Brasilien gehört zu den mineralienreichsten Ländern der Erde. Bereits im 17. und 18. Jahrhundert lösten Gold- und Diamantenfunde im heutigen Bundesstaat
Minas Gerais (deutsch: „allgemeine Minen“) einen gewaltigen Bergbauboom aus. Städte wie
Ouro Preto wurden zu Zentren des kolonialen Bergbaus und prägten die frühe Wirtschaftsgeschichte des Landes. Im 19. und 20. Jahrhundert rückten farbige Edelsteine in den Vordergrund. Minas Gerais gilt bis heute als das wichtigste Sammelgebiet Brasiliens und ist berühmt für
Turmalinminerale und Varietäten wie Elbait, Indigolith, Uvit oder Verdelith sowie
Aquamarin,
Euklas,
Quarzvarietäten,
Topas und seltene Minerale wie
Brasilianit, der nach dem Land benannt ist. Der Bundesstaat
Bahia ist vor allem durch
Chrysoberyll,
Alexandrit und
Smaragd bekannt, besonders aus der Region im Bergbaudistrikt
Carnaíba. Als in den Metropolen der Edelsteinschleifer in Idar und Oberstein zum Beginn des 19. Jahrhunderts das Rohmaterial zur Neige ging, wanderten viele Familien in den südlichsten Bundesstaat Brasiliens
Rio Grande do Sul aus. Dort gibt es vulkanische Hohlräume, in denen sich im Verlauf von 100 Millionen Jahren Quarz an den bis zu 1000 Meter dicken Lavadecken bildete. Anfangs baute man in der Nähe der kleinen Stadt Iraí
Achat und
Amethyst ab, später dann auch
Calcit für Sammlungen. Die riesigen Amethystdrusen stammen aus dem Basalt zwischen den Städtchen
Iraí und
Ametista do Sul.