Lage und Geologie
Der Schweizer Jura ist ein junges, verkarstetes Kalkgebirge im Nordwesten der Schweiz. Es nimmt rund 10 Prozent der Landesfläche ein und erstreckt sich als sichelförmiger Bogen über acht Kantone. Die vorhandenen Gesteine entstammen aus einer Zeit vor 143 bis 201 Millionen Jahren. Damals war die Region von einem flachen Meer bedeckt, dem Tethys-Ozean. Alexander von Humboldt benannte im Jahr 1795 die Gesteinsschichten aus diesem Erdzeitalter als „Jura“. Über Jahrmillionen lagerten sich am Meeresgrund mächtige Schichten mit fossilreichen Kalken und Tonen über dicken Salzschichten ab. Das Salz wird noch heute in den Salinen von Schweizerhalle und Möhlin gewonnen. Der Gipsabbau in Zeglingen wurde 2003 eingestellt. Aktive Steinbrüche zum Abbau von Kalk oder Tonen gibt es zum Beispiel noch in Liesberg, Cornaux, La Reuchenette oder Frick. Die Tongrube bei Liesberg und die Rote Grube bei Röschenz sind stillgelegt.
Das eigentliche Juragebirge entstand erst vor rund 10 bis 3 Millionen Jahren – als die Alpenbildung ihren Höhepunkt erreichte und die Gesteinsmassen nach Norden drückten und dabei gefaltet wurden. Man unterscheidet drei charakteristische, geologische Landschaften im Jura:
1. Der Faltenjura (ca. 70 % der Fläche): Durch sehr hohen Druck wurde das Gestein gefaltet. Es entstanden parallele Höhenrücken und Längstäler, die oft durch tiefe Quertäler (Klusen) durchbrochen werden. Solche Faltstrukturen kann man zum Beispiel am Klus von Reuchenette oder auch im Laufental gut sehen.
2. Der Plateaujura (ca. 25 % der Fläche): In diesen Regionen wurden die Schichten zwar angehoben, blieben aber weitgehend flach und ungefaltet. Es entstanden weite, wellige Hochebenen. Sie sind in den Freibergen bei Saignelégier zu sehen, sie werden oft als „Wiege“ der Freiberger Pferde bezeichnet.
3. Der Tafeljura (ca. 5 % der Fläche): Im Nordosten kam die Faltung zum Stillstand. Durch tektonische Spannungen zerbrach die Erdkruste in treppenartige Blöcke. Das obere Baselbiet östlich von Liestal und das Fricktal zählen dazu.
Das prägende Gestein des Juras ist der helle Kalkstein. Wenn Kalk durch kohlensäurehaltiges Regenwasser chemisch aufgelöst wird, spricht man von einer Verkarstung. Es entstehen Risse und Höhlen, wo das Wasser versickert und unterirdische Flüsse bildet. An der Oberfläche führt es dann zu einer eher wasserarmen, kargen Landschaft. Besonders deutlich wird das am berühmten Creux du Van, einem kesselförmigen Kar, der durch Erosion in den letzten Eiszeiten entstanden ist.
Liesberg
Die alte Tongrube Andil hinter dem Sportplatz bei Liesberg-Dorf ist eine berühmte Fundstelle für Fossilien. Der Ton wurde von 1934 bis 1980 abgebaut. Im Portland-Cementwerk bei der Liesberg-Station wurde er mit Kalk gemischt, gebrannt und unter Zugabe von Gips zu Zement verarbeitet. 1998 schenkte die besitzende Firma die Tongrube dem Kanton Basel-Land. Heute ist dort ein Naturschutzgebiet, das für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Das Dorfmuseum Liesberg ist im alten Pfarrhaus untergebracht. Dort kann man die Fossiliensammlung von Peter Borer besichtigen. Das Museum ist nur zu bestimmten Zeiten oder auf Anmeldung geöffnet.
Die älteren ockergelben Schichten stammen aus dem Dogger (Brauner Jura, ca 165 Mio. Jahre). Die weichere, graue Schicht stammt aus dem unteren Malm (Weißer Jura, Oxford), sie enthält den dunkelgrauen Renggeri-Ton (ca. 160 Mio. Jahre) mit den dunklen Ammoniten, sowie die hellgrauen Liesberg-Schichten (ca. 158 Mio. Jahre), die für ihre Seeigelfunde berühmt geworden sind. Kristallisierter Calcit wird im ockergelben Kalkgestein und auch in den anderen Schichten – wo Hohlräume auftreten – gefunden. Das Mineral kann die Kammern der dunkelgrauen Ammoniten oder von anderen Fossilien ausfüllen. Die Gehäuse im Renggeri-Ton können durch Pyrit ersetzt sein. Gips ist ein typisches Verwitterungsprodukt im Renggeri-Ton. Dieser Ton wurde früher auch an anderen Stellen im Jura abgebaut. Eine andere, heute erloschene Fundstelle für dunkle Ammoniten aus dieser Schicht liegt nördlich von Saignelégier bei Le Bémont in La Bosse.

Calcit
Tongrube Liesberg

Calcit
Tongrube Liesberg

Calcit in Fossil
Tongrube Liesberg

Calcit
Tongrube Liesberg

Ammonit
im Renggeri-Ton
Röschenz
Folgt man einem Wanderweg von Röschenz aus Richtung Nordwesten zum Challpass biegt in einem Tal hinter dem Kohlholz eine kleiner, ansteigender Weg nach rechts ab. Die Rote Grube (auch „Roti Gruebe“) findet man an der Redelsflue. Im Lauf der Erdgeschichte wurde vor 50 bis 40 Millionen Jahren in den Malmkalk rotes Eisenoxid eingeschwemmt. Dieser rote Ton wird auch Boluston genannt, er ist in Röschenz arsenhaltig und daher nicht ganz unproblematisch. Heute leben dort seltene Amphibien- und Reptilienarten sowie Orchideen.
Der Kalkstein in der Roten Grube ist durch den Boluston teilweise knallrot oder orange gefärbt. In den Drusen hat sich kristallisierter Calcit gebildet, der ebenfalls rot gefärbt ist. Eine Besonderheit sind Septarien aus Röschenz. Diese knollenartigen Aggregate weisen strahlenförmige Schrumpfungsrisse auf, auch darin können Calcitkristalle enthalten sein. Manche Septarien erreichen bis zu 20 Zentimeter Durchmesser. Früher wurde sie – wie auch der rote Kalk selbst – geschliffen und als Schmucksteine verkauft. Der Abbau des Bolustones für Dekorations- und Baumaterial begann vermutlich schon im Mittelalter und erfolgte bis in das Jahr 1989. Heute darf man an den Wänden nicht mehr herumschlagen, weil die Grube unter kantonalem Naturschutz steht.

Kalk
Röschenz

Calcitdruse
Röschenz

Calcit
Röschenz

Calcit
Röschenz

Calcit
Röschenz

Calcit
Röschenz

Calcit
Röschenz

Calcit
Röschenz

Calcit
Röschenz

Septarie mit Calcit
Röschenz
Münchenstein
Superschöner Calcit kam früher aus dem heute vollständig zugeschütteten Kalk- und Sandsteinbruch „Neue Welt“ bei Münchenstein. Die oft spitzen Kristalle können glasklar sein, sie bilden igelartige oder sogar stockwerkartige Aggregate. Diese sind sehr filigran und zerbrechlich, es wurden auch dünne, kristallisierte Platten gefunden. Eher selten sind dicke Skalenoeder mit Phantomen. Auf den weißen Kristallen kann eine sekundäre Generation mit kleinen spitzen Kristallen wachsen. Im UV-Licht erscheint der Calcit weiß. Der Calcit aus Münchenstein ist unverkennbar. Auch Funde mit Fluorit, Gips, Pyrit und mit versteinerten Pflanzen sind aus dem Steinbruch bekannt.

Calcit
Münchenstein

Calcit
Münchenstein

Calcit mit Phantom
Münchenstein

Calcit
Münchenstein

Calcit
Münchenstein

Calcit
Münchenstein

Calcit
Münchenstein

Calcit
Münchenstein

Calcit
Münchenstein

Calcitplatte
Münchenstein
Salinen
Im Industriegebiet Schweizerhalle bei Birsfelden und auch in der Saline Riburg bei Möhlin wird Salz aus unterirdischen Steinsalzschichten durch Auslaugen mit Wasser und dem nachfolgenden Verdampfen des Wassers aus der Sole gewonnen. Bei Pratteln und bei Möhlin stehen heute noch alte hölzerne Solefördertürme als historische Denkmale. In riesigen Hallen wird das auskristallisierte und gereinigte Salz gelagert. Sammlerstufen aus Schweizerhalle mit kristallinem Steinsalz sind aufgrund der Solegewinnung nicht bekannt. Die Sole ist aber so konzentriert, dass das Salz daraus leicht auskristallisiert. Gips in kleinen verzwillingten Kristallen auf dünnen Plättchen ist eine Sekundärbildung.

Alte Fördertürme
bei Möhlin

Soleförderung
bei Möhlin

Verdampfer
Schweizerhalle

Salzberg
Schweizerhalle

Sole und Salz
Schweizerhalle

Gips
Schweizerhalle

Gips
Schweizerhalle
Zeglingen, Gips
Der Gipsabbau in der Gipsgrube Zeglingen im Baselbieter Jura hatte lange Zeit Tradition. Eine erste Erwähnung erfolgte bereits im 15. Jahrhundert. Von 1910 bis 1983 gab es sogar eine Seilbahn zum Transport des Gipses nach Läufelingen. Ab 1986 wurde nur noch Anhydrit abgebaut. Die 2003 stillgelegte Grube ist heute ein Naturdenkmal. Neben kristallisiertem Gips kommen Evaporitgesteine vor, die als Ablagerungen vor 240 Millionen Jahren während der Trias-Zeit entstanden: Bei den rötlichen, mit dem Fingernagel noch ritzbaren, gebänderten Linsen handelt es sich um Gipsstein, der neben weiteren Komponenten Gips enthält. Darin können Tonminerale, Kalk, Dolomit und Quarz enthalten sein, die rötliche Farbe stammt von Eisenoxiden. Der Anhydritstein ist härter und kann mit dem Fingernagel nicht mehr geritzt werden. Platten mit transparenten Fenstern bezeichnet man als „Marienglas“.

Gipsgrube
Zeglingen

Gipsgrube
Zeglingen

Gipsstein
Zeglingen

Gips
Zeglingen

Gips
Zeglingen

Gips
Zeglingen

Gips
Zeglingen

Gips
Zeglingen

Gips
Zeglingen

Marienglas
Zeglingen
Frick
Die Tongrube Keller an der Gruhalde in Frick befindet sich im Kanton Aargau. Die Funde von weitgehend vollständigen Skeletten des Plateosauriers aus dem späten Trias sind weltbekannt. Im Sauriermuseum Frick im Schulhaus 1912 sind diese ausgestellt. Zu sehen sind neben den gefundenen Fossilien auch ein Schädel eines Fischsauriers und das Skelett einer Landschildkröte, die vor über 200 Millionen Jahren lebte. Am offiziellen Klopfplatz bei der Tongrube kann man aus dem dunkelgrauen und sehr zähen Gestein (Lias) mit viel Mühe Versteinerungen wie Ammoniten, Brachiopoden oder Austern (Gryphaea) herausarbeiten. In den Adern und Hohlräumen sitzen weißer Calcit oder golden glänzender Pyrit. Manchmal sind die Calcitkristalle mit schwarzem Goethit überzogen.

Tongrube Keller
an der Gruhalde

Tongrube Keller
Schichten

Klopfplatz
bei der Tongrube

Plateosaurier
am Verkehrskreisel

Sauriermuseum
im Schulhaus 1912

Plateosaurier
im Sauriermuseum

Werkhalle
zur Präparation

Ammonit
Tongrube Frick

Brachiopode
Tongrube Frick

Auster
Tongrube Frick

Calcit im Lias
Tongrube Frick

Calcit, Goethit
Tongrube Frick

Calcit, Pyrit
Tongrube Frick

Pyrit, Calcit
Tongrube Frick
Böttstein
Die ehemalige Tongrube Böttstein ist renaturiert, dort befindet sich heute ein Amphibienschutzgebiet von nationaler Bedeutung. In der Tongrube wurde im 20. Jahrhundert Opalinuston abgebaut. Diese Formation kommt im Schweizer Jura und im Süddeutschen Jura vor. Sie enthält überwiegend Tonminerale und ist für Wasser kaum durchlässig. Sie entstand vor rund 175 Millionen Jahren im Erdzeitalter des Mittleren Juras (Dogger alpha) und ist oft mit Versteinerungen durchsetzt. Der Name bezieht sich auf das enthaltene Leitfossil, dem Ammoniten Leioceras opalinum. Neben weiteren Mineralen wie Calcit, Quarzsand oder Strontianit findet sich darin Pyrit, der mit Hilfe des Schwefels aus dem organischen Material der Fossilien entstanden ist. Die Spezialität dieser erloschenen Fundstelle sind kugelförmige Pyritaggregate, die aufgrund variierender Wachstumsbedingungen mit speerkiesartigen Kristallen besetzt sein können. Dann geht der Pyrit in Markasit über, der epitaktisch auf dem Pyrit sitzt.

Pyrit, Opalinuston
Tongrube Böttstein

Pyrit
Tongrube Böttstein

Pyrit mit Markasit
Tongrube Böttstein

Markasit auf Pyrit
Tongrube Böttstein
Nuglar-St. Pantaleon, Steinbruch Orismühle
Einmalige Kombinationen von Calcitkristallen, die auf honiggelben Fluoritwürfeln bis drei Zentimeter Kantenlänge sitzen, findet man im Steinbruch Lusenberg (auch „Steinbruch Orismühle“) bei Nuglar-St. Pantaleon südwestlich von Liestal. Der aktive Kalksteinbruch liegt im Kanton Solothurn. Das Fluoritvorkommen im Jura begrenzt sich auf ehemalige Korallenstöcke im Dogger. In den gebildeten Hohlräumen der versteinerten Korallen konnten fluoridreiche Lösungen aus tieferen Schichten eindringen. Auch gelöste Zinksalze können so „eingefangen“ werden, die dann auskristallisieren und später verwittern. Dies erklärt, warum im Steinbruch auch honigbraune, kugelige Aggregate mit Hemimorphit vorkommen.

Stbr. Lusenberg
Orismühle

Stbr. Lusenberg
Orismühle

Calcit auf Fluorit
Orismühle

Calcit
Orismühle

Calcit
Orismühle

Calcit
Orismühle

Calcit
Orismühle
La Reuchenette
Nachdem sich das Juragebirge vor vielen Millionen Jahren auffaltete, fraßen sich die Flüsse in die Falten hinein und bildeten so Aufschlüsse wie im Klus von La Reuchenette oberhalb von Biel im Kanton Bern. Dort befinden sich die riesigen Steinbrüche der Ciments Vigier SA zwischen La Reuchenette und Rondchâtel. Sie sind heute gesperrt und dürfen nicht mehr betreten werden.
Die Schicht aus dem Oberen Jura ist reich an Fossilien. Herausragend sind die versteinerten Seeigel in bester Erhaltung. Die Präparationen sind besonders begehrt, wenn sie noch auf dem originalen Gestein sitzen. Die gefundenen, stielartigen Segmente gehören zur Seelilie, wie der Seeigel ebenfalls ein Meerestier aus dem Stamm der Stachelhäuter. Nach der Lokalität ist auch die Reuchenette-Formation benannt, eine rund 150 Millionen Jahre alte Gesteinsschicht aus dem späten Jura, die im Juragebirge auch an anderen Stellen vorkommt. Oberhalb von La Heutte kann man in dieser Schicht Dinosaurierspuren bestaunen. Die Platten liegen aufgrund der Auffaltung schräg bis senkrecht.
Auch die schön kristallisierten Minerale aus La Reuchenette sind weithin bekannt: Calcit und Coelestin wurden an der Basis des alten Steinbruchs auf der Westseite, beim Bau eines Straßentunnels und auch im Tscharner Erschließungstunnel gefunden. Sehr selten sind Calcitzwillinge, zum Beispiel nach dem nächst steileren negativen Hauptrhomboeder (siehe Foto). Auf dem Calcit oder dem Coelestin können kleine Locken mit Gips wachsen. Schwierig herauszupräparieren sind die kleinen Linsen mit Sternquarz und bläulichem Chalcedon, wobei die Farbe des Quarzes von weiß bis leicht rosa variiert. Kugelaggregate mit Pyrit sind heute eine Rarität, besonders wenn sie ihren hohen Glanz erhalten haben. Weitere Minerale aus La Reuchenette sind Goethit, Sphalerit oder Strontianit.

Calcit auf Mergel
La Reuchenette

Calcit Zwilling
La Reuchenette

Calcit, Coelestin
La Reuchenette

Calcit, Coelestin
La Reuchenette

Coelestin
La Reuchenette

Coelestin
La Reuchenette

Coelestin, Gips
La Reuchenette

Sternquarz
La Reuchenette

Quarz, Chalcedon
La Reuchenette

Pyrit
La Reuchenette
Cornaux
Zwischen Bielersee und Neuenburgersee im Kanton Neuenburg liegt das Dorf Cornaux mit seiner unübersehbaren Raffinerie und dem riesigen Tankareal. Oberhalb davon befindet sich der Kalksteinbruch der Juracime AG. Die Formation der Gesteine stammt aus dem Übergang zwischen den Erdzeitaltern Jura und Kreide. Der abgesperrte Steinbruch befindet sich gut versteckt in einer bewaldeten Kuppe. Von Cornaux aus sieht man ihn nicht, nur aus größerer Entfernung wird er sichtbar. Er ist für seine Funde mit Calcit und Coelestin bekannt. Es kommen Calcitzwilllinge nach dem Typ Derbyshire Twin vor, häufig haben sie aber ein verzerrtes Wachstum. Auf dem Calcit können winzige, gelbe Fluoritwürfel sitzen, die im UV-Licht bei 365 nm hellgelb fluoreszieren. Gefunden werden zum Beispiel auch Baryt, Strontianit sowie Pyrit mit epitaktisch aufgewachsenem Markasit.

Cornaux
Raffinerie

Cornaux
Bielersee, Raffinerie

Baryt
Cornaux

Baryt
Cornaux

Baryt, Calcit
Cornaux

Calcit
Cornaux

Calcitzwilling
Cornaux

Calcit
Cornaux

Coelestin, Calcit
Cornaux

Coelestin
Cornaux

Coelestin, Calcit
Cornaux

Fluorit, Calcit
Cornaux

Fluorit, Calcit
UV-Licht 365 nm

Fluorit, Calcit
Cornaux

Pyrit, Calcit
Cornaux
Diverse Fundstellen im Jura
Ein paar Kilometer nördlich von Cornaux gelangt man an den Bielersee mit der Gemeinde La Neuveville, die zum Kanton Bern gehört. Oberhalb davon befindet sich am Cras de Rafort der nicht mehr aktive Steinbruch. Von dort stammen rhomboedrische Calcitkristalle mit vielen Flächen, die treppenartig angeordnet sein können. Eine Besonderheit ist milchiger Sternquarz, der mit Chalcedon vergesellschaftet ist.

Calcit
La Neuveville

Calcit
La Neuveville

Sternquarz
La Neuveville

Quarz, Chalcedon
La Neuveville
Ungefähr 10 Kilometer östlich von Pruntrut (Porrentruy) befindet sich bei Cornol der Steinbruch La Malcôte. Dort wird von der Firma Lachat SA ein Jurakalk (Hauptrogenstein) abgebaut, der zur Herstellung von Beton und Straßenbelägen geeignet ist. Auch von dort stammt schöner Calcit. Quarzkristalle und knollenartiger Chalcedon wurden ebenfalls gefunden. Die braunen Krusten enthalten Manganoxide wie Pyrolusit. Auf den Calcitkristallen sitzen manchmal kleine, aber perfekt ausgebildete Markasitkristalle.

Calcit
Cornol

Chalcedon
Cornol

Quarz
Cornol

Markasit
Cornol
Seit der Römerzeit bis 1926 sowie im Zweiten Weltkrieg wurde im Delsberger Becken Bohnerz (Limonit) zur Eisengewinnung abgebaut. Der Schachtofen zur Eisenverhüttung in Bassecourt war ab dem 16. Jahrhundert einer der ersten in der Region. Die bekannten Gipsrosen, die häufig mit „Vermes“ angeschrieben sind, stammen von Aushubmaterial aus der Stadt Delémont, das dann im Steinbruch bei Vermes abgeladen wurde. Beim Autobahnbau der A2 in den 1960er-Jahren kamen bei Tenniken südlich von Sissach riesige Calcitstufen ans Tageslicht. In der Tongrube Trimbach am Unteren Hauenstein im Kanton Solothurn wurde ein 190 Millionen Jahre altes Fossil eines Ichthyosauriers gefunden. Eine mineralogische Besonderheit von dort sind die Ammoniten, deren hohle Kammern mit kristallinem Calcit bewachsen sind.

Bohnerz
Bassecourt

Gipsrose
Delémont

Calcit
Tenniken

Calcit in Ammonit
Tongrube Trimbach
Sammlung und Fotos: Thomas Seilnacht
Fund der Minerale, bzw. ehemalige Sammlung: Stephan Doebelin (26), Daniel Hadorn (31), andere unbekannt

















