Smithsonit, Zinkspat
engl. Smithsonite
Nach dem englischen Mineralogen J. Smithson (1765–1829)
Formel
Stoffgruppe
Farbe

Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
ZnCO3
Carbonate
farblos, weiß, rosa, gelb, orange, braun, rot, grün, blau, braun, rot
weiß
Glas-, Fett-, Perlmutterglanz
durchsichtig bis durchscheinend
4,5
4,45 g/cm³
vollkommen
uneben, muschelig

trigonal
ditrigonal-skalenoedrisch
SmithsonitLupe
Eigenschaften
Varietäten
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung

Eigenschaften

Smithsonit ist ein Zinkmineral, das in reiner Form farblos ist. Durch Fremdbeimengungen erreicht das Mineral eine hohe Farbenvielfalt. Limonit färbt den Smithsonit zum Beispiel braun, Hämatit rot. Smithsonit lässt sich mit dem Messer noch ritzen. Charakteristisch sind rhomboedrische Kristalle mit einem fettigen oder glasigen Glanz. Traubige oder stalaktitische Aggregate haben Perlmutterglanz. Manche Smithsonite zeigen unter langwelligem UV-Licht eine gelbe und bei kurzwelligem UV-Licht eine grüne, rosafarbene oder bläuliche Fluoreszenz. Das Mineral löst sich in warmer Salzsäure unter Kohlenstoffdioxid-Entwicklung. In Ammoniakwasser löst es sich ebenfalls, wenn Ammoniaksalze vorliegen. Vor dem Lötrohr schmilzt es nicht, wird aber rissig. Auf der Kohle bildet sich ein gelber Zinkoxid-Belag, der beim Abkühlen weiß wird.


Gelber Smithsonit
Lupe
Gelber Smithsonit auf Dolomit aus der Monte Christo Mine bei Rush in Arkansas
Blauer Smithsonit
Lupe
Blauer Smithsonit aus der Hilarion Mine in Laurion, Griechenland
Smithsonit
Lupe
Smithsonit vom Bergbau Obernberg in Tirol, Österreich
Varietäten und Pseudomorphosen

Eisenzinkspat ist ein eisenhaltiger Smithsonit. Manganzinkspat enthält Mangan-Ionen als Fremdbeimengung. Diese sind für die Fluoreszenz verantwortlich. Die Farbenvielfalt wird durch den Einbau weiterer Ionen erzeugt: Cobalt-Ionen verursachen Rosa oder Violett, Kupfer-Ionen Blaugrün oder Grün und Cadmium-Ionen ein intensives Gelb. Smithsonit tritt pseudomorph nach Aragonit, Azurit, Calcit, Coelestin, Dolomit und Sphalerit auf.

Kristallformen und Wachstum

Smithsonit kristallisiert nach dem trigonalen System: Basispinakoid, Prismen, Rhomboeder und Skalenoeder bilden die Kristallformen. Man findet auch derbe, feinkörnige, traubige, kugelige, nierige, stalaktitische oder schalige Aggregate. Der Smithsonit ist häufig mit Calcit oder Dolomit vergesellschaftet.


Geschichte

Früher hielt man den Hemimorphit und den Smithsonit für ein einziges Mineral und nannte dieses „Galmei“. Manchmal war auch Hydrozinkit darin enthalten. Der französische Mineraloge François Sulpice Beudant (1787–1850) benannte das Mineral 1832 nach dem englischen Mineralogen J. Smithson (1765–1829), weil dieser als erster den Unterschied erkannt hatte.


Vorkommen

Smithsonit kommt in der Oxidationszone von Zinkerz-Lagerstätten vor. Am bekanntesten sind die Smithsonite aus Tsumeb in Namibia. Er findet sich aber auch im griechischen Laurion, am Bleiberg in Kärnten, bei Tarnowitz in Schlesien, bei Broken Hill in Australien oder bei Magdalena in New Mexiko USA. Die Monte Christo Mine bei Rush im US-amerikanischen Bundesstaat Arkansas liefert Smithsonite mit knallgelber Farbe.


Verwendung

Das Mineral Smithsonit ist zusammen mit der Zinkblende ein bedeutendes Erz zur Gewinnung von Zink. Es wird von Mineraliensammlern gesammelt und gelegentlich zu Schmucksteinen verarbeitet
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