Pyrolusit
engl. Pyrolusite
Nach den griechischen Wörtern pyr („Feuer“) und lou („Waschen“)
Formel
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
MnO2
Oxide
stahlgrau, schwarz
schwarz
Metallglanz
undurchsichtig
2 (massiv); 6 – 6,5 (Kristalle)
5,1 (Kristalle); 4,4 – 5,1 g/cm³ (derb)
vollkommen
uneben

tetragonal
ditetragonal-dipyramidal
PyrolusitLupe
Eigenschaften
Modifikationen
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung
Eigenschaften

Der Pyrolusit ist ein schwarz glänzendes Manganmineral, das in derber Form sehr weich ist, während die Kristalle sehr viel härter sind. Die Strichfarbe des Pyrolusits ist schwarz oder blauschwarz, während sie beim ähnlichen Manganit eine bräunliche Tönung hat. In Salzsäure löst sich der Pyrolusit unter Freisetzung von Chlor, gegen Alkalien ist er beständig. Er schmilzt nicht vor dem Lötrohr. Beim starken Erhitzen auf über 535 °C erfolgt Zersetzung zu Mangan(II,III)-oxid Mn3O4, und es wird Sauerstoff abgegeben. Pyrolusit färbt die Boraxperle blau.


Modifikationen

Neben dem Pyrolusit, der im tetragonalen System kristallisiert, existieren zwei weitere natürliche Modifikationen des Mangan(IV)-oxids: Der Akhtenskit kristallisiert im hexagonalen System und der Ramsdellit im orthorhombischen. Ein Pyrolusit, der pseudomorph nach Manganit auftritt, wird Polianit genannt. Es existieren weitere Mangan-Mineralien wie der Manganit, die alle aus Manganoxiden aufgebaut sind. Diese werden unter der Gruppenbezeichnung „Braunstein“ zusammengefasst.

Pyrolusit
Lupe
Pyrolusit-Kristalle aus Imini bei Tazenakht in Marokko
Pyrolusit
Lupe
Pyrolusit auf Eisenerz aus Imini in Marokko
Pyrolusit
Lupe
Pyrolusit aus der Grube Clara im Schwarzwald

Kristallformen und Wachstum

Der Pyrolusit kristallisiert nach dem tetragonalen System, es kommen Basispinakoid, Prisma und Dipyramiden vor. Der Habitus der Kristalle ist lang- oder kurzprismatisch. Die Kristallnadeln treten häufig in radialstrahligen Gruppen auf. Das Mineral tritt auch derb, körnig, nierig, traubig oder erdig auf. Häufig ist der Pyrolusit mit Eisenoxiden verunreinigt oder vergesellschaftet. Er kann als Einschluss in anderen Mineralien vorkommen, zum Beispiel im Calcit. Solche Mineralienstufen sind aus China bekannt.


Geschichte

Schon die Höhlenmaler verwendeten das gemahlene Mineral als Pigment für Felsmalereien. Der Pyrolusit ist nach den griechischen Wörtern pyr („Feuer“) und lou („Waschen“) benannt. Dies hängt damit zusammen, dass das Mineral bei der Glasherstellung zur Beseitigung der grünen Farbe verwendet wurde. Früher sah man die Varietät Polianit als eigenständiges Mineral. Der österreichische Mineraloge Wilhelm Karl Ritter von Haidinger (1795–1871) untersuchte den Polianit und fand heraus, dass dieser eine Varietät der Pyrolusits darstellt. Auf ihn geht auch der heute gültige Name zurück.


Vorkommen

Bei den Sammlern sind die schwarz glänzenden, langprismatischen, radialstrahligen Kristallaggregate aus dem Triberger Ortsteil Gremmelsbach im Schwarzwald bekannt. Auch in der Grube Clara wird der Pyrolusit gefunden. In Thüringen findet man ihn im Arlesberger Manganerzrevier. Weitere bekannte Fundstellen sind Laurion in Griechenland, Imini in Marokko oder Cercal in Portugal. Als Erz wird das Mineral in der Ukraine, im Kaukasus, in Brasilien, in Ghana oder in der Elfenbeinküste abgebaut.


Verwendung

Der Pyrolusit ist ein häufig vorkommendes Mineral und Erz zur Gewinnung des Metalls Mangan. Mangan(IV)-oxid dient zur Herstellung von Trockenbatterien, zur Entfärbung eisenhaltiger Gläser oder zur Violettfärbung von Glas. Es wird noch heute als schwarzes Pigment in der Ölmalerei eingesetzt. Aufgrund seiner guten Beständigkeit gegen alkalisch wirkende Stoffe eignet sich Mangan(IV)-oxid zum Einfärben von Zement.
© Thomas Seilnacht / Benutzerhandbuch / Lizenzbestimmungen / Impressum / Datenschutz / Literaturquellen