Tennantit-Serie, Arsen-Fahlerze
engl. Tennantite
Nach dem britischen Chemiker Smithson Tennant (1761–1815)
Formel

Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
Cu6(Cu4X2)As4S13
X = Fe2+ oder Zn
Sulfide
dunkelgrau, schwarz, rötlich
grau, rötlich
Metallglanz
undurchsichtig
4 – 4,5
4,6 – 5,1 g/cm³
keine
uneben bis muschelig

kubisch
kubisch-hexakistetraedrisch
Tennantit aus TsumebLupe
Eigenschaften
Fahlerze
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung

Eigenschaften

Aus der Tennantit-Serie sind drei Minerale bekannt: Je nach Gehalt der Fe2+-, Hg2+- oder Zn2+-Ionen unterscheidet man zwischen dem Tennantit-(Fe), dem Tennantit-(Hg) und dem Tennantit-(Zn). Die Tennantite sind dunkelgrau bis schwarz, im Durchlicht erscheinen sehr dünne Schichten auch rötlich. Typisch ist der tetraedrische Habitus. Die Bruchfläche bei den ähnlichen Tetraedriten ist heller. Im Vergleich zum Bleiglanz zeigen die Tennantite keine Spaltbarkeit. Buntkupferkies ist an der Luft fast immer bunt angelaufen. Vor dem Lötrohr schmelzen die Tennantite zu einem grauen Kügelchen, und es entweicht ein weißer, toxischer Rauch aus Arsen(III)-oxid. Salpetersäure zersetzt die Tennantite, dabei werden gelber Schwefel und Arsen(III)-oxid ausgefällt.


Binnit aus der Grube Lengenbach im Binntal
Lupe
Binnit aus der Grube Lengenbach im Binntal
Tennantit
Lupe
Tennantit aus der Grube Clara im Schwarzwald
Fahlerze

Die Vertreter der Tennantit-Serie zählen zu den Fahlerzen. Vor der Unterteilung im mehrere Minerale nannte man den Tennantit auch Arsen-Fahlerz. Bei den Fahlerzen handelt sich um sulfidische Kupferminerale, bei denen Kupfer-Ionen teilweise durch Arsen-, Antimon-, Eisen-, Quecksilber-, Silber- oder Zink-Ionen ersetzt sein können. Der Binnit ist eine rundliche, vielflächige Tennantit-(Zn)-Varietät, die in der Grube Lengenbach im Binntal gefunden wird. Weitere Fahlerze sind zum Beispiel die Minerale der Tetraedrit-Serie (Antimon-Fahlerze). Oft sind die Fahlerze untereinander durchmischt. Die Minerale der Tennantit-Serie, der Tetraedrit-Serie und auch der Freibergit-Serie zählen seit 2020 zur der übergeordneten Tetraedrit-Gruppe.


Kristallformen und Wachstum

Die Tennantite kristallisieren nach dem kubischen System. Es treten die typischen Kristallformen dieses Systems auf. Der häufigste Habitus ist aber tetraedrisch. Es kommen auch derbe, dichte, körnige oder eingesprengte Aggregate vor. Begleitminerale sind Sulfide wie Arsenopyrit, Bornit, Chalkopyrit, Galenit, Pyrit und Sphalerit, sowie andere Fahlerze.


Geschichte

Fahlerze waren bereits in der Antike bekannt. Agricola erwähnte sie 1546. Der britische Naturforscher James Sowerby (1757–1822) beschrieb das Mineral im Jahr 1817 als graues Kupfersulfid. William Phillips prägte 1819 den Namen Tennantit zu Ehren des britischen Chemikers Smithson Tennant (1761–1815). Im Jahr 2018 wurde der Tennantit durch die IMA (International Mineralogical Association) in zwei separate Minerale unterteilt. 2020 kam noch der Tennantit-(Hg) als drittes Mineral dazu.


Vorkommen

Man findet die Tennantite unter anderem in hydrothermalen Gängen, zum Beispiel in der Tsumeb Mine in Namibia. Als Typlokalität gilt die Kleinstadt Redruth in der britischen Grafschaft Cornwall. In Deutschland findet man Tennantit in der Grube Clara im Nordschwarzwald oder im Kupferschiefer bei Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt. Auch im Harz gibt es zahlreiche Fundstellen, zum Beispiel Rammelsberg bei Goslar oder die Reviere bei Clausthal und Sankt Andreasberg. Die Varietät Binnit ist eine Spezialität der Grube Lengenbach im Schweizer Kanton Wallis.


Verwendung

Die Fahlerze haben heute nur noch eine geringe Bedeutung zur Gewinnung von Metallen wie Arsen oder Kupfer.
© Thomas Seilnacht / Benutzerhandbuch / Lizenzbestimmungen / Impressum / Datenschutz / Literaturquellen