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Zentralschweiz: Uri / Obwalden / Schwyz


Gotthard


Das Gotthardmassiv macht einen erheblichen Teil des Kantons Uri aus, die Südflanke liegt im Kanton Tessin und im Südosten grenzt es an den Kanton Graubünden. Der zentral in der Mitte gelegene Pizzo Centrale ist mit 2999 Höhenmeter einer der höchsten Gipfel des Massivs. Er ist bekannt für schönen Adular und Bergkristall. Aus den Bauarbeiten im Gotthard-Strassentunnel kam nur wenig Material auf den offiziellen Markt. Darunter waren einige Bergkristalle, die zu einem Gwindel ausgebildet waren oder bizarre Wachstumsformen zeigten, dann auch Arsenopyrit, Pyrit, Calcit in Fingernagelform, Ankerit und Dolomit sowie nadeliger Rutil. Sehr schöner Arsenopyrit stammt aus Hospental am Gotthardpass. Die Kristalle dieses Erzes, das häufig Zwillinge oder Drillinge bildet, erreichten bei Funden aus dem Gotthardtunnel bis sieben Zentimeter Länge. Der Intschi Tobel ist die Schlucht der Reuss unterhalb von Intschi und oberhalb von Erstfeld am Gotthardpass. Dort werden schöner Bergkristall, Fadenquarz, sowie Albit, Apatit, Anatas, Brookit oder Rutil gefunden.


Adular
Pizzo Centrale (links)

Tessiner Seite
Adular
Adular

Pizzo Centrale
Bergkristall vom Pizzo Centrale
Bergkristall

Pizzo Centrale
Ankerit
Ankerit

Gotthardtunnel
Bergkristall
Bergkristall

Gotthardtunnel
Arsenopyrit
Arsenopyrit

Gotthardtunnel
Calcit
Calcit

Gotthardtunnel
Pyrit, Dolomit
Pyrit

Gotthardtunnel
Rutil, Calcit
Rutil, Calcit

Gotthardtunnel
Arsenopyrit
Arsenopyrit

Hospental
Fadenquarz
Bergkristall

Intschi Tobel
Fadenquarz
Fadenquarz

Intschi Tobel
Fadenquarz
Albit, Anatas

Intschi Tobel
Fadenquarz
Anatas

Intschi Tobel



Göscheneralp, Voralptal


Oberhalb der Göscheneralp gibt es Klüfte zwischen dem Gletschhorn und dem Winterstock, die rosa Fluorit beherbergen. Man findet ihn dort in schönen Oktaedern, die mit grünem „Chlorit“ überzogen sein können. Aus den Klüften bei der Göscheneralp stammt auch das Zeolith-Mineral Laumontit, das nach dem Herausnehmen aus der Kluft an der Luft allerdings nicht beständig ist. Die abgebildete Stufe ist mit einem Lack stabilisiert. Auch ungewöhnlich dunkler Rauchquarz in der Varietät Morionquarz kommt in den Klüften des Gebiets vor. Berühmt sind die riesigen, bis zu zwei Meter langen Bergkristalle vom Planggenstock, die durch die beiden Strahler Franz von Arx und Paul von Känel im Jahr 2006 geborgen wurden und heute im Naturhistorischen Museum Bern als „Schatz vom Planggenstock“ ausgestellt sind. Im Voralptal enthalten die Klüfte ebenfalls schönen Bergkristall, manchmal ist er mit grünem „Chlorit" überzogen.


Rosa Fluorit vom Gletscherhorn
Rosa Fluorit

Gletschhorn
Laumontit von der Göscheneralp
Laumontit

Göscheneralp
Rauchquarz von der Göscheneralp
Rauchquarz

Göscheneralp
Rauchquarz vom Planggenstock
Rauchquarz

Planggenstock
Bergkristall vom Dammagletscher
Bergkristall

Dammagletscher

Bergkristall, Chlorit

Voralptal

Bergkristall

Voralptal



Maderanertal, Schächental, Brunnital


Der Rauchquarz im Gebiet Maderanertal ist heller als bei der Göscheneralp. Die Quarze bilden riesige Rasen auf dem Muttergestein, auch Bergkristall kommt in allerfeinster Qualität vor, zum Beispiel im Griesserental (siehe Traumstufe unten). Auch Brookit und Anatas werden gefunden. Amianth (oder „Byssolith“) ist eine feinhaarige Aktinolith-Varietät, die zu den Asbesten zählt. Pyrit in kleinen Kristallen ist im Maderanertal an einigen Fundstellen vertreten. Vom Chridenloch (auch „Kridenloch“) und dem daneben gelegenen Windloch bei der Wannelen Alp im Schächental am Klausenpass stammt schöner Calcit. Der Calcit kommt dort als Papierspat oder in absolut typischen Kristallen vor: Sie bilden gerne flächenreiche Rhomboeder. Von Unterschächen gelangt man ins Brunnital, wo im hintersten Abschnitt ebenfalls Calcit in flächenreichen Formen gefunden wird. Nach dem Reinigen zeigen die stark glänzenden Kristallflächen ausgeprägte Streifungen (siehe Bild unten).


Bergkristall aus dem Maderanertal
Bergkristall

Griesserental
Anatas
Anatas

Griesserental
Brookit
Brookit, Anatas

Griesserental
Rauchquarz
Rauchquarz

Maderanertal
Calcit
Amianth

Maderanertal
Calcit
Pyrit

Maderanertal
Calcit
Calcit

Chridenloch
Calcit
Calcit „Papierspat“

Chridenloch
Calcit
Calcit

Brunnital



Furka


Sehr schöner Rauchquarz – auch in Kombination mit Adular – stammt aus der Gegend am Tiefengletscher beim Galenstock. Rosa Fluorit ist eine Rarität. Der Furka-Basistunnel (Ost: Uri, West: Wallis) lieferte während den Bauarbeiten zahlreiche Spezialitäten: Bei den elfenbeinfarbigen, hahnenkammartigen Rhomboeder-Aggregaten handelt es sich um frischen Ankerit. Dieses Mineral bildet eine lückenlose Mischkristallreihe mit dem Dolomit. Man könnte die Stufen aus dem Furkatunnel auch als „Ferrodolomit“ bezeichnen. Die Zuordnung hängt von der Definition ab, wie hoch der Eisengehalt bei einem Ankerit sein muss. Der als „Kanonenspat“ ausgebildete Calcit kann mit Pyrit oder Arsenopyrit kombiniert sein. Der Pistomesit ist eine magnesiumhaltige Siderit-Varietät, er kommt in gut ausgebildeten Rhomboedern vor. Auch der für die Schweiz sehr seltene Apophyllit wurde bei den Aushubarbeiten des Tunnels gefunden.



Furkahörner, Galenstock

vom Kanton Uri aus
Fluorit
Rosa Fluorit

Galenstock
Adular, Rauchquarz
Adular, Rauchquarz

Tiefengletscher
Rauchquarz
Rauchquarz

Tiefengletscher
Rauchquarz
Rauchquarz

Tiefengletscher
Calcit
Ankerit-Dolomit

Furka-Basistunnel
Calcit
Calcit

Furka-Basistunnel
CalcitCalcit, Pyrit
Furka-Basistunnel
Pistomesit
Pistomesit, Calcit

Furka-Basistunnel



Schwimmerquarze aus Obwalden und Schwyz


Im Kanton Obwalden findet man oberhalb von Melchtal bei der Alp Arni am Arnigrat frei schwimmende Quarze, die als gedrungene Doppelender ausgebildet sind. Es kommen negative Zepterquarze und Fensterquarze vor, oft sind mehrere Kristalle miteinander verwachsen. Diese Kristalle konnten sich frei schwimmend im Kluftlehm entwickeln. Ähnliche Quarze stammen auch aus dem Bisisthal im Kanton Schwyz. Die nur wenige Millimeter langen Schwimmerquarze vom Chli Aubrig beim Sattelegg werden von den Strahlern wegen ihrem Aussehen und ihrer Winzigkeit als „Mäusequarze“ bezeichnet. Alle abgebildeten Stücke wurden vom Strahler Walter Metz gefunden.


Quarz aus Arni
Quarz-Doppelender

Arni, Melchtal
Quarz aus Arni
Zepterquarz

Arni, Melchtal
Quarz aus dem Bisisthal
Schwimmerquarz

Bisisthal
Quarz vom Chly Aubrig
Mäusequarz

Chly Aubrig
Quarz vom Chly Aubrig
Mäusequarz

Chly Aubrig



Hinweis: Es werden nicht alle Minerale einer Fundstelle aufgezählt, sondern nur die bekanntesten.



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