engl. Magnetite


„Magneteisenstein“ mit Eisenpulver: Hämatit?


Martit: Hämatit pseudomorph nach Magnetit, Black Rock, Utah, USA


Kombination kubischer Formen aus Minas Gerais


Magnetit aus Diamantina, Minas Gerais, Brasilien


Oktaeder und Würfel vom Felskinn in Saas Fee


Magnetit aus Cerro Huañaquino, Potosí, Bolivien


Magnetit auf Epidot, Diopsid und Klinochlor, Marki Khel, Spin Ghar, Khogyani, Afghanistan
Eigenschaften
Der Magnetit gehört wie der
Hämatit zu den Eisenoxiden. Typisch für den Magnetit sind perfekte, oktaedrische Kristalle, die mehrere Zentimeter erreichen können. Das Mineral hat eine relativ hohe Dichte und auch eine hohe Härte, kennzeichnend sind seine ferromagnetischen Eigenschaften. Gepulverter Magnetit ist in Säuren löslich. Beim starken Erhitzen mit der Oxidationsflamme vor dem Lötrohr oder über dem Brenner gehen die ferromagnetischen Eigenschaften verloren. Beim Erhitzen über die Curie-Temperatur von 578 °C wird der Magnetit paramagnetisch.
Hinweis: Die im Handel erhältlichen „Magneteisensteine“ sind wohl meistens künstlich durch das Magnetisieren von Hämatit hergestellt.
Pseudomorphosen und Varietäten
Durch Pseudomorphose kann sich der Magnetit in
Hämatit umwandeln. Diese Varietät wird als
Martit bezeichnet. Es sind auch Pseudomorphosen Epidot, Siderit, Smithsonit oder Sphalerit nach Magnetit bekannt.
Titanomagnetit ist eine Varietät, die aus dem Mischmineral Magnetit und Ulvit (Fe
2TiO
4) besteht. Ein Magnetit kann Mischkristalle mit einem
Magnesioferrit bilden. Dieses Mineral enthält im chemischen Aufbau noch Magnesium-Ionen.
Kristallformen und Wachstum
Der Magnetit bildet die typischen Kristalle des
kubischen Systems: Oktaeder sind häufig, Rhombendodekaeder, Würfel (Hexaeder) oder die Kombinationen der Formen untereinander sind seltener. Der Magnetit zählt aufgrund seiner Kristallstruktur zu den Mineralen der
Spinell-Gruppe. Die Kristalle kommen auch als Einkristalle und als Schwimmer vor. Durchdringungszwillinge bei den Oktaedern erkennt man an den typischen Streifungen. Ein Beispiel dafür ist auf dem Titelfoto ganz oben zu sehen. Als Erz wird der Magnetit in derben, dichten oder körnigen Aggregaten abgebaut. Magnetit tritt zusammen mit Apatit, Chalkopyrit, Chromit, Hämatit, Ilmenit, Pentlandit, Pyrit, Pyrrhotin, Rutil, Sphalerit oder Ulvit auf.
Geschichte
Nach der griechischen Sage soll der Hirte Magnes als erster einen natürlichen Stein mit magnetischen Eigenschaften gefunden haben. Eine andere Herkunftsmöglichkeit des Namens bezieht sich auf die griechische Landschaft Magnesia.
Georgius Agricola (1494–1555) verwendete den Begriff „Magnetstein" 1550 in seinem bekannten Werk
De Re Metallica als Zutat für die Glasherstellung. Der Mineralname Magnetit wurde 1845 von Wilhelm Karl Ritter von Haidinger (1795–1871) geprägt.
Vorkommen
Magnetit findet man vereinzelt in alpinen Klüften, zum Beispiel im Schweizer
Binntal oder am
Felskinn in Saas Fee. In den Alpen kommt das Mineral eingesprengt in Gesteinen wie Chloritschiefer, Serpentinit, Talkschiefer oder Amphibolit vor. Bekannt sind zum Beispiel auch die Funde vom Furtschaglhaus im Schlegeisgrund im österreichischen
Zillertal oder auch die vom Hopffeldboden im
Obersulzbachtal. Aus Marki Khel, Spin Ghar, Khogyani in der afghanischen Provinz Nangarhar stammt oktaedrischer Magnetit, der häufig verzwillingt ist. Die Magnetitkristalle bilden einen fantastischen Kontrast zum farbigen „Kristallrasen“ aus
Epidot, Diopsid und Klinochlor.
Darüber hinaus ist das Mineral Magnetit in verschiedenen magmatischen und metamorphen Gesteinen vorhanden. Zu den schönsten, magmatisch entstandenen Kristallstufen der Welt zählen die oktaedrischen Aggregate
aus Cerro Huañaquino im Departamento Potosí in Bolivien. Auch in der Vulkaneifel in Deutschland ist der Magnetit in zahlreichen Ausprägungsformen zu finden. Sehr bekannt sind auch die im grauen bis leicht grünlichen Schiefer eingeschlossenen Magnetite aus Diamantina im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais. Auch im US-Bundesstaat New Jersey werden Magnetite gefunden, zum Beispiel in Franklin Mine oder in Sterling Hill.
In Fluss-Sedimenten oder an Sandstränden bildet Magnetit den schwarzen Magnetitsand, der von einem Magneten angezogen wird. Der schwarze, magnetische Sand ist aufgrund seiner hohen Dichte oft ein Anzeiger, dass sich an den gleichen Stellen
Seifengold befindet (sofern der Oberlauf des Flusses goldhaltiges Gestein durchquert hat). Ist der schwarze Sand nicht magnetisch, kann es sich um das Titanmineral
Ilmenit handeln. Abbauwürdige Erzvorkommen finden sich im schwedischen Kiruna, im Ural, in New Jersey oder in Labrador.
Verwendung
Magnetit ist ein bedeutendes Eisenerz und wird in der Elektroindustrie benötigt. Das Vorkommen magnetischer Erze in Gesteinen wie Magnetit oder Ulvit ermöglicht
geologische Untersuchungen über die Orientierung des Erdmagnetfeldes.