Vesuvianit, Vesuvian
engl. Vesuvianite
Nach den griechischen Wörtern dia („durch“) und opsis („das Sehen“)
Formel

Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
(Ca,Na)19(Al,Mg,Fe)13(SiO4)10
(Si2O7)4(OH,F,O)10
Silicate
gelb, gelbbraun, braun, grün, blau
weiß
Glasglanz, Bruchflächen Fettglanz
durchsichtig bis durchscheinend
6,5
3,4 g/cm³
keine
uneben splittrig

tetragonal
ditetragonal-dipyramidal
VesuvianitLupe
Eigenschaften
Varietäten
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung

Vesuvianit
Lupe
Mehrfarbiger Vesuvianit vom Felskinn bei Saas Fee im Schweizer Wallis
Vesuvianit
Lupe
Vesuvianitkristalle mit großen Basisflächen, Bellecombe, Aosta, Italien
Vesuvianit
Lupe
Vesuvianit, mit Zwillingen vom Felskinn bei Saas Fee im Wallis
Magnetit mit Vesuvianit
Lupe
Magnetit auf Vesuvianit aus Khogyani in Afghanistan
Eigenschaften

Das Mineral Vesuvianit ist auch unter der Bezeichnung Vesuvian bekannt. Es kommen viele Farben vor. Ein Vesuvianit ist fast so hart wie ein Quarz. Im Vergleich zum ähnlichen Epidot hat der Vesuvianit kaum eine Spaltbarkeit, er splittert leicht beim Spalten. Die Kristalle zeigen beim Vesuvianit tendenziell breitere Flächen. In Salzsäure ist er nur schwach löslich, vor dem Lötrohr schmilzt er unter Aufblähen. Beim Erhitzen im Reagenzglas lässt sich das Entweichen von Wasser beobachten.


Varietäten

Die chemische Zusammensetzung kann stark variieren, daher zeigt das Mineral eine hohe Farbenvielfalt. Die himmelblaue Varietät aus Norwegen bezeichnet man als Cyprin, der Californit stellt eine grüne Varietät dar.


Kristallformen und Wachstum

Der Vesuvianit kristallisiert nach dem tetragonalen System. Basispinakoid, Prismen und Dipyramiden bilden die Kristallformen. An der Kristalltracht bei den Stücken vom Lake Jaco in Mexiko kann man diese drei Formen gut erkennen. Der Habitus der Kristalle ist kurz- bis langprismatisch, wobei gerne breite Basisflächen ausgebildet werden. Die Kristalle sind nach der Längsrichtung gestreift. Es kommen auch körnige oder derbe Aggregate vor. Das Mineral ist unter anderem mit Mineralien aus der Granat-Gruppe, mit Diopsid, Epidot oder Calcit vergesellschaftet.


Geschichte

Der deutsche Mineraloge Abraham Gottlob Werner (1749–1817) benannte das Mineral um 1795 nach dem damals einzigen bekannten Fundort in Predazzo am Vesuv.


Vorkommen

Als Typlokalität gilt Predazzo am Vesuv. Vesuvianit findet sich in alpinen Klüften, zum Beispiel am Felskinn bei Saas Fee im Schweizer Wallis oder im italienischen Piemont. Aus Khogyani in der afghanischen Provinz Nangarhar stammt oktaedrischer Magnetit, der auf gelben Vesuvianitkristallen sitzt.


Verwendung

Klare und farbige Kristalle werden zu Schmucksteinen verschliffen. Bei Sammlern sind vor allem die farbigen Vesuvianitkristalle aus den alpinen Klüften bekannt.
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