Rosasit
engl. Rosasite
Nach der Typlokalität der Rosas Mine in Sardinien
Formel  
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
CuZn(CO3)(OH)2
Carbonate
türkis, grasgrün, hellblau, weiß
blaugrün

Glasglanz, Seidenglanz
undurchsichtig bis durchscheinend
4
5,1 – 5,5 g/cm³
gut
muschelig uneben

monoklin
monoklin-prismatisch
Rosasit aus LaurionLupe
Eigenschaften
Aurichalcit
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung
Aurichalcit mit Rosasit
Lupe
Aurichalcit mit Rosasit (?) aus Chah Kuh in der Provinz Isfahan im Iran
Rosasit
Lupe
Rosasit aus Laurion
Rosasit
Lupe
Rosasit aus Laurion
Rosasit
Lupe
Rosasit aus Laurion
Rosasit
Lupe
Rosasit aus der Vesley Mine in New Mexiko, USA

Eigenschaften


Rosasit ist ein grünes bis blaugrünes Kupfer-Zink-Mineral, das kugelige Aggregate entwickelt, die häufig aus nadeligen oder faserigen Kristallen gebildet werden. Es ist härter als der ähnliche Chrysokoll, aber weicher als ein Türkis. Das Blaugrün ist beim Rosasit mehr ausgeprägt als beim Malachit. Ein Rosasit wird schon durch verdünnte Säuren unter Aufbrausen schnell aufgelöst. Mit Ammoniaklösung entsteht ein blauer Komplex. Vor dem Lötrohr schmilzt das Mineral. All diese Reaktionen erfolgen aber auch mit anderen Mineralen, die aus Kupfercarbonaten aufgebaut sind. Zur Unterscheidung muss ein spezifischer Nachweis der Zink-Ionen erfolgen: Mit Dithizon bilden diese in Lösung einen purpurroten Komplex. Der ebenfalls ähnliche Adamin zeigt dagegen eine positive Marsh-Probe.


Aurichalcit

Vom sehr ähnlichen Aurichalcit kann der Rosasit nur sehr schwer unterschieden werden. Oft sind die Übergänge auch fließend.


Kristallformen und Wachstum

Rosasit kristallisiert nach dem monoklinen System. Die nadeligen oder faserigen Kristallbüschel sind sehr klein und bilden gerne kugelige oder nierenartige Aggregate. Manche Kristallspitzen sind länger und erscheinen blasser, so dass bizarre Formen und Farbkombinationen entstehen. Rosasit bildet auch krustige oder erdige Überzüge über andere Minerale wie Azurit, Hemimorphit oder Smithsonit. Weitere Begleitminerale sind zum Beispiel Aurichalcit, Cerussit, Duftit oder Konichalcit.


Geschichte

Der Rosasit wurde im Jahr 1908 erstmals in der Rosas Mine auf Sardinien entdeckt. Die Benennung erfolgte nach dieser Typlokalität durch den italienischen Mineralogen Domenico Lovisato.


Vorkommen

Rosasit kommt in der Oxidationszone von Kupfererz-Lagerstätten vor. Am bekanntesten bei Micromountsammlern sind die kleinen, kugeligen Rosasit-Aggregate aus Laurion in Griechenland. Aus der Oujela Mine in der mexikanischen Region Durango sind prächtige türkisblaue Kristallaggregate bekannt. Auch in Deutschland gibt es ein paar Fundstellen, zum Beispiel am Bastenberg bei Ramsbeck im Sauerland oder im Steinbruch Rohdenhaus bei Wülfrath in Nordrhein-Westfalen.


Verwendung

Das Mineral wird zusammen mit anderen Kupfererzen zur Gewinnung von Kupfer abgebaut. Es hat aber aufgrund seiner Seltenheit als Erz kaum eine Bedeutung. Es wird aufgrund seiner bizarren Farben und Formen gerne von Micromount-Sammlern gesammelt.
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