorit-Anteil. Anatas, Brookit und Rutil sind die häufigsten Titanminerale. Aeschynit-(Y) kommt in braunen, durchscheinenden Tafeln vor, während der deutlich hellere Synchisit einen langprismatischen Habitus hat, der sich am Ende zur Spitze hin oft verjüngt. Der Monazit bildet eher prismatische Kristalle in dicktafeliger oder blockiger Form. Xenotim-(Y) kommt in mikroskopisch kleinen, hellgelben Kristallen mit säulig-prismatischem Habitus vor. Hämatit bildet kleine schwarze Tafeln. Am Hopffeldboden wird auch der seltene Vaterit in hexagonalen Kristallen gefunden, der neben Aragonit und Calcit die dritte natürlich vorkommende Modifikation des Calciumcarbonats darstellt. Aus dem Seebachkar oberhalb des Seebachsees stammt Augit in gut ausgebildeten Kristallen. Bei der Kampriesenalm findet man roten, nadelförmigen Rutil.



Aeschynit-(Y)
Hopffeldboden

Anatas
Hopffeldboden

Brookit
Hopffeldboden

Calcit
Hopffeldboden

Calcit
Hopffeldboden

Hämatit
Hopffeldboden

Monazit-(Ce)
Hopffeldboden

Muskovit
Hopffeldboden

Pyrit
Hopffeldboden

Synchisit-(Ce)
Hopffeldboden

Synchisit-(Ce)
Hopffeldboden

Vaterit
Hopffeldboden

Augit
Seebachkar

Rutil, Siderit
Kampriesenalm


Untersulzbachtal

Das Untersulzbachtal ist das parallel liegende Tal östlich des Obersulzbachtals. In der Gegend gibt es zahlreiche Fundstellen und Schürfungen, die die typischen alpinen Mineralien führen. Im Grünschiefer der Knappenwand wurde der schönste Epidot der Welt gefunden. Manche Kristalle erreichten eine Länge von bis zu einem halben Meter. Durch den Abbau entstand eine mächtige Höhle im Fels. Heute herrscht dort Sammelverbot, der Abbau erfolgt nur noch unter wissenschaftlicher Betreuung der Universität Wien. Eine sehr seltene Spezialität stellt der grünliche Gadolinit-(Y) von der Abichlalm dar. Im Beryller (auch „Beryllerrinne“) findet man zum Beispiel Aquamarin oder schwarz-bräunlichen Euxenit-(Y). Die Kristalle erscheinen oft wie angefressen, weil die hohe Radioaktivität des Euxenits zur Selbstbeschädigung führt. Auch Zeolithe wie Skolezit oder Stilbit kommen dort vor.


Epidot
Epidot
Knappenwand
Epidot
Amianth, Epidot
Knappenwand

Gadolinit-(Y)
Abichlalm

Euxenit-(Y)
Beryller

Stilbit
Beryller


Habachtal

Das Habachtal ist das nächste, parallel liegende Tal weiter östlich. Der im Glimmerschiefer eingewachsene Smaragd am Leckbachgraben (Leckbachrinne) hat schon viele Glücksritter angezogen. Im Wildenkarer Wald findet man gelben oder rötlichen Monazit-(Ce) in gut ausgebildeten Kristallen und sogar blauer Aquamarin. Auf der Peitingalm wird Rutil in roten Nadeln auf Muskovit gefunden. Sehr speziell ist auch der zweifarbige, rot-grüne Titanit, der zum Beispiel am Leiterkogel bei der Teufelsmühle vorkommt. Weit oben im hintersten Bereich des Tales liegt die Prehnitinsel, bei der neben Fluor-Apatit und Prehnit auch Zoisit in gut ausgebildeten Kristallen gefunden wird.



Smaragd
Leckbachgraben

Monazit-(Ce)
Wildenkarer Wald

Rutil, Muskovit
Peitingalm

Titanit
Leiterkogel

Zoisit
Prehnitinsel


Rauris

Auf der Gemarkung der Gemeinde Rauris im Pinzgau liegen ebenfalls viele Mineralienfundstellen. Aus den alpinen Klüften oberhalb vom Raurisertal sind zum Beispiel auch gut kristallisierter Aeschynit-(Y), Monazit-(Ce) oder Xenotim-(Y) bekannt. Berühmt ist der Lohning Bruch, in dem früher Gneisplatten gewonnen wurden. Von dort stammen sehr schöner Aeschynit, Calcit in Skalenoedern oder flächenreichen Prismen oder auch Schörl. Der schwarze Turmalin erscheint in der Durchsicht braun. Der Kaiserer Bruch liegt vor dem Lohning Bruch im Hüttwinkltal. In den Steinbrüchen wird auch Material aus der Umgebung bearbeitet, so dass die Fundstellenangabe ungenau sein kann. Grieswies ist eine Geröllzone im Oberen Hüttwinkltal, in der schöner Rutil und Periklin gefunden wird. Kolm-Saigurn bildet den Talschluss des Hüttwinkltals. Es ist ein Bergbaurevier, in dem alte Stollen, Schächte und Halden zu finden sind. Vom Leistriedel im Hinteren Krumltal stammen schöne Paragenesen von Klinochlor mit nadeligem Rutil.



Aeschynit-(Y)
Lohning Bruch

Calcit
Lohning Bruch

Schörl
Lohning Bruch

Schörl
Lohning Bruch

Monazit-(Ce)
Lohning Bruch

Monazit-(Ce)
Kaiserer Bruch

Rutil
Grieswies

Periklin
Grieswies

Xenotim-(Y)
Kolm-Saigurn

Rutil, Klinochlor
Leistriedel


Leogang

Der Bergbau auf der Gemarkung der Gemeinde Leogang im Pinzgau lässt sich bis in die Bronzezeit zurückverfolgen. Azurit und Malachit sind im Gebiet weit verbreitet. Auf den alten Halden im Bergbaurevier Schwarzleo findet man zum Beispiel den smaragdgrünen Tirolit, der mit kupferhaltigem, weißem Annabergit vergesellschaftet ist. Der Annabergit bildet weiße, radialstralige Aggregate. Von dort kommen auch Kupferarsenate wie der türkisfarbene Parnauit, der smaragd- bis lauchgrüne Euchroit oder der hellgrüne Strashimirit, der kugelförmig-strahlige Aggregate mit faserigem Bruch entwickelt. Der Leogangit wurde im Gebiet erstmals entdeckt. Das Mineral bildet gerne grüne oder türkisfarbene Kristallbüschel, es ist nach der Typlokalität benannt.



Azurit, Malachit
Schwarzleo

Tirolit
Schwarzleo

Annabergit, Tirolit
Schwarzleo

Euchroit
Schwarzleo

Parnauit
Schwarzleo

Strashimirit
Schwarzleo

Leogangit TL
Schwarzleo


Weitere Fundstellen im Bundesland Salzburg

Aus dem Gebiet um Böckstein im Gasteinertal stammt vielleicht der schönste Fluorit aus Österreich. Er kommt dort in schönen, grünen Oktaedern vor. Auf schwarzem Biotit sitzt gerne Anatas in gelben, oktaedrischen Kristallen. Apatit findet man in kleinen, flächenreichen und sehr klaren Kristallen auf hellem Adular. Im Moos und im Gemeindesteinbruch Böckstein kommt grünlicher Gadolinit-(Y) vor. Das Bergbaugebiet Rotgülden liegt im Muhrtal, das zum Bezirk Lungau gehört. Von dort stammen einmalig schöne Paragenesen von Quarz mit goldgelbem Chalkopyrit. In den alten Bergwerken bei St. Johann im Pongau wurde früher Aragonit als „Eisenblüte“ gefunden. Gut ausgebildete Kristalle des Arsenopyrits findet man im Revier Mitterberg bei Mühlbach am Hochkönig. Manchmal steht bei solchen Stücken aus alten Sammlungen die Fundort-Bezeichnung „Mühlberg“.



Anatas, Biotit
Böckstein

Apatit, Adular
Böckstein

Fluorit
Böckstein

Gadolinit-(Y)
Böckstein

Quarz, Chalkopyrit
Rotgülden

Aragonit „Eisenblüte"
St. Johann

Arsenopyrit
Revier Mitterberg



Bundesland Steiermark / Erzberg / Weitere

Erzberg

Der bekannte steirische Erzberg liegt bei der Stadt Eisenerz im Bezirk Leoben. Die mächtigen Abraumhalden aus dem Tagebau sind nicht zu übersehen. Der Abbau ist heute noch aktiv, es ist die größte Eisenerzmine in Mitteleuropa und das größte Siderit-Vorkommen der Welt. Berühmt vom steirischen Erzberg ist auch der versinterte Aragonit, der sogenannte „Vogelnester“ bildet. Darin liegen Aragonit-Höhlenperlen wie Vogeleier. Der Aragonit kommt dort auch als „Eisenblüte“ vor. So wird das lockige, korallenartige Wachstum beim Aragonit bezeichnet.



Aragonit „Eisenblüte“
Erzberg

Aragonit „Vogelnest“
Erzberg

Ankerit TL
Erzberg

Siderit, Bergkristall
Erzberg


Weitere Fundstellen in der Steiermark

Bad Gleichenberg liegt in der Südoststeiermark, fast an der Grenze zu Slowenien. Die vorhandenen Thermalwasserquellen ermöglichten der Gemeinde den Aufstieg zu einem Kurort. Der Kolbeckit vom Schlarbaumsteinbruch aus der Gleichenberger Klause ist wohl jedem Sammler bekannt. Das seltene Scandiummineral bildet weiße oder apfelgrüne Kugelaggregate. Der Kaswassergraben oberhalb eines Baches bei Großreifling im Bezirk Liezen birgt Magnesit in einmalig gut ausgebildeten Kristallen. Der Pinolith-Magnesit vom Magnetitbergbau Sunk kommt aus dem Bezirk Murtal, der Steinbruch liegt bei der kleinen Gemeinde Hohentauern. Das Gestein aus Dolomit, Graphit und Magnesit wird dort in großem Umfang abgebaut. Ein paar Kilometer nördlich von Bad Aussee befindet sich das Salzbergwerk Altaussee. Dort wird nicht nur gewöhnliches Steinsalz oder Gips gefördert, sondern es bringt vielleicht den schönsten Polyhalit der Welt ans Tageslicht. Schöner Strontianit kommt aus der Magnesit-Talk-Lagerstätte Oberdorf-Niederdorf bei Sankt-Katharein an der Laming. Speziell ist auch der Pyrit, der im Talk eingebettet ist. Im Lobmingbruch bei St. Stefan ob Leoben wird der seltene Mcguinnessit gefunden, der dort meistens mit dem Pentlandit vergesellschaftet ist. Aus dem Steinbruch stammt auch Hydromagnesit in tafelig-monoklinen Kristallen.



Kolbeckit
Bad Gleichenberg

Kolbeckit
Bad Gleichenberg

Magnesit
Kaswassergraben

Magnesit
Kaswassergraben

Pinolithmagnesit
Bergbau Sunk

Gips
Altaussee

Polyhalit
Altaussee

Strontianit
Oberdorf-Niederdorf

Pyrit in Talk
Oberdorf-Niederdorf

Mcguinnessit
Lobmingbruch

Pentlandit
Lobmingbruch

Hydromagnesit
Lobmingbruch



Bundesland Kärnten / Grauleitenspitz / Bad Bleiberg / Hüttenberg / Weitere

Grauleitenspitz

Der Grauleitenspitz ist ein Berg auf der Grenze zwischen Kärnten und Salzburg, er liegt südwestlich des Ankogels. Mit der Fundortangabe Grauleiten ist die Halde unterhalb der Südwestflanke gemeint. Sie ist berühmt für ihre Titanminerale wie Anatas, Brookit, Ilmenit, Rutil oder Titanit, aber auch für Monazit oder Xenotim. Dort kommt der Anatas nicht nur oktaedrisch, sondern auch im tafeligen Habitus vor. Östlich davon liegt das Kleinelendtal mit der Fundstelle am Kleinelendkees.



Anatas Oktaeder
Grauleiten

Anatas tafelig
Grauleiten

Rutil Sagenitgitter
Grauleiten

Titanit
Grauleiten

Anatas, Brookit
Kleinelendkees

Anatas, Rutil
Kleinelendkees

Bergkristall
Kleinelendkees


Bad Bleiberg

15 Kilometer westlich von Villach liegt Bad Bleiberg. In den Gruben der Umgebung gibt es Blei- und Zinkerze, die schon im Mittelalter abgebaut wurden. Auch Silber und Gold wurde früher aus Erzen aufbereitet. Die Einstellung der Bergbautätigkeit erfolgte 1993. Das Revier um Bad Bleiberg wird auf alten Etiketten oft mit der Fundortangabe Revier Bleiberg bezeichnet. Es ist bei den Sammlern aufgrund der Bleiminerale wie Bleiglanz, Cerussit oder Wulfenit bekannt. Auch die gelbe Cadmiumblende, der Greenockit, wird dort gefunden. Die Grube Stefanie gilt als Typlokalität für den Wulfenit. Von dort stammt auch Vanadinit in langgezogenen, orangefarbenen Kristallen.



Baryt, Bleiglanz
Revier Bleiberg

Cerussit
Grube Stefanie

Greenockit
Revier Bleiberg

Schalenblende
Revier Bleiberg

Vanadinit
Grube Stefanie

Wulfenit TL
Grube Stefanie

Wulfenit TL
Grube Stefanie


Hüttenberg

Das Revier bei Hüttenberg im Bezirk St. Veit an der Glan ist seit der Antike bekannt. Eisenerze wie der Siderit wurden schon vor der Römerzeit abgebaut. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts gab es dort Hochöfen. Heute kann man diese historische und einst sehr ergiebige Mineralfundstelle in einem Schaubergwerk erkunden. Berühmt ist das Revier auch für seine bläulichen Chalcedone und für den klaren Nitrobaryt, der in den Stollen bei Waitschach gefunden wird.



Chalcedon
Hüttenberg

Nitrobaryt
Hüttenberg

Siderit
Hüttenberg


Weitere Fundstellen in Kärnten

Buchholzgraben war einst ein Quecksilberbergwerk, das bei Stockenboi zwischen dem Weißensee und dem Millstätter See liegt. Der rote Zinnober kommt dort im Kalk vor. Die Quecksilbergrube Glatschach liegt etwa 25 Kilometer westlich davon bei Dellach im Drautal. Dort befindet sich das Quecksilbererz im Gneis. Quecksilber gediegen tritt ebenfalls auf. Stein bei Dellach im Drautal ist eine bekannte Fundstelle für Auripigment und Realgar. Aus dem Steinbruch Pflüglhof im Maltatal stammt gut auskristallisierter Klinozoisit. Annabergit in der magnesiumhaltigen Varietät Cabrerit ist eine Spezialität aus dem Serpentinit-Steinbruch Griesserhof bei Hirt.



Zinnober
Buchholzgraben

Quecksilber
Glatschach

Auripigment
Stein bei Dellach

Klinozoisit
Pflüglhof, Maltatal

Annabergit
Griesserhof, Hirt



 Frankreich



Axinit
Rocher de l'Armentier

Epidot TL
Bourg d'Oisons, Isère

Peridot
Langeac, Hautes-Loire

Peridot
Langeac, Hautes-Loire

Coelestin
Condorcet, Drôme

Coelestin
La Valdoule, Drôme

Strontianit
Beauvoisin, Drôme

Mirabeau-Diamant
Rémuzat, Drôme

Quarz
Orpierre, Hautes-Alpes

Quarz
Orpierre, Hautes-Alpes



 Italien

Anglesit
Aurichalcit
Telfer Weißen, Südtirol
Anglesit
Anglesit
Telfer Weißen
Langit vom Telfer Weißen
Brochantit, Langit
Telfer Weißen
Linarit vom Telfer Weißen
Linarit
Telfer Weißen
Titanit, Keilnachspitz, Südtirol
Titanit
Keilbachspitz, Südtirol

Turmalin: Dravit
Val d'Ossola, Piemont

Hessonit, Diopsid
Bellecombe, Aostatal

Vesuvianit
Bellecombe

Gold
Brusson, Aostatal

Rauchquarz
Val Ferret, Aostatal
Alurgit
Alurgit
Mina Praborna, Aostatal
Amianth
Amianth
Val Camporcher
Brookit
Brookit
Mt. Bregaceto, Ligurien

Sphalerit
Dosso di Furli, Trentino











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