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Autor 12-jährig
auf der Halde 1976

Pyrit im Dolomit
Eigenfund 1976

Grube Lengenbach
im Jahr 2022
In der Grube Lengenbach kommen zahlreiche
Arsenminerale vor, die Metall-Ionen in verschiedenen Variationen
enthalten. Dazu zählen zum Beispiel die Minerale
Baumhauerit,
Dufrénoysit,
Jordanit,
Lengenbachit,
Sartorit oder Binnit, der eine rundliche, vielflächige
Tennantit-(Zn)-Varietät darstellt.
Gediegen Arsen kommt in braunschwarzen, traubig-kugeligen Aggregaten vor. Berühmt sind auch die klaren, honiggelben Kristalle der
Zinkblende, die als „Honigblende“ bezeichnet werden. Die Honigblende darf nicht mit dem ähnlichen
Goyazit verwechselt werden. Die Grube Lengenbach gilt für mindestens 44 Minerale als Typlokalität (TL), dazu zählen der
Liveingit, der
Seligmannit und auch sehr seltene Thalliumminerale, die sonst an keinem anderen Ort der Welt vorkommen. Beispiele dafür sind
Hutchinsonit,
Imhofit,
Rathit, sowie Hatchit und
Wallisit, die beide meistens zusammen auftreten. Silber gediegen ist extrem selten, meistens sind die Drähte und Locken schon zu
Akanthit umgewandelt. Auch das rötliche bis schwarze Silbermineral
Proustit
ist selten. Die Grube Lengenbach ist eine der bedeutendsten
Mineral-Fundstellen der Welt. Heute ist sie weitgehend erschöpft.

Akanthit
Lengenbach

Arsen gediegen
Lengenbach

Arsenopyrit
Lengenbach

Arsenopyrit
Lengenbach

Auripigment
Lengenbach

Baryt, Hyalophan
Lengenbach

Baumhauerit TL
Lengenbach

Binnit
TL
Lengenbach

Calcit
Lengenbach

Dolomit
Lengenbach

Dolomit
Lengenbach

Dufrénoysit TL,
Realgar, Lengenbach

Hemimorphit
Lengenbach

Goyazit
Lengenbach

Greenockit
Realgar, Lengenbach

Hutchinsonit TL,
Realgar, Lengenbach

Hyalophan TL
Lengenbach

Imhofit TL
Lengenbach

Jordanit TL
Lengenbach

Kaolinit
Lengenbach

Lengenbachit TL
Lengenbach

Liveingit TL
Lengenbach

Muskovit
Lengenbach

Oellacherit
Lengenbach

Proustit
Lengenbach

Rathit TL, Pyrit
Lengenbach

Realgar
Lengenbach

Realgar
Lengenbach

Pyrit, Realgar
Lengenbach

Pyrit, Realgar
Lengenbach

Rutil Zwilling
Lengenbach

Rutil Sagenitgitter
Lengenbach

Sartorit TL
Lengenbach

Sartorit TL
Lengenbach

Seligmannit TL
Lengenbach

Turmalin: Dravit
Lengenbach

Turmalin: Dravit
Lengenbach

Wallisit TL
Lengenbach

Zinkblende, Pyrit
Lengenbach

Zinkblende
Lengenbach

Zinkblende
Lengenbach
Region Binntal: Lärchultini, Fäldbachtal und Turbenalp
Im Binntal und seiner Umgebung können noch an zahlreichen anderen
Fundstellen hervorragende Funde gemacht werden. Etwas weiter oben nach
der Grube Lengenbach kommt die Wyssi Flue, an der das rötliche
Glimmermineral
Phlogopit gefunden wird. Das Gebiet
Lärchultini (auch „Lercheltini“) am Hang oberhalb von Im Feld ist für schönen
Adular,
Anatas,
Hämatit,
Magnetit oder
Rutil bekannt. Aus dem Gebiet am
Fäldbachtal (auch „Feldbach“) stammen schöne
Bergkristallstufen im Tessiner Habitus oder die grüne Muskovit-Varietät
Fuchsit. Im Geröll kann man
Aktinolith finden. Auf der weiter oben gelegenen
Turbenalp kommen zum Beispiel
Anatas,
Schörl,
Rutil und radial miteinander verwachsene Kristalle des
Siderits vor.

Phlogopit
Wyssi Flue

Anatas
Lärchultini

Magnetit
Lärchultini

Rauchquarz
Lärchultini

Rutil
Lärchultini

Aktinolith
Fäldbach

Bergkristall
Fäldbach

Bergkristall
Fäldbach

Fuchsit, Pyrit
Fäldbach

Anatas
Turbenalp

Rutil
Turbenalp

Siderit
Turbenalp

Turmalin: Schörl
Turbenalp
Region Binntal: Chriegalptal mit Wannigletscher, Scherbadung, Gischigletscher (auch Italien)
Oberhalb und ostseitig vom Chriegalptal (auch „Kriegalptal“) befindet sich ein weiteres Eldorado für Mineraliensammler: Zwischen Wannihorn und Scherbadung (italienisch Pizzo Cervandone) liegt der Wannigletscher.
Der Gletscher geht aufgrund des Klimawandels immer weiter zurück
und setzt dabei neue Fundstellen frei. Es werden zum Beispiel Adular, Anatas, Azurit, Epidot, grüner und rosa Fluorit, Hämatit, Magnetit, Malachit, Quarz, Rutil, Schörl, Titanit oder Raritäten wie Monazit-(Ce), Synchisit-(Ce) und Tilasit gefunden. Für Asbecasit und Cafarsit
ist der Wannigletscher Typlokalität. Die grünen
Überzüge auf dem Cafarsit hielt man früher für
Mixit, sie werden heute als Zálesíit angesehen. Vereinzelt sind auch das Yttriumarsenat Chernovit-(Y) oder das Yttriumphosphat Xenotim-(Y) in die Sammlungen gelangt. Der Crichtonit
bildet eine Mischkristallreihe mit dem Senait, bei dem die
Strontium-Ionen durch Blei-Ionen ersetzt sind. Weitere begehrte
Spezialitäten stellen der Cervandonit-(Ce) oder die Rutil-Varietät Niob-Rutil dar. Auch das extrem seltene Cerarsenat Gasparit-(Ce) oder sogar das Lanthanarsenat Gasparit-(La) kommen vor. Der Diopsid stammt aus Klüften am Serpentinit-Felssporn an der italienischen Nordost-Flanke des Pizzo Cervandone. Aus dem Gebiet am Gischigletscher sind Funde des radioaktiven Uranminerals Metatorbernit bekannt.

Adular, Epidot
Wannigletscher

Anatas
Wannigletscher

Asbecasit TL
Wannigletscher

Asbecasit TL
Wannigletscher

Cafarsit TL
Wannigletscher

Cafarsit TL
Wannigletscher

Cafarsit, Quarz
Wannigletscher

Cafarsit, Zálesíit
Wannigletscher

Cervandonit-(Ce)
Wannigletscher

Chernovit-(Y)
Wannigletscher

Crichtonit-Senait
Wannigletscher

Epidot
Wannigletscher

Fluorit
Wannigletscher

Hämatit: „Eisenrose“
Wannigletscher

Malachit
Wannigletscher

Azurit, Malachit
Wannigletscher

Monazit-(Ce)
Wannigletscher

Bergkristall, Ripidolith
Wannigletscher

Nb-Rutil verzwillingt
Wannigletscher

Synchisit-(Ce)
Wannigletscher

Titanit
Wannigletscher

Tilasit
Scherbadung

Diopsid
Pizzo Cervandone

Rutil in Titanit
Chriegalptal

Metatorbernit
Gischigletscher
Region Binntal: Blattjegrat, Chummibort
Das
Blattjegrat (auch „Blattjengrat") beim Chummibort ist bekannt für hervorragenden
Amethyst.
Diese Quarzvarietät ist in den Alpen selten und bei Sammlern enorm
begehrt, was sich entsprechend in den Preisen bemerkbar macht. Der
Amethyst vom Blattjegrat wächst praktisch immer als zweite
Generation auf dem Rauchquarz. Er bildet gerne Zepter oder Doppelender.
Typisch sind treppenartige Aggregate mit lamellarem Aufbau, die an den
Kanten dunkler erscheinen. Die Kristalle sind häufig auch parallel
verwachsen, wobei die Kristallspitzen in eine Richtung zeigen.

Amethyst
Blattjegrat

Amethyst
Blattjegrat

Amethyst
Blattjegrat

Amethyst
Blattjegrat
Region Binntal: Weitere Fundstellen
Beim Dolomitaufschluss
Balmen am Bochtenhorn ist der Quarz mit
Dolomit vergesellschaftet. Früher wurde am
Geisspfad Serpentin-Asbest abgebaut. Darin findet man zum Beispiel das grüne Granatmineral
Demantoid. Auch radialstrahliger
Tremolit und
Ilmenit stammen aus dem Gebiet. Bei der
Schmalegga findet man
Calcit in Fingernagelform. Sehr schöner
Titanit kommt vom
Blausee im
Saflischtal. Am
Breithorn wird stark glänzender
Rutil gefunden. Aus der Ripidolith-Kluft in diesem Gebiet stammt
Klinochlor in perfekt ausgebildeten Kristallen. Mehrtägige Touren gehen zum
Ofenhorn oder zum
Turbenhorn. Eine Spezialität von dort ist
Bergkristall im Binntaler oder Tessiner Habitus oder auch
Rauchquarz in seltenen Wachstumsformen.

Bergkristall, Dolomit
Balmen

Demantoid
Geisspfad

Ilmenit
Geisspfad

Tremolit
Geisspfad

Calcit
Schmalegga

Almandin
Saflischtal

Klinochlor
Blausee

Titanit
Blausee

Rutil
Breithorn

Tessiner Quarz
Ofenhorn

Rauchquarz
Ofenhorn-Turbhorn
Furka, Nufenen, Obergoms
Das
Muttenhorn am
Furka zählt zum Gotthardmassiv, es liegt auf der Grenze des Kantons Wallis zum Kanton Uri. Porzellanartiger
Periklin
wird zum Beispiel im Gebiet des Muttgletschers gefunden. Aus dem Gebiet
oberhalb vom Furkapass bis zum Rhonegletscher stammen offene und auch
geschlossene Gwindel. Das Gebiet ist berühmt für
Adular,
Bergkristall und dunklen
Rauchquarz. Die Gemeinde
Obergoms
liegt unterhalb des Rhonegletschers, aus dem die Rhone entspringt. Die
umliegenden Fundstellen umfassen die Walliser Gebiete der Pässe
Grimsel, Furka und Nufenen. Zum Gebiet zählt auch das
Gerental, das bei Oberwald in die Rhone mündet. Es liefert schönen
Ankerit und viele weitere Minerale. Am berühmtesten sind jedoch die „Eisenrosen“ aus rosettenartig aufgefächerten, tafeligem
Hämatit. Sie werden in fast allen Gebieten des Obergoms östlich der Rhone gefunden. Am
Fiescher Gletscher wird sehr schöner
Amethyst gefunden. Aus der Gegend am
Griesgletscher
oberhalb des Nufenenpasses stammen die schönsten Tessiner Quarze
der Alpen. So bezeichnet man einen Quarzkristall mit besonders steilen
Rhomboederflächen.

Bergkristall, Periklin
Muttenhorn

Periklin
Muttgletscher

Adular
Furka

Geschlossenes Gwindel
Furka

Eisenrose
Obergoms

Ankerit
Gerental

Amethyst
Fiescher Gletscher

Tessiner Quarz
Griesgletscher

Tessiner Quarz
Griesgletscher

Tessiner Quarz
Griesgletscher
Gibelbach bei Fiesch
Die bekannteste Fundstelle der Schweiz für Zeolithe befindet sich bei Fiesch. Am
Gibelbach findet man auf einer Schutthalde und im Erosionsbereich des Bachs Zeolithe wie
Epistilbit,
Heulandit,
Laumontit oder
Stellerit. Was früher für einen
Stilbit
gehalten wurde, hat sich nach neuen chemischen Untersuchungsmethoden
als Stellerit herausgestellt. Dieses Mineral erscheint weiß,
während der Epistilbit vom Gibelbach entweder gelbliche Garben oder
gut ausgebildete, klare Kristalle bildet. Der im triklinen System
kristallisierende Epistilbit zeigt pseudo-orthorhombische Kristalle. Am
Gibelbach erreichen die Epistilbitkristalle maximal acht Millimeter,
während der flächenreiche, tafelige bis würfelige
Heulandit-Ca Kristalle bis zwei Zentimeter ausbildet. Die Zeolithe sind häufig mit grünem, oktaedrischem
Fluorit kombiniert. Sie wachsen auf einem Rasen mit kleinen Quarzkristallen.

Epistilbit, Fluorit
Gibelbach, Fiesch

Fluorit, Epistilbit, Quarz
Gibelbach

Fluorit
Gibelbach

Heulandit-Ca
Gibelbach

Stellerit
Gibelbach

Stellerit, Epistilbit
Gibelbach

Stellerit, Epistilbit
Gibelbach
Simplongebiet
Im
geschichtsträchtigen Bergwerk
Gondo an der Südrampe des Simplonpasses wurde früher goldhaltiger
Chalkopyrit abgebaut. Im
Gantertal findet man das blaugraue Amphibol
Glaukophan in der Varietät Crossit. Ebenfalls im Simplonpassgebiet liegt das
Bortelhorn, wo
Rutil als Sagenitgitter vorkommt. Etwas weiter südwestlich liegt der Isenwegg bei der
Wasenalp, wo das seltene Bariummineral
Armenit
gefunden wird. Es befindet sich im hellgrauen Zoisit-Celsian-Gneis. Das
sehr harte Mineral bildet klare Kristalle nach dem orthorhombischen
System. Die sechsseitigen Prismen haben flache oder pyramidale Spitzen.

Chalkopyrit
Gondo

Glaukophan
Gantertal

Rutil Sagenitgitter
Bortelhorn

Rutil Sagenitgitter
Bortelhorn

Armenit
Wasenalp

Armenit
Wasenalp

Armenit
Wasenalp
Felskinn bei Saas Fee
Als
Felskinn wird die Seilbahnstation oberhalb von Saas
Fee auf 2988 Höhenmeter bezeichnet. Unterhalb der Station liegt
der Moränenschutt des Gletschers. Die Gletschermoräne befindet
sich unterhalb einer Felswand, daher ist dort das Suchen nach
Mineralien lebensgefährlich. Im Schutt und auch in der Felswand
befinden sich Adern des metamorphen Gesteins Rodingit. Das helle Gestein
ist reich an Mineralien der
Granat-Supergruppe wie Andradit, Grossular und Hessonit, sowie die schwarze Andradit-Varietät Melanit. Das grüne Mineral
Klinochlor
kommt in den typischen gestapelten Säulen, aber auch in
dünnen, fast farblosen, pseudohexagonalen Tafeln vor. Sehr
interessant ist der vielgestaltige
Vesuvianit, der wie der farblose
Diopsid am Felskinn relativ häufig auftritt. Typisch sind auch
Albit und die haarförmige Aktinolith-Varietät
Amianth. Seltener sind
Apatit,
Epidot, würfelförmiger
Magnetit oder
Titanit. Der
Calcit bildet nur winzige Kristalle auf Diopsid oder Klinochlor.

Andradit
Diopsid
Fluor-Apatit
Calcit
Grossular
Grossular

Diopsid
Hessonit

Klinochlor
Hessonit
Klinochlor
Magnetit
Melanit
Vesuvianit
Vesuvianit
Zermatt und Mattertal
In Gasenried oberhalb von
St. Niklaus im Mattertal wurde in den 1930er-Jahren schöner
Pyrophyllit
gefunden. In den Souvenirläden von Zermatt wird manchmal die
grüne Granat-Varietät Uwarowit als Schmuckstein angeboten. Die
winzigen, fast mikroskopisch kleinen Kristalle bilden im grauen
Schiefer leuchtend grüne Rasen. Dabei handelt es sich entweder um
einen chromhaltigen Grossular oder – sofern der Chromgehalt
überwiegt – um
Uwarowit. Das Material kommt an mehreren Stellen im Gebiet Zermatt und Saas Fee vor, zum Beispiel am Riffelhorn oder bei den
Lichenbrettern. Am
Rimpfischwäng werden der
Demantoid (in Asbest) in gelbgrünen oder grünen, kugeligen Kristallen oder auch
Vesuvianit gefunden. Aus einem sehr seltenen Fund am
Pollux von 1954 stammt
Analcim in gut ausgebildeten Kristallen. Manche dieser Stücke wurden von Strahlern auch als „
Leucit“
bezeichnet. Dieses Natriumaluminiumsilicat bildet mit dem
Kaliumaluminiumsilicat Analcim eine Mischkristallreihe. Die
Hochtemperaturform des Leucits bildet wie der Analcim kubische
Ikositetraeder.

Pyrophyllit
St. Niklaus

Uwarowit
Lichenbretter

Demantoid
Rimpfischwäng

Vesuvianit
Rimpfischwäng

Analcim
Pollux
Val d'Anniviers
Im Val d'Anniviers südlich von Siders gibt es sehr viele
aufgelassene alte Bergwerke. Aus dem Gebiet stammen viele
farbenprächtige Minerale, die in Micromountsammlungen vertreten
sind. Aus der
Mine Fusette kommt rosettenartiger
Aurichalcit. Er tritt dort zusammen mit dem kugeligen
Rosasit auf. Das türkisblaue Kupfersulfat
Chalkanthit ist an den Wänden der Grubengänge in der
Mine de Garboula weit verbreitet. Der
Chalkophyllit bildet sich ebenfalls sekundär aus Kupfermineralen. Er ist in der Schweiz relativ selten, kommt aber in der
Mine de Gosan in kleinen, türkisblauen Plättchen vor. Der
Erythrin aus der
Mine de Collioux inférieur bildet himbeerrote Kugelaggregate.

Aurichalcit
Mine Fusette

Rosasit
Mine Fusette

Chalkanthit
Mine de Garboula

Chalkophyllit
Mine de Gosan

Erythrin
Mine de Collioux inférieur
Mont Chemin
Am
Mont Chemin bei Martigny wurden früher silberhaltiger
Bleiglanz,
Fluorit und Eisenerze wie
Pyrit oder
Chalkopyrit abgebaut. Das Vorkommen von
Gold
ist schon seit dem Altertum bekannt. Der Mont Chemin stellt das
Nordende des Mont-Blanc-Massivs dar, er ist mit Gängen des
Quarzporphyrs durchsetzt. So bezeichnet man einen quarzhaltigen Granit.
Das von den Sammlern gesuchteste Mineral ist das gelbe Wolframerz
Scheelit,
das am Mont Chemin in kleinen tetragonalen Dipyramiden vorkommt. Es ist
an verschiedenen Stellen zu finden, die besten Stücke brachte das
„Scheelitloch“ am 1448 Meter hohen Tête des Econduits hervor. Aus
einem Erkundungsstollen wurden unter anderem
Hemimorphit,
Erythrin,
Smithsonit oder
Wulfenit nachgewiesen. Der
Hydrozinkit bildet Krusten, manchmal auch auf dem seltenen grauschwarzen
Cesàrolith.
Parisit-(Ce) oder
Xenotim-(Y) sind Minerale der Seltenen Erden. Das Calcium-Cer-Mineral
Parisit-(Ce)
bildet gelbliche bis orangerote Kristalle, die gerne auch einen
länglichen Habitus zeigen und nur an der Spitze klar erscheinen.
Die Kristalle dieses Carbonates erscheinen häufig rissig oder
zersetzt. Manchmal wächst am Ende eines Parisitkristalls
epitaktisch ein
Synchisit-(Ce), von dem der Parisit nur schwer zu unterscheiden ist. Eine Rarität ist
Gold, das manchmal auf dem verwitterten
Pyrit oder in seinen Rissen zu finden ist. Der
Pyrit ist fast immer nach
Limonit umgewandelt. Es werden auch Titanminerale wie
Anatas,
Brookit,
Ilmenit,
Rutil oder
Titanit gefunden. Der Bau des Straßentunnels 1987 bis 1991 unter dem Mont Chemin brachte zahlreiche Minerale ans Tageslicht.

Anatas
Mont Chemin

Anatas, Brookit
Mont Chemin

Cesàrolith, Hydrozinkit
Mont Chemin

Fluorit
Mont Chemin

Hemimorphit, Hydrozinkit
Mont Chemin

Hydrozinkit
Mont Chemin

Parisit-(Ce)
Mont Chemin

Pyrit verwittert
Mont Chemin

Gold, Pyrit, Limonit
Mont Chemin

Scheelit
Mont Chemin

Scheelit
Mont Chemin

Scheelit
Mont Chemin

Smithsonit
Mont Chemin

Wulfenit, Hemimorphit
Mont Chemin
Val d'Illiez und Choëx
Das
Val d'Illiez ist ein Seitental oberhalb von Monthey oder Bex ganz im Südwesten des Kantons. Von dort kommen die schönsten
Fensterquarze
der Schweiz. Vom Zepterquarz gibt es Übergangsformen, die bereits
teilweise skelettiert sind. Die Quarze können mit blättrigem
Calcit, dem „Papierspat“, kombiniert sein. Bei
Choëx im Steinbruch Carrière de Cho
ëx-Massongex
werden ebenfalls Fensterquarze gefunden, aber auch sehr schöne
Aggregate mit kleinen Quarzkristallen und Calcit. Typisch ist der
„Fingernagelcalcit“, bei dem die „Blätter“ (des Papierspates) um
einiges dicker sind.

Fensterquarz
Val d'Illiez

Fensterquarz
Val d'Illiez

Bergkristall, Calcit
Val d'Illiez

Bergkristall
Choëx

Fingernagelcalcit
Choëx
Weitere Fundstellen im Wallis
Bei Ernen befindet sich die
Rhoneschlucht. Von dort stammen die schönsten
Rutile
der Schweiz, die als gitterartige verwachsene Drillinge zu einem
„Sagenitgitter“ ausgebildet sind. Der Rhipidolith ist eine Varietät
des
Klinochlors. Ganz unten am Bach kommt
Aragonit vor. Bei
Mühlebach wird schöner
Ankerit gefunden, im Permokarbonschiefer kommt der dem Klinochlor ähnliche
Chloritoid vor. Nördlich von Brig liegt das Baltschiedertal, wo am
Alpjuhorn Molybdänit gefunden wird. Die Klüfte am Niwen im vorderen
Lötschental liefern schönen Bergkristall, der als Fadenquarz oder auch als Phantomquarz ausgebildet sein kann. Im Blei-Zink-Bergkwerk
Goppenstein wurden früher Erze wie
Bleiglanz,
Kupferkies oder
Zinkblende gefördert. Das Erz kommt in Bändern zusammen mit
Quarz und
Baryt vor. Am
Pipjigletscher im Turtmanntal wird das seltene Manganarsenat
Sarkinit gefunden.

Rutil Sagenitgitter
Rhoneschlucht

Rhipidolith
Rhoneschlucht

Aragonit
Rhoneschlucht

Ankerit
Mühlebach

Chloritoid
Mühlebach

Molybdänit
Alpjuhorn

Fadenquarz
Niwen, Lötschental

Phantomquarz
Niwen, Lötschental

Bleiglanz
Goppenstein

Kupferkies, Bleiglanz
Quarz
Goppenstein

Zinkb., Bleiglanz, Quarz,
Baryt
Goppenstein

Sarkinit
Pipjigletscher
Aus der Pyrit-Grube bei
Aproz stammt Pyrit, der im Anthrazit eingewachsen ist und früher zur Herstellung von Schwefelsäure verwendet wurde.
Gips und
Halit aus dem Salzbergwerk
Bex
sind Raritäten, weil es kaum noch Belegstücke auf dem Markt
gibt. Das Bergwerk ist noch in Betrieb, ein Teil davon ist als
Besucherzone zugänglich. Während das Steinsalz im 18.
Jahrhundert bergmännisch abgebaut wurde, erfolgt die Gewinnung
heute in der Saline de Bex durch das Hochpumpen der Sole, die beim
Einleiten von Wasser in das Salzlager entsteht. Die alten Stollen der
Schwefelmine in
Sublin bei Bex sind heute kaum noch zugänglich. Dort wurde zu Zeiten der Pulverknappheit ab 1803
Schwefel abgebaut.

Pyrit, Anthrazit
Aproz

Pyrit, Anthrazit
Aproz

Gips
Bex

Schwefel
Sublin bei Bex
Erwähnenswert ist auch das Uranmineral-Vorkommen zwischen
La Creusaz
und Les Marécottes oberhalb von Salvan im Vallée du
Trient, das nach Martigny in das Rhonetal mündet. Zwischen 1956 und
1984 wurde dort in Probebohrungen, Stollen und Schürfstellen nach
Uranerzen gesucht. Das Vorkommen der
Pechblende erwies sich aber in diesem Uranprospekt nicht als abbauwürdig. Es wurden weitere typische Uranminerale wie
Metazeunerit und
Zeunerit,
Rutherfordin,
Uranophan oder
Walpurgin gefunden. Die Stelle ist Typlokalität für
Françoisit-(Ce),
Marécottit und Pseudojohannit.

Françoisit-(Ce) TL
La Creusaz

Marécottit TL
La Creusaz

Pechblende
La Creusaz

Uranophan
La Creusaz
Hinweis: Es werden nicht alle Minerale einer Fundstelle aufgezählt, sondern nur die bekanntesten.