Lavendulan toxisch
engl. Lavendulan
Nach der lavendelblauen Farbe, die das Material aus der Typlokalität früher hatte
Formel  
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
NaCaCu5(AsO4)4Cl • 5 H2O 
Arsenate
cyanblau, hellblau, grünlich
hellblau

Glasglanz, Seidenglanz
durchscheinend
2,5
3,54 g/cm³
gut
uneben-spröde

monoklin
monoklin-prismatisch
Lavendulan aus LaurionLupe
Eigenschaften
Varietäten
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung

Eigenschaften


Lavendulan ist ein selten vorkommendes, weiches, cyanblaues Mineral. Es ist aus Natrium-, Calcium-, Kupfer-, Arsenat und Chlorid-Ionen, sowie aus einem Kristallwasseranteil aufgebaut. Im Vergleich zu ähnlichen Mineralien wie Devillin oder Serpierit zeigt der Lavendulan ein extrem intensives Cyanblau. Dieses ist so intensiv, dass die Kristallbüschel kaum einen Kontrast bilden und selbst unter der Lupe wie eine Kugel aussehen. Beim Erhitzen im Reagenzglas wird Wasser abgegeben. Der Lavendulan wird durch Säuren angegriffen und schmilzt vor dem Lötrohr. Dabei werden toxische Arsenverbindungen frei. Die Marshprobe aus Arsen verläuft positiv.


Varietäten

Der Zinklavendulan ist eine hellblaue Varietät, die Zink-Ionen enthält.


Kristallformen und Wachstum

Der Lavendulan kristallisiert nach dem monoklinen System. Typisch für das Mineral sind vor allem kugelige Aggregate oder aber auch Kristallbüschel mit prismatisch-nadeligem Habitus. Auch krustige Überzüge kommen vor. Der Lavendulan ist zum Beispiel mit Adamin, Chalkanthit, Cornwallit, Covellin, Gips, Konichalcit, Quarz oder Siderit vergesellschaftet.


Geschichte

Der Lavendulan wurde ursprünglich wohl an zwei verschiedenen Fundstellen entdeckt: Die Grube „Alte Galiläische Wirtschaft“ bei der Kreisstadt Annaberg-Buchholtz im sächsischen Erzgebirge ist die eine Fundstelle und St. Joachimsthal in der tschechischen Region Karlovy Vary ist die zweite. August Breithaupt (1791–1873) hatte bei der Beschreibung und Benennung des Minerals im Jahr 1837 nur verunreinigtes Material zur Verfügung. Dieses hatte die typische zarte, blauviolette Farbe des Lavendels. Später stellte sich jedoch heraus, dass der reine, blaue Lavendulan keinen Violettstich hat.


Vorkommen

Der Lavendulan kommt in der Oxidationszone von Kupfererz-Lagerstätten vor, zum Beispiel in Tsumeb. Bei Micromount-Sammlern sind vor allem aber die blauen Lavendulane aus der Grube Clara im Schwarzwald und aus Laurion in Griechenland bekannt. Neben seiner Typlokalität gibt es noch weitere Fundstellen im Erzgebirge, zum Beispiel in Lauta am Marienberg. Auch in der Grube Alte Buntekuh im Siegerland wird das Mineral gefunden.


Verwendung

Das Mineral wird aufgrund seiner auffälligen Farben und Formen gerne von Micromount-Sammlern gesammelt. Es muss aufgrund seiner Toxizität in geschlossenen Dosen aufbewahrt werden.
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