Anglesit
engl. Anglesite
Nach der Insel Anglesey in Wales
Formel
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
PbSO4
Sulfate
farblos, weiß, gelblich, grau
weiß
Diamant-, Fett-, Glasglanz
undurchsichtig bis durchsichtig
3
6,3 – 6,4 g/cm³
deutlich
muschelig

orthorhombisch
orthorhombisch-dipyramidal
Anglesit aus TuigitLupe

Beschreibung

Anglesit
Lupe
Anglesit von der Juliushütte im Oberharz
Reiner Anglesit ist glasartig und farblos, durch Fremdbeimengungen wie Bleiglanzeinschlüsse kann er gelbliche oder grünliche Farbtönungen annehmen. Das Mineral ist weich und lässt sich mit einer Kupfermünze ritzen. Die Dichte ist im Vergleich zum ähnlichen Baryt deutlich höher. Der Anglesit bildet flächenreiche Kristalle mit prismatisch-tafeligem oder dipyramidalem Habitus. Meistens zeigen die Kristalle Streifungen. Auch feste, körnige oder erdige Massen kommen vor, gerne wächst der Anglesit in Hohlräumen.

Er löst sich in heißer, konzentrierter Schwefelsäure und ist auch vollständig in Kalilauge löslich. Dadurch kann man ihn vom Baryt und vom Coelestin, die beide darin nicht löslich sind, unterscheiden. Anglesit schmilzt vor dem Lötrohr und wird rissig. Mit Soda bildet sich in der Reduktionszone ein Bleikorn.

Das Mineral ist nach der Insel Anglesey in Wales benannt, wo es um 1779 erstmals entdeckt wurde. Die Benennung erfolgte 1832 durch den französischen Mineralogen Beudant. Man findet es bevorzugt in der Oxidationszone von Bleilagerstätten, zum Beispiel in Freiberg in Sachsen oder in Tuigit in Marokko. Es wird gelegentlich als Erz zur Gewinnung von Blei verwendet.
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