Agardit-Gruppe toxisch
engl. Agardite
Nach dem französischen Geologen Jules Agard
Formel  
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
XCu2+6(AsO4)3(OH)6 • 3 H2O 
Arsenate
gelbgrün, blaugrün, weiß, farblos
grünlich

Glasglanz
durchsichtig bis durchscheinend
3 – 4
3,6 – 3,7 g/cm³
keine
uneben

hexagonal
hexagonal-dipyramidal
Agardit aus der Grube ClaraLupe
Eigenschaften
Minerale
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung

Eigenschaften


Agardit bezeichnet eine Reihe von sehr spröden Mineralen, die aus Kupfer-, Hydroxid- und Arsenat-Ionen, sowie Ionen der Seltenerden-Elemente aufgebaut sind. Zu der Reihe zählen Agardit-(Ce), Agardit-(La), Agardit-(Nd) und Agardit-(Y). Das X in der allgemeinen Formel XCu2+6(AsO4)3(OH)6 • 3 H2O kann durch ein entsprechendes Element ersetzt werden. Der oben abgebildete Agardit-(Ce) aus der Grube Clara enthält Cer-Ionen. Die Agardite zählen zu den Mineralen der übergeordneten Mixit-Gruppe, die im hexagonalen System radialstrahlige Prismen und starke krustige Überzüge bilden. Das Mineral Mixit ist ein Vertreter dieser Gruppe, es ist aus einem Bismut-Kupfer-Arsenat aufgebaut.

Die Agardite sind farblos oder blau bis grün gefärbt. Sie lösen sich in verdünnter Salzsäure auf und zersetzen sich vor dem Lötrohr unter Knoblauchgeruch. Dabei werden toxische Arsenverbindungen frei, die Marsh-Probe verläuft positiv.


Minerale der Gruppe und Zálesíit
Agardt-(Ca)
Lupe
Grüner Zálesíit aus der Hilarion Mine in Laurion
Agardt-(Ca)
Lupe
Weißer Zálesíit mit Adamin aus der Christiana Mine in Laurion
Agardt-(Nd)
Lupe
Agardit-(Nd) aus der Hilarion Mine in Laurion

Der Zálesíit war früher unter dem Namen „Agardit-(Ca)“ bekannt. Der chemische Aufbau wird mit CaCu2+6(AsO4)2(AsO3OH)(OH)6 • 3 H2O angegeben. Da seine Zusammensetzung abweicht, zählt er eigentlich nicht mehr zur Agardit-Gruppe. Das Mineral bildet blaugrüne bis grüne Kristallbüschel, weiße Kristallfäden oder krustige Überzüge. Ähnlich zeigt sich auch der helltürkisfarbene Agardit-(Nd), der Neodym-Ionen enthält. Agardit-(Ce) ist eher grasgrün bis gelbgrün gefärbt. Agardit-(La) kommt auch weiß oder farblos vor. Die Agardite sind fast immer untereinander vermischt, so dass eine Unterscheidung mit einfachen Mitteln kaum möglich ist.


Kristallformen und Wachstum

Die Agardite kristallisieren nach dem hexagonalen System. Die nadeligen Kristalle sind sehr klein und erschließen ihre Struktur erst unter dem Mikroskop. Sie bilden häufig Büschel, radialstrahlige Aggregate oder krustige Überzüge.


Geschichte

Die Minerale der Agardit-Gruppe wurden 1969 durch die französischen Mineralogen Dietrich, Orliac und Permingeat erstmals beschrieben und nach dem Geologen Jules Agard benannt. Die Entdeckung des Zálesíits erfolgte 1997 in der Uranerz-Lagerstätte beim Stadteil Zálesíi der tschechischen Stadt Javornik. Die Benennung erfolgte im Jahr 1999 nach dieser Lokalität durch Ridkosil, Skala und Srein.


Vorkommen

Agardit kommt in der Oxidationszone von Kupfererz-Lagerstätten vor. Bei Micromount-Sammlern sind vor allem die grünen Agardite aus der Grube Clara im Schwarzwald bekannt. Dort findet man Agardit-(Ce) und Agardit-(Nd). Weitere Fundorte sind zum Beispiel der Schneeberg in Sachsen, die Bou Skour Mine in Marokko, Broken Hill in Australien oder die Minen von Laurion, wo neben weißem Agardit-(La) auch hellblauer Agardit-(Nd) und grüner oder weißer Zálesíit anzutreffen ist.


Verwendung

Das Mineral wird aufgrund seiner auffälligen Farben und Formen gerne von Micromount-Sammlern gesammelt. Es muss aufgrund seiner Toxizität in geschlossenen Dosen aufbewahrt werden.
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