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Grube Clara bei Oberwolfach im Nordschwarzwald

Die Grube Clara ist aus mineralogischer Sicht eine ungewöhnlich reichhaltige Fundstelle. Es wurden mehr als 400 Mineralarten gefunden, darunter auch einige neue, wie der nach dem Fundort benannte Clarait. Die Mine gilt als Typlokalität für Agardit-(Ce) oder Bariopharmakosiderit, sowie einige weitere Minerale. Der Eingang des Bergwerks liegt im hinteren Bereich des Rankachtals, nördlich von Oberwolfach. Die frühsten Bergbautätigkeiten lassen sich in der Region bis in das 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Kommerziell wird hauptsächlich Baryt und Fluorit abgebaut. Der meißelartige Baryt – auch „Meißelspat“ genannt – zählt zu den schönsten der Welt. Im Mineralienmuseum in Oberwolfach kann man Prachtstücke davon besichtigen. Es gibt eine Halde, auf die die Minenbetreiber an bestimmten Wochenenden frisches Material schütten. Von dieser Halde stammen die hier abgebildeten Stufen, die nicht nur für den Micromountsammler interessant sind. Es kommen Arsen-, Barium-, Calcium-, Blei-, Eisen-, Kupfer,- Silber- oder Zinkminerale in allen typischen Paragenesen vor!




Agardit


Arsenopyrit


Azurit

Azurit
Malachit

Bariopharma-
kosiderit


Baryt


Beudantit


Biotit


Cerussit


Clarait


Connellit


Cornwallit


Covellin


Chalkopyrit

Chrysokoll
Silber

Malachit, Chrysokoll
Cuprit

Cuprit Varietät
Chalkotrichit

Cuprit Varietät
Chalkotrichit


Duftit


Fluorit


Fluorit


Goethit


Goethit


Klinoklas


Konichalcit


Kupfer


Malachit


Mimetesit

Mimetesit –
Pyromorphit


Olivenit


Pyrolusit


Pyromorphit


Rhabdophan


Rhabdophan

Scheelit
Quarz
 
Segnitit

Siderit, Clarait
Fluorit


Skorodit

Skorodit
Quarz


Tennantit


Tetraedrit

Wulfenit – Stolzit
Mimetesit


Weitere Fundstellen im Nordschwarzwald: Wittichen, Silberbrünnle, Neubulach, Gremmelsbach


Das Kloster Wittichen liegt von der Grube Clara aus gesehen etwa 10 Kilometer in östlicher Richtung, nördlich von Schiltach im Landkreis Rottweil. Der Bergbau im Wittichen ist schon seit dem 16. Jahrhundert dokumentiert. Bis in die 1990er-Jahre wurden vor allem auf der Schmiedestollenhalde sehr schöne Mineralienstufen gefunden, die für den Micromounter und Fotografen interessant sind. Heute ist die Fundsituation nicht mehr so gut, weil die Halde schon vielfach umgegraben wurde. Am bekanntesten von dort sind wohl die beiden Cobaltminerale Erythrin und Kobaltkoritnigit, die oft miteinander verwachsen und schwer zu unterscheiden sind. Auch seltene Uran-Arsenate wie Heinrichit, Metazeunerit und Zeunerit oder Walpurgin treten auf. Neben Wismut gediegen kommen auch andere Wismuterze wie der Wittichenit vor, der in Wittichen zuerst entdeckt wurde. Es sind viele bedeutende Mineralfunde aus dem Nordschwarzwald dokumentiert, zum Beispiel aus der Grube Silberbrünnle bei Gengenbach, aus den heute überbauten Halden bei Neubulach im Landkreis Calw oder vom Stollen zum Pyrolusit aus dem Triberger Ortsteil Gremmelsbach, der heute zugeschüttet und nicht mehr zugänglich ist. Von dort stammt aus dem Triberger Granit der weltbekannte Pyrolusit, der wohl in jeder Mineraliensammlung vertreten ist.


Kobaltkoritnigit,
Erythrin  Wittichen

Zeunerit
 Wittichen

Zeunerit
 Wittichen

Malachit, Cornwallit
Silberbrünnle

Pseudomalachit
Silberbrünnle

Pyrolusit
Gremmelsbach


Oberrheingraben und Neckar

Der Oberrheingraben zwischen Basel und Frankfurt am Main entstand durch Absenkung im Laufe der letzten 50 Millionen Jahre. In früheren Erdzeitaltern reichte das Meer bis in diese Gegend, heute prägt der Rhein das Landschaftsbild. Durch Ablagerungen entstanden einst die Salzlagerstätten. Das Kalisalzbergwerk Buggingen war noch bis 1973 in Betrieb. Die Minerale Carnallit, Halit oder Sylvin sind typische Vertreter aus dieser Lokalität. Die Salinen Schweizerhalle bei Basel fördern noch heute Sole aus alten Salzlagerstätten. Etwa 15 Kilometer südlich von Heidelberg liegt Wiesloch. Dort gab es früher zahlreiche Stollen und Erzgruben. Der vorhandene Muschelkalk wurde an dieser Stelle im Laufe der Zeit von Erzkörpern verdrängt, so dass auch Blei- und Zinkerze vorhanden waren. Die bekannten Gipskristalle aus „Wiesloch“ stammen allerdings aus der seit den 1990er-Jahren geschlossenen Tongrube im Dämmelwald beim Kompostwerk. Im 30 Millionen Jahre alten Septarienton aus dem Oligozän fand man Gips-Schwimmer mit bis zu zehn Zentimeter Länge, die teilweise auch eine Sanduhrzeichnung aufweisen. Südlich des Odenwaldes liegt das vom Neckar geprägte Heilbronner Becken. Aus der Tongrube Ilsfeld bei Heilbronn stammen die schönsten Kalkversinterungen aus Deutschland.



Carnallit
Buggingen
Klinochlor
Kalisalz
Buggingen

Gips
Wiesloch

Kalksinter
Tongrube Ilsfeld


Hochschwarzwald und Südschwarzwald


Östlich des Oberrheingrabens befindet sich der Schwarzwald, der wie die Vogesen durch Emporhebung als Folge der Absenkung des Oberrheingrabens entstanden ist. Die ursprünglichen Sedimente wurden abgetragen, so dass die Erzkörper wieder weit bis an die Oberfläche reichen. Im Schwarzwald gab es früher zahlreiche Bergwerke. Das Gestein im Hochschwarzwald am Schauinsland oder am Feldberg ist überwiegend aus Gneis aufgebaut. Es enthält in Quarzgängen überwiegend Blei- oder Zinkerze wie Pyromorphit oder Sphalerit. An manchen Orten wurden silberhaltige Erze zur Gewinnung von Silber abgebaut. Im Krunkelbachtal südlich des Feldbergs gibt es bei Menzenschwand eine der wenigen Uranerzlagerstätten in Mitteleuropa. Dort findet man Pechblende und vor allem auch Uranocircit, der im UV-Licht eine starke gelbgrüne Fluoreszenz aufweist. Im Schwarzwald wurde auch Flussspat (Fluorit) und Schwerspat (Baryt) abgebaut, zum Beispiel bei Wieden oder in der Grube Gottesehre bei Urberg an der Grenze zum Südschwarzwald. Der Steinbruch bei Grimmelshofen im Landkreis Waldshut ist für seine Calcite berühmt. Dort wurden große Skalenoeder bis 20 Zentimeter Länge oder schöne Calcit-Igel gefunden. Die Sophienruhe bei Badenweiler war in den 1970er-Jahren die bekannteste Mineralienfundstelle in Südbaden. Die abgebildete fast 20 Zentimeter große Quarzdruse wurde vom Autor als Kind selbst gefunden. Etwas weiter oben im Wald fand man am Altemannfels auch Pyromorphit und Mimetesit.



Pyromorphit
Feldberg

Baryt
Wieden

Pechblende
Menzenschwand

Uranocircit
Menzenschwand

Calcit
Urberg

Calcit
Grimmelshofen

Quarz
Badenweiler


Schwäbische Alb und Hegau


Die Schwäbische Alb im Südosten von Baden-Württemberg ist eine ehemalige Hochebene, die wie der Schweizer Jura hauptsächlich aus Jurakalk besteht und durch Erosion teilweise wieder abgetragen wurde. Die Schwäbische Alb wird von der Donau durchschnitten. Im Kalk findet man neben den Fossilien vor allem gut ausgebildeten Calcit, zum Beispiel in Höhlen bei Allmendingen oder Schelklingen. Das Bohnerz ist ein Brauneisenerz, es kann in kalkhaltigen Erden oder in Kalkhöhlen entstehen, wenn lösliche Eisenverbindungen hinzukommen. Es eignet sich zur Gewinnung von Ockerpigmenten. Die Hegauvulkane liegen südlich der Schwäbischen Alb zwischen der Donau und dem Bodensee. Am bekanntesten ist der Hohentwil bei Singen. Das aus einem Basaltblock bestehende Höwenegg ist der nördlichste der ehemaligen Hegauvulkane. Heute ist dort beim See und dem alten Steinbruch ein Naturschutzgebiet. Aus alten Funden stammen die typischen Zeolithe, wie sie im vulkanischen Gestein vorkommen, zum Beispiel Phillipsit oder Natrolith.



Calcit
Allmendingen

Calcitzwillinge
Schelklingen

Bohnerz
Ulm

Phillipsit, Natrolith
Höwenegg

Phillipsit, Natrolith
Höwenegg



Rheinland-Pfalz

Eifel (teilweise auch Nordrhein-Westfalen)

Die Landschaft der Eifel besteht aus einem Schiefergebirge westlich des Rheins und nördlich der Mosel. Es finden sich auch Sedimente aus verschiedenen Erdzeitaltern, da das Meer früher bis in die Eifel reichte. Ein höher gelegener, südlicher Teil der Eifel wird als Vulkaneifel bezeichnet. Diese ist geprägt vom Vulkanismus, der vor 30 bis 40 Millionen Jahren seinen Höhepunkt hatte. 350 Vulkane sind in der Eifel bekannt. Der letzte Ausbruch des Laacher-See-Vulkans fand etwa 10900 Jahre vor Christus stattfand. Mit 16 km³ und dem Wert 6 auf dem Vulkanexplosivitätsindex stellt dieser Ausbruch ein sehr großer Ausbruch dar. Schon seit der Römerzeit werden in der Vulkaneifel Gesteine wie Bimstuff oder Basalt abgebaut. Die Minerale im vulkanischen Gestein kommen zwar in großer Vielzahl vor, die Größe der Kristalle liegt aber meistens nur im Millimeter-Bereich. Mindestens 300 Mineralarten sind nachgewiesen. Davon wurden 22 neu entdeckt, diese haben ihre Typlokalität in der Eifel. Ein Beispiel dafür ist der Ettringit, der am Bellerberg bei Ettringen erstmals entdeckt wurde. Die Minerale befinden sich entweder als Einschlüsse im Gestein oder sie wachsen in Hohlräumen. Speziell ist auch das Vorkommen einiger Minerale, die nur bei sehr hohen Temperaturen entstehen: Cristobalit und Tridymit sind Hochtemperaturmodifikationen vom Quarz, der Sanidin vom Feldspat.


Allanit
Allanit-(Ce)
Mendig
Alumohydrocalcit
Alumohydrocalcit
Graulei
Amphibol
Amphibol
Nickenich
Andradit
Andradit
Nickenich
Aragonit
Aragonit
Nickenich
Aragonit
Aragonit
Ahrbrück
Augit
Augit
Mendig
Bergkristall
Bergkristall
Klausen
Biotit
Biotit
Mendig
Bleiglanz
Bleiglanz
Gey Maubach
Calcit
Calcit
Schellkopf
Cerussit
Cerussit
Mechernich
Cordierit
Cordierit
Nickenich
Cristobalit
Cristobalit
Bellerberg
Enstatit
Enstatit
Wannenköpfe
Ettringit
Ettringit
Bellerberg
Fluorit
Kugeliger Fluorit
Bellerberg
Fluorit
Forsterit
Wartgesberg
Gismondin
Gismondin
Bellerberg
Hämatit
Hämatit
Nickenich
Hämatit nadelig
Nadeliger Hämatit
Nickenich
Hauyn
Haüyn
Mendig
Hauyn
Haüyn
Mendig
Kaersutit
Kaersutit
Radersberg
Leucit
Leucit
Emmelberg
Malachit
Malachit
Antweiler
Mullit
Mullit
Emmelberg
Magnetit
Magnetit
Niedermendig
Magnetit
Magnetit
Bellerberg
Melilith
Melilith, Apatit
Löhley
Natrolith
Natrolith
Arensberg
NephelinNephelin, Apatit
Rothenberg
NephelinNosean
Mendig
Olivin
Olivin
Dreiser Weiher
Perowskit
Perowskit
Graulei
Phlogopit
Phlogopit
Bellerberg
Pseudobrookit
Pseudobrookit
Emmelberg
Bravoit
Pyritvarietät Bravoit
Gey Maubach
Pyrochlor
Pyrochlor
Mendig
Pyromorphit
Pyromorphit
Mechernich
Pyroxen
Pyroxen
Üdersdorf

Rhönit
Nickenich

Sanidin
Emmelberg

Saphir
Bellerberg

Siderit
Rescheid

Sodalith
Nickenich

Sodalith
Nickenich

Thomsonit
Arensberg
Thorit
Mendig

Titanit
Mendig

Titanit
Mendig

Titanit
Mendig

Topas
Wannenköpfe

Tridymit
Bellerberg

Zirkon
Mendig

Zirkon, Pyrochlor
Mendig


Steinbruch Juchem

Das reiche Achat- und Mineralvorkommen im Hunsrück und in der westlich angrenzenden Saar-Nahe-Senke begründete einst die Existenz der Edelsteinschleifereien in Idar-Oberstein. Der Steinbruch Juchem zählt zu den bedeutendsten Fundstellen in der Region. Er liegt im Fischbachtal nach Niederwörresbach im Landkreis Birkenfeld. Im Steinbruch wird das vulkanische Gestein Andesit für den Straßenbau abgebaut. An bestimmten Tagen am Wochenende ist der Steinbruch an zugewiesenen Stellen für Sammler gegen Gebühr geöffnet. Die berühmten Amethystdrusen aus Juchem sind wohl den meisten Mineraliensammlern bekannt. Sie zählen aufgrund ihres Aufbaus und ihrer Farbe zu den schönsten der Welt. In den Geoden finden sich neben dem Amethyst auch andere Mineralien wie Rauchquarz, Calcit, Goethit und selten Fluorit. Bei den Achatmandeln ist meistens die ganze Geode ausgefüllt. Sie können Bitumen-Einschlüsse enthalten oder von der grünen Klinochlor-Varietät Delessit durchwachsen sein. Manche Achatmandeln sind pseudomorph zu Calcit umgewandelt. Auch zahlreiche weitere Pseudomorphosen kommen vor, zum Beispiel von Chalcedon nach Aragonit oder von Hämatit nach Calcit.



Steinbruch
im Jahr 1999

Achat,
Amethyst

Amethyst,
Achat, Quarz

Rauchquarz
Amethyst


Amethyst

Amethyst,
Rauchquarz

Amethyst
im Andesit

Calcit
Amethyst

Calcit
Amethyst

Calcit
Rauchquarz

Calcit
Amethyst

Hämatit
nach Calcit


Andere Fundstellen in Rheinland-Pfalz

Der Steinbruch Setz liegt nicht weit vom Steinbruch Juchem, auch er lieferte schönen Achat und Amethyst. Heute steht er unter Naturschutz. Die Gemeinden Baumholder und Reichweiler liegen beide an der westlichen Grenze von Rheinland-Pfalz, ganz in der Nähe von Freisen. Aus der dortigen Umgebung stammen schöne Achate. Auch aus dem Steinbruch Kuhn bei Waldhambach in der südlichen Weinstraße haben viele Achate den Weg in Sammlungen gefunden. Der bekannte Steinbruch am Ortsrand bei Rammelsbach im Landkreis Kusel lieferte für die Sammler unzählige Calcite. Typisch für diesen Fundort sind langgezogene Skalenoeder, die durch Hämatit rot gefärbt sind, oder auch Kugelcalcite. Die Calcite aus Grünstadt bei Bad Dürkheim sind aufgrund ihrer hohen Reinheit sehr klar und von honiggelber Farbe, sie werden als „Honigcalcit“ bezeichnet. Die Grube Kautenbach liegt bei Traben-Trarbach an der Mosel. Dort kommt das sehr seltene Blaubleierz vor, bei dem sich der Pyromorphit zu Bleiglanz umgewandelt hat. An der gleichen Fundstelle findet man auch den Linarit, ein Blei-Kupfer-Sulfat. Vom Basaltsteinbruch Mahlscheid bei Herdorf im Landkreis Altenkirchen (Westerwald) stammen gelbe, kugelige Calcite, die früher für Aragonite gehalten wurden. Die Grube Schöne Aussicht bei Dernbach im Westerwald ist bekannt für seltene Micromounts wie Bromargyrit, Chlorargyrit oder Iodargyrit. Ebenfalls östlich des Rheins liegt Rheinbreitbach mit den alten Gruben und der Schlackenhalde Virneberg. Dieser Ort ist die erste bekannte Fundstelle und Typlokalität für den Pseudomalachit. Aus der Grube Wolf bei Herdorf im Siegerland stammt Deutschlands schönster Rhodochrosit.



Amethyst
Steinbruch Setz
Achat aus Baumholder
Achat
Baumholder
Achat aus Baumholder
Achat
Baumholder
Achat aus Reichweiler
Achat
Reichweiler
Achat aus Waldhambach
Achat
Waldhambach
Calcit
Calcit
Rammelsbach
Calcit
Calcit
Rammelsbach
Calcit
Calcit
Grünstadt
Calcit
Blaubleierz
Kautenbach
Calcit
Linarit
Kautenbach
Calcit
Calcit
Mahlscheid

Iodargyrit
Dernbach

Aragonit
Rheinbreitbach

Brochantit
Rheinbreitbach

Cuprit
Rheinbreitbach

Jarosit
Rheinbreitbach

Posnjakit
Rheinbreitbach

Pseudomalachit Rheinbreitbach

Rhodochrosit
Grube Wolf
 


Saarland


Freisen

In der Saar-Nahe-Region, zu der auch Teile von Rheinland-Pfalz und Idar-Oberstein gehören, gibt es zahlreiche Fundstellen für Achat. Mit der Autobahnbaustelle der A62 bis zur Anschlussstelle Freisen im Jahr 1973 erschloss sich ein Eldorado für Sammler. Auch der nahe liegende Steinbruch Hellerberg zählt dazu. Dieser ist bekannt für das Zeolithmineral Chabasit oder für nadeligen Goethit. Die Achatmandeln aus Freisen zeigen schöne Pastellfarben und feine Bänderungen. Manche Mandeln sind nicht gefüllt, die Drusen sind mit Rauchquarz- oder Amethystkristallen besetzt. Der Bau eines Windrades auf der Freisener Höhe im Jahr 2000 brachte aus dem Aushub des Fundamentes besonders schöne Achate hervor. Im Edelsteindorado in Freisen kann man gegen eine Gebühr auf einem aufgeschlossenen Grundstück nach Achaten suchen.



Achat
Windrad

Achat
Ackerfund

Achat
Edelsteindorado

Achat
Autobahnbau

Achat
Autobahnbau

Chabasit
Hellerberg

Chabasit, Rauchquarz
Hellerberg

Goethit, Quarz
Hellerberg

Goethit
Hellerberg


Andere Fundstellen im Saarland


Die Teufelskanzlei am Leistberg bei der saarländischen Gemeinde Oberthal lieferte unverkennbare Sternachate. Der Achat wächst in Hohlräumen von Ryolithknollen. Ist die Mandel nicht vollständig gefüllt, wachsen in der Druse zum Beispiel Quarz oder Calcit. Einsickernder Hämatit färbt die Achate rot. Die Grube Camphausen bei Fischbach-Camphausen und die südlich davon gelegene Dudweiler Grube brachten natürlich gewachsene Kristalle von Salmiak zu Tage. Diese können durch Schwefel auch gelb gefärbt sein.



Achat
Leistberg

Salmiak
Camphausen



Hessen

Der Eisenerz-Bergbau im Lahn-Dill-Gebiet ist seit dem 12. Jahrhundert dokumentiert. Später wurden auch Blei-, Kupfer-, Nickel-, Silber- und Zinkerze abgebaut. Hämatit förderte man zum Beispiel in der Region Solms-Oberbiel bei Wetzlar. Am Dünsberg bei Biebertal nördlich von Wetzlar wird das seltene Aluminiumphosphat Variscit gefunden. Wieder etwas weiter nördlich liegt die Hagen Grube bei Dillenburg, aus der besonders lange, nadelförmige Kristalle des seltenen Nickelminerals Millerit geborgen wurden. Der Kalksteinbruch Steeden bei Limburg an der Lahn liefert schönen Calcit, der auch komplett in Hämatit umgewandelt sein kann. Solche Pseudomorphosen werden als „Eisenrahm“ bezeichnet. In Nordhessen an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen liegt der Kalksteinbruch Rohde bei Adorf im Landkreis Waldeck-Frankenberg. Neben Baryt, Calcit, Dolomit, Gips oder Pyrit ist von dort den Sammlern vor allem der Markasit bekannt, der einen tafeligen, flach gewölbten Habitus zeigt. Der Steinbruch am Gaulsberg bei Ortenberg zählt noch zum Vogelsberg, er liegt am südwestlichen Rand dieses alten Vulkangebietes. Im vulkanischen Basalt kommen dort in zahlreichen Steinbrüchen typische Minerale wie Natrolith, Phillipsit oder Thomsonit vor. Etwa 30 Kilometer östlich von Frankfurt liegt der Steinbruch Schmitt bei Altenmittlau, in dem hervorragend auskristallisierter Azurit in kugeligen Kristallaggregaten gefunden wird. Aus dem Braunkohletagebau Zimmersrode bei Borken südlich von Kassel stammt Gips in gut ausgebildeten Kristallen. Das Kaliwerk Neuhof-Ellers südlich von Fulda liefert den wohl schönsten Halit aus Deutschland.



Hämatit
Cleeberg

Variscit
Dünsberg

Millerit
Hagen Grube

„Eisenrahm“
Stbr. Steeden

Markasit
Adorf

Natrolith
Gaulsberg

Thomsonit
Vogelsberg
Phillipsit
Vogelsberg

Azurit
Altenmittlau

Gips
Borken

Gips
Borken

Gips
Borken

Halit
Neuhof-Ellers



Bayern

Der Bergbau im Wölsendorfer Revier in der Oberpfalz lässt sich nachweislich bis ins 12. Jahrhundert zurückverfolgen. Abgebaut wurde vor allem Flussspat, der gelb oder dunkelviolett gefärbt ist. Die schwarze Fluorit-Varietät Antozonit verbreitet beim Zerschlagen einen stechenden Geruch, dabei entstehen geringste Mengen Fluor, aber auch Fluorwasserstoff und Ozon. Es riecht beim Anschlagen oder Zersägen so stechend, dass Bergleute früher davon erbrechen mussten. Sie nannten den Antozonit auch „Stinkspat". Das Wölsendorfer Revier ist auch reich an anderen Mineralien und Erzen wie Baryt, Calcit, Chalkopyrit oder Quarz. Der Bergbau wurde 1987 eingestellt. Hagendorf-Süd mit der Grube Cornelia und Hagendorf-Nord mit der Grube Meixner sind zwei dicht nebeneinander liegende Gruben eines Pegmatitvorkommens in der Oberpfalz bei Waidhaus. Sie zählen zu den mineralreichsten Fundstellen in Deutschland. Dort kommt zum Beispiel das Cadmiummineral Greenockit vor. Es wurden auch seltene Phosphate gefunden, zum Beispiel Heterosit, Kakoxen, Phosphosiderit, Phosphophyllit, Rockbridgeit oder Strengit, sowie ein Erstfund des Minerals Strunzit, das nach dem berühmten, in der Oberpfalz geborenen Mineralogen Karl Hugo Strunz benannt ist. In der ehemaligen Grube Bayerland bei Waldsassen in der Oberpfalz wurde früher Pyrit gefördert. Von dort stammt auch schöner Limonit in der Varietät „Brauner Glaskopf“. Ebenfalls geschlossen ist der Steinbruch Zeilberg bei Maroldsweisach in Unterfranken, in dem Zeolithe wie Analcim, Chabasit, Gismondin, Natrolith oder Stilbit gefunden wurden. Der Zwingau Schacht bei Pfaffenreuth im Landkreis Passau ist eine Quelle für schwarzen Graphit, der in Bleistiftminen eingesetzt wird.



Baryt
Wölsendorf

Fluorit
Wölsendorf

Greenockit
Hagendorf-Süd

Heterosit
Hagendorf-Süd

Kakoxen
Hagendorf-Süd

Phosphosiderit
Hagendorf-Süd

Phosphophyllit
Hagendorf-Süd

Rockbridgeit
Hagendorf-Süd

Strengit
Hagendorf-Süd

Strunzit
Hagendorf-Süd

Limonit
Waldsassen

Analcim
Stbr. Zeilberg

Aragonit
Stbr. Zeilberg

Chabasit
Stbr. Zeilberg

Gismondin
Stbr. Zeilberg

Gyrolith
Stbr. Zeilberg

Montmorillonit
Stbr. Zeilberg

Natrolith
Stbr. Zeilberg

Stilbit
Stbr. Zeilberg

Thaumasit
Stbr. Zeilberg

Graphit
Pfaffenreuth



Sachsen


Erzgebirge

Das Erzgebirge ist ein größeres Mittelgebirge, das Teile von Sachsen in Deutschland und von Böhmen in Tschechien umfasst. Der Bergbaudistrikt um Freiberg macht den nordöstlichen Teil des Erzgebirges aus. Dieser stellt einer der größten Erzlagerstätten in Europa dar. Die Bergbauakademie Freiberg wurde 1765 zur Ausbildung von Bergleuten gegründet. Sie besteht noch heute unter dem Namen Technische Universität Bergakademie Freiberg. An ihr arbeiteten zahlreiche berühmte Mineralogen, Friedrich August Breithaupt leitete die Akademie ab 1826 40 Jahre lang. Der Bergbau in Freiberg ist seit dem 12. Jahrhundert dokumentiert. Die Bergwerke wurden 1969 stillgelegt. Im Erzgebirge gibt es zahlreiche weitere Bergbaureviere: 50 Kilometer südwestlich von Freiberg liegt bei der Stadt Schneeberg das Revier Schlema-Alberoda-Hartenstein. Aus dieser Uranerz-Lagerstätte stammen Silbererze wie Proustit und die bekannten Silberstufen, die aus Arsen herausgeätzt werden. 15 Kilometer südöstlich von Schneeberg liegt Pöhla, das unter anderem durch seinen honiggelben Baryt bekannt ist. Etwas weiter östlich kommt man zum Annaberg-Revier. Das Gebiet um die heutige Stadt Annaberg-Buchholz war früher ein Zentrum zur Gewinnung von Silbererzen. Nur wenig nördlich von Annaberg-Buchholz liegt Ehrenfriedersdorf, wo schöner Fluorit oder Kassiterit vorkommen. Es ist unmöglich, alle Mineralien des Erzgebirges aufzuzählen. Hier werden nur ein paar wenige beispielhaft gezeigt.



Bleiglanz
Halsbrücke Freiberg

Pyromorphit
Halsbrücke Freiberg

Sphalerit, Fluorit
Freiberg

Erythrin
Schneeberg

Romanèchit
Schneeberg

Arsen, Silber
Schlema

Bornit
Schlema

Bornit
Schlema

Chalkopyrit
Schlema

Nickelskutterudit
Schlema

Proustit
Schlema

Rotnickelkies
Schlema

Siderit
Schlema

Siderit
Schlema

Wismut
Schlema

Allargentum
Hartenstein

Calcit
Hartenstein

Dolomit
Hartenstein

Molybdänit
Hartenstein

Federwismut
Hartenstein

Baryt
Pöhla

Calcit, Fluorit
Pöhla

Fluorit
Pöhla

Fluorit, Siderit
Ehrenfriedersdorf

Kassiterit
Ehrenfriedersdorf

Chalkopyrit, Siderit
Ehrenfriedersdorf

Scheelit
Zinnwald

Zinnwaldit, Kassiterit
Zinnwald

Natrolith
Hammerunterwiesenthal

Thomsonit
Hammerunterwiesenthal


Weitere Fundstellen in Sachsen

Im Erzgebirgsbecken zwischen Zwickau und Chemnitz gibt es bei St. Egidien eine Fundstelle, die heute auf Privatbesitz liegt. Von dort stammen die berühmten Achate, die in Ryolithknollen eingewachsen sind. Auch Jaspis wird in St. Egidien gefunden. Das Vogtland grenzt westlich an das Erzgebirge. In den Stollen bei Neuensalz findet man Quarz-Calcit-Uranerz-Gänge. Der Autunit ist nur ein Beispiel für die Uranmineralien, die dort vorkommen. Aus den Kieferschieferbrüchen um Altmannsgrün stammt der Wavellit, der kugelig-strahlige Kristallaggregate bildet. Berühmt ist auch der Topas vom Schneckenstein. August der Starke ließ im 18. Jahrhundert den Topas abbauen und zu Edelsteinen verschleifen. 1937 wurde der Felsen unter Naturschutz gestellt. Nordwestlich von Chemnitz liegt Callenberg. Aus der ehemaligen Grube fand früher Krokoit den Weg in die Sammlungen. Zu Zeiten der DDR wurden dort vor allem Nickelerze im Tagebau abgebaut, heute ist die Stelle ein Naturschutzgebiet und steht unter Wasser.



Achat
St. Egidien

Autunit
Neuensalz

Wavellit
Altmannsgrün

Topas
Schneckenstein

Topas
Schneckenstein

Krokoit
Callenberg



Sachsen-Anhalt

Das bei Sammlern bekannte und speziellste Mineral aus Sachsen-Anhalt ist wohl der Boracit. Das Bormineral wird in gut ausgebildeten Kristallen in der Grube Gröna bei Bernburg an der Saale gefunden. Es kommen dort zahlreiche Formen des kubischen Systems wie Würfel, Rhombendodekaeder oder Tetraeder vor. Die Farben der Kristalle reichen von farblos, über Grau bis Schwarz oder sogar Grün. Die Ziegelei Vehlitz bei Gommern lieferte früher Gipsrosen und schönen, oktaedrischen Pyrit in Tonseptarien. Heute herrscht dort Sammelverbot. Der südöstliche Harz mit dem Mansfelder Revier gehört zum Landkreis Mansfeld-Südharz. Geologisch besteht das Gebiet aus Kupferschiefer, der häufig von Kupfermineralen wie Chalkopyrit oder Malachit und auch von Zinkmineralen wie Serpierit oder Zinkit durchzogen ist. Diese haben sich darin sekundär oder auch als Schlackenminerale gebildet.



Boracit
Bernburg

Boracit
Bernburg

Pyritoktaeder
Ziegelei Vehlitz

Connellit
Mansfelder Revier

Malachit, Chalkopyrit
Mansfelder Revier

Spangolith
Mansfelder Revier

Zinkit, Serpierit
Mansfelder Revier



Thüringen

In der Umgebung von Jena kommt an mehreren Stellen Coelestin vor, der aus Fasergips durch eine Pseudomorphose entstanden ist. Er findet sich in Bändern, die von Mergel und Lehm umgeben sind. Die Vorkommen bei Dornburg waren schon Johann Wolfgang von Goethe bekannt. Eine weitere Fundstelle gibt es zum Beispiel auch südlich von Jena bei Göschwitz. Die Grube Merkers bei Bad Salzungen liefert vor allem Kalisalz. Von dort stammt auch blauer Halit. Das Blau in der Durchsicht entsteht durch Gitterfehler im Kristallaufbau. In der Kupfergrube Stedtfeld in Eisenach wurden vor allem im 16. und 17. Jahrhundert Kupfer- und Silbererze abgebaut. Schon Johann Wolfgang von Goethe hatte Mineralien und Erze von dieser Lokalität in seiner Sammlung. Mit der Bezeichnung „Kupfergrün“ bezeichnete er wahrscheinlich den Konichalcit und nicht den Dioptas. Das Kamsdorfer Revier im Thüringer Schiefergebirge zieht sich bis Saalfeld. Dort zeugen noch alte Halden vom ehemaligen Bergbau, der erstmals im Jahr 1438 dokumentiert ist. Es wurden vor allem Eisenerze abgebaut, in geringerem Umfang auch Kupfer-, Nickel-, Cobalt und Silbererze. Im Steinbruch Henneberg bei Wurzbach wird Granit abgebaut. Von dort stammen einige seltene Minerale wie Beryllsonnen oder Torbernit. Wittmannsgereuth ist ein altes Eisenerzlager auf der Saalfelder Höhe, wo sich heute noch Schlackenhalden befinden. In der Grube Ilfeld bei Harztor im Südharz wurde das Mineral Manganit im Jahr 1827 erstmals gefunden.



Coelestin n. Gips
Dornburg

Halit
Grube Merkers

Azurit
Grube Stedtfeld

Erythrin
Grube Stedtfeld

Konichalcit
Grube Stedtfeld

Chalkanthit
Kamsdorf

Chalkanthit
Kamsdorf

Malachit n. Chalkopyrit
Kamsdorf

Torbernit
Stbr. Henneberg

Chalkopyrit
Wittmannsgereuth

Manganit
Ilfeld



Niedersachsen

Harz

Der Bergbau im Harz begann wahrscheinlich schon in der Bronzezeit, er ist seit dem 3. Jahrhundert nach Christus dokumentiert. Im Harz wurde 1632 zum ersten Mal Schwarzpulver als Sprengmittel für den Bergbau getestet und eingesetzt. Das Mittelgebirge ist etwa 90 Kilometer lang und 30 Kilometer breit. Der Oberharzer Gangbezirk mit Clausthal-Zellerfeld im Zentrum und der Gangbezirk bei St. Andreasberg liefern Buntmetallerze wie Bleiglanz, Chalkopyrit oder Zinkblende. Für das Bariummineral Harmotom ist St. Andreasberg Typlokalität. Prismatischer Calcit ist nur noch aus alten Sammlungen zugänglich. Solche Stücke sind relativ teuer und bei Calcit-Sammlern sehr begehrt. Der Gabbrosteinbruch im Oberharz südlich von Bad Harzburg ist Teil des Gabbromassivs, in dem zahlreiche Erze wie Löllingit oder Pyrrhotin in massiven Erzgängen vorkommen. Auch Quarzgänge mit den entsprechenden Begleitmineralen treten auf. Nur ein paar Kilometer weiter westlich am Okerstausee befindet sich die Schlackenhalde Silberberg bei Schulenberg. Von dort stammen zahlreiche Schlackenminerale wie Caledonit, Connellit oder Devillin. An dieser Fundstelle wurde auch der Schulenbergit erstmals entdeckt. Die Herzog-Juliushütte bei Astfeld im Landkreis Goslar ist eine ehemalige Schlackenhalde. Sie liegt unterhalb des Granestausees am Nordrand des Harzes. Minerale wie Anglesit, Boleit, Cumengeit, Massicotit, Langit oder Serpierit sind für den Micromounter interessant. Die Ochsenhütte ist eine ehemalige Halde direkt am Granestausee.



Calcit
St. Andreasberg

Calcit
St. Andreasberg

Harmotom
St. Andreasberg

Calcit – Phantome
Bad Grund

Chalkopyrit
Bad Grund

„Glaskopf“ Hämatit
Bad Lauterberg

Löllingit
Bad Harzburg

Periklas
Bad Harzburg
Aragonit, Devillin
Schulenberg
Caledonit
Schulenberg
Connellit
Schulenberg
Schulenbergit
Schulenberg

Anglesit
Juliushütte

Boleit
Juliushütte

Cumengeit
Juliushütte

Cumengeit
Juliushütte

Gips, Aragonit
Juliushütte

Massicotit
Juliushütte

Serpierit
Juliushütte

Kupfer, Cerussit
Ochsenhütte

Langit, Serpierit
Ochsenhütte


Weitere Fundstellen in Niedersachsen


Im Kalksteinbruch Wöltjebuche in der Nähe von Springe bei Hannover wurde blauer Coelestin gefunden, der fast wie ein Saphir aussieht. Der Gips mit Sanduhr-Struktur stammt von der ICE-Baustelle bei Wolfsburg. Das Dreieck zwischen Hannover, Hildesheim und Braunschweig ist vom Salzbergbau geprägt. Der würfelförmige Halit aus dem Salzbergwerk Asse im Landkreis Wolfenbüttel wird an vielen Mineralienbörsen angeboten. Bei Salzgitter gab es früher bedeutende Eisenerz-Minen im Tagebau. Das Eisenerz war nicht so ergiebig, es wurde daher als Zuschlag in Hochöfen eingesetzt. Im hellen Mergel von Misburg bei Hannover wächst der wohl schönste Markasit der Welt.



Coelestin
Springe

Gips
Wolfsburg

Halit
Wolfenbüttel

Halit, Sylvin
Wathlingen

Limonit
Salzgitter

Markasit
Misburg



Nordrhein-Westfalen

Calcit als Kanonenspat oder größere Pyrit-Kristalle aus dem Steinbruch Holzen im Sauerland sind heute eine Rarität. Dort ist das Sammeln wie auch im Steinbruch Becke-Oese bei Iserlohn im Bezirk Arnsberg verboten. Calcit und Chalkopyrit von dort haben aber den Weg in viele Sammlungen gefunden. Bei Ramsbeck wurden früher Blei- und Zinkerze wie Galenit und Boulangerit oder Hemimorphit und Sphalerit gefördert. In Sammlungen befinden sich häufig auch Baryt, Cerussit, Dolomit, Millerit, Pyromorphit, Quarz, Rosasit oder Ullmanit aus dieser ergiebigen Quelle. Heute ist dort ein Besucherbergwerk eingerichtet. Der Kalksteinbruch Kallenhardt im Landkreis Soest lieferte radialstrahligen Malachit oder Quarz-Doppelender. Bekannt ist auch der zu Limonit verwitterte Pyrit aus Extertal im Kreis Lippe, der die seltene Zwillingsbildung „Eisernes Kreuz“ zeigt. Die schönsten deutschen Honigblenden kommen aus dem Steinbruch Schretzmair bei Nümbrecht. Die Kristalle aus diesem Steinbruch zeigen sehr ungewöhnliche Wachstumsformen. Etwa 20 Kilometer westlich davon liegt die Grube Lüderich bei Untereschbach, aus der ebenfalls Honigblenden, sowie weitere Mineralien wie Bleiglanz bekannt sind. Von der Zinkhütte Genna bei Iserlohn stammen zahlreiche seltene Zinkmineralien wie Serpierit, Zinkaluminit und auch Zink gediegen, einige von dort gelten als Schlackenminerale. Zink gediegen findet man im Sauerland auch auf der Zinkhalde Ruschenberg bei Neheim-Hüsten. Die Zeche Alstaden in Oberhausen ist eine alte Steinkohlelagerstätte. Der dort gefundene Salmiak ist durch den Schwefel aus der Kohle oft gelb gefärbt.



Calcit
Holzen

Pyrit, Dolomit
Holzen

Calcit
Becke-Oese

Calcit
Becke-Oese

Chalkopyrit
Becke-Oese

Dolomit, Sphalerit
Becke-Oese

Boulangerit
Ramsbeck
Cerussit
Cerussit
Ramsbeck

Dolomit, Sphalerit
Ramsbeck

Hemimorphit
Ramsbeck

Rosasit
Ramsbeck

Sphalerit
Ramsbeck

Malachit
Stbr. Kallenhardt

Quarz
Stbr. Kallenhardt

Pyrit
Extertal

Sphalerit
Stbr. Schretzmair

Sphalerit
Stbr. Schretzmair

Zink gediegen
Ruschenberg

Zinkit
Ruschenberg

Galenit
Grube Lüderich

Sphalerit
Grube Lüderich

Zinkaluminit
Zinkhütte Genna

Serpierit auf Zinkit
Zinkhütte Genna

Salmiak, Schwefel
Oberhausen



Mecklenburg-Vorpommern

In den Kreidefelsen auf Rügen sind bis zu 20 Zentimeter große, kugelartige Aggregate eingeschlossen. Die Knollen fallen manchmal auf den Strand. Allerdings ist das Sammeln unterhalb des Kreidefelsens lebensgefährlich. Markasitknollen können in Rügen auch an anderen Stränden gefunden werden. Sie sind häufig durch das Salzwasser der Ostsee verwittert. Der Markasit kann auch um einen Feuerstein herum wachsen.



Markasit
Rügen




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