Caesium Strontium  Radium Lanthan
 
 Barium                                             56Ba
 engl. barium; griech. barys ("schwer")
 
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Relat. Atommasse 
Ordnungszahl  
Schmelzpunkt  
Siedepunkt  
Oxidationszahlen   
Dichte  
Härte (Mohs)   
Elektronegativität  
Elektronenkonfig.  
Natürl. Häufigkeit   
  
  
 
  
  
 
137,327    
56    
727 °C    
1897 °C    
   
3,62 g/cm³   
1,2    
0,89 (Pauling)    
[Xe]6s²   
Ba-130: 0,106%  
Ba-132: 0,101%  
Ba-134: 2,417%  
Ba-135: 6,592%  
Ba-136: 7,854%  
Ba-137: 11,232%  
Ba-138: 71,698%
 
 
      
 
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Ein Stück Barium wird in Salzsäure getaucht und dann in die Brennerflamme. Das Barium verbrennt sofort.
    
  GHS-Piktogramme  
  Gefahr
Gefahren (H-Sätze)  
 
H 228, 260, 315, 319, 335 
  
 
CAS-Nummer 
  
7440-39-3 
   
 
 
 
Physikalisch-chemische Eigenschaften
Barium ist ein silbergrau glänzendes Leichtmetall, das an der Luft grauschwarz anläuft. Beim Anlaufen verbindet es sich mit dem Kohlenstoffdioxid der Luft zu schwarzem Bariumcarbonat. Es wird daher unter Luftabschluss aufbewahrt. Barium ist relativ weich, aber etwas härter als Blei. Barium ist eines der unedelsten Metalle und ein sehr starkes Reduktionsmittel. Feines Bariumpulver ist pyrophor, es kann sich von selbst entzünden und verbrennt mit grüner Flamme zu Bariumoxid und Bariumnitrid. Beim Erhitzen lässt sich das kompakte Metall leicht verbrennen. 
   
 
Barium verbrennt
 
 
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Das Barium verbrennt unter Funkensprühen mit grüner Flamme.
 
   
Mit Wasser reagiert Barium heftig unter Bildung von Wasserstoff und Bariumhydroxid:  
  
Ba  +  2 H2  Ba(OH)2  +  H2   
  
Die Reaktion mit Wasser verläuft heftiger als beim Calcium oder beim Strontium, aber schwächer als beim Natrium. Barium reagiert auch mit fast allen Säuren unter Bildung von Wasserstoff und der entsprechenden Salze. Gegen konzentrierte Schwefelsäure ist es beständig, da sich dabei eine Schutzschicht aus Bariumsulfat auf der Oberfläche des Metalls bildet. Das Metall verbindet sich auch leicht mit den Halogenen und mit Schwefel und bei höheren Temperaturen auch mit Stickstoff und Wasserstoff. Bei 1300°C reagiert es mit Kohlenstoff zu Bariumcarbid, das ähnlich wie Calciumcarbid mit Wasser Ethin bildet. Bariumsalze erzeugen bei der Flammprobe eine typische, gelbgrüne Flammenfarbe.  
  
 
Unterscheidung von Salzen mit der Flammenfarbe
 
 
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Befeuchtet man ein Magnesiastäbchen mit verdünnter Salzsäure und benetzt man
dieses mit Salz, zeigt sich auch bei den Erdalkalimetallsalzen eine typische
Flammenfarbe, wenn man das Stäbchen in die rauschende Brennerflamme hält.
 
   
Toxikologie 
Barium reagiert schon mit Luftfeuchtigkeit und mit der Feuchtigkeit der Haut zu Bariumhydroxid. Dieser Stoff wirkt ätzend auf die Schleimhäute und auf die Augen. Die akute Toxizität der Bariumverbindungen ist höher als die der Strontiumverbindungen. Sie werden von den Schleimhäuten besonders gut resorbiert. Wasserlösliche Salze wie das Bariumchlorid oder das Bariumnitrat erzeugen in Dosen ab 200mg Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen, Durchfall, Schwindel, Muskellähmungen und das Verlangsamen des Pulses. Sie können bereits in einer Dosis von 2g tödlich wirken. 
  
Vorkommen 
Mit einem Massenanteil von 0,026 % steht Barium an 18. Stelle der Elementhäufigkeit und ist damit ein relativ häufiges Element. Es kommt fast so häufig wie Stickstoff vor. In der Natur findet man es nicht in elementarer Form. Zu den  Barium-Mineralen gehören der Baryt, der aufgrund seiner hohen Dichte auch Schwerspat genannt wird, und der seltenere Witherit 
 
 
 Baryt aus der Grube Clara im Schwarzwald
 
 
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 Der Baryt bildet gerne Kristalle mit tafeligem Habitus aus.
 
  
Schwerspat-Lagerstätten sind auf der ganzen Welt verbreitet. Die größte Fundstelle der Welt liegt in Meggen/Westfalen. Aber auch die USA besitzen umfangreiche Lagerstätten. Die Hauptförderländer sind China, Mexiko, Indien, Türkei, USA, Deutschland, Marokko, Irland, Thailand und Frankreich. Der Nitrobaryt ist ebenfalls ein Barium-Mineral, das aber aufgrund der Seltenheit keine technische Bedeutung hat. 
 
Geschichte 
Die chemische Verbindung Bariumoxid wurde im Jahre 1772 von dem schwedischen Chemiker Carl Wilhelm Scheele (1742-1786) in Uppsala bei der Untersuchung des Minerals Braunstein entdeckt. Zwei Jahre später fand Johan Gottlieb Gahn (1745-1818) in Falun/Schweden den selben Stoff bei der Untersuchung von Schwerspat. Unreines Barium konnte aber erst Sir Humphry Davy (1778-1829) im Jahre 1808 herstellen. Er gewann es durch eine Schmelzflusselektrolyse von Bariumoxid mit Hilfe von Quecksilber als Kathode. Das Barium blieb im Amalgam nach dem Abdestillieren des Quecksilbers zurück. Reines Barium mit einem Reinheitsgehalt von 99,9% konnte A. Guntz im Jahre 1901 durch eine Reduktion von Bariumoxid mit Aluminium herstellen. Das Element erhielt seinen Namen nach dem Mineral, aus dem es gewonnen wird. Der Name Baryt leitet sich vom griechischen Wort barys ("schwer") ab.  
 
 
 Die Pioniere zur Entdeckung des Bariums
 
 
 
 
 
 Scheele (links) entdeckte die erste Bariumverbindung,
Davy (rechts) stellte als erster unreines Barium her
 
  
Herstellung     
Der Schwerspat wird fein gemahlen und danach mit Kohle durch Erhitzen auf bis zu 1000°C zu Bariumsulfid reduziert:  
 
BaSO4  +  2 C   BaS  +  2 CO2   
  
Das Bariumsulfid wird mit Wasser versetzt und danach mit Kohlenstoffdioxid oder mit Soda zu Bariumcarbonat umgewandelt:  
  
BaS  +  H2O  +  CO2   BaCO3  +  H2S   
BaS  +  Na2CO3   BaCO3  +  Na2S   
  
Das Bariumcarbonat ist schwer wasserlöslich und fällt aus der Lösung aus. Durch nachfolgendes Glühen erhält man Bariumoxid:  
  
BaCO3   BaO  +  CO2   
  
Die Herstellung von metallischem Barium erfolgt durch eine Reduktion des Bariumoxids im Vakuum bei 1200°C mit Aluminiumgrieß:  
 
3 BaO  +  2 Al   Al2O3  +  3 Ba   
  
Das Barium schlägt sich als Dampf auf gekühlten Flächen nieder, eine Feinreinigung erfolgt durch eine Vakuumdestillation. 
  
Verwendung 
Metallisches Barium wird als Zusatz in Bleilegierungen zur Härtung verwendet. Bariumgetter in Vakuumröhren reagieren mit Verunreinigungen von Sauerstoff, Wasserdampf, Kohlenstoffdioxid oder Stickstoff. Die Röhren sind innen mit einem Pflaster aus metallischem Barium beschichtet. Alte Röhren für hochwertige Röhrenverstärker waren mit einer solchen Beschichtung versehen. Sonnenkollektoren neuer Bauart enthalten ebenfalls einen aufgedampften Getter aus Barium. Dadurch ist eine lange Betriebszeit der Vakuumröhre gewährleistet. 
    
 
 Bariumgetter in Vakuumröhren für Sonnenkollektoren
 
 
 
 
Fotos mit freundlicher Genehmigung / Eigentum von SAES Getters und Lenz Laborglas
 
 
Von Bedeutung sind auch die Bariumverbindungen. Bariumnitrat erzeugt in Feuerwerkskörpern und Signalraketen die grüne Farbe. Der Zusatz von Bariumoxid in Gläsern und optischen Instrumenten ("Barytgläser") verändert die Brechkraft und das Dispersionsvermögen. Barytweiß (Bariumsulfat) ist ein beliebtes weißes Pigment für Malerfarben. Es wird auch als Füllstoff in Papieren und Kunststoffen eingesetzt. In der Medizin ist es ein bekanntes Röntgen-Kontrastmittel. Barytgelb (Bariumchromat) ist ein gelbes Pigment für Farben und keramische Erzeugnisse. Aufgrund seiner Giftigkeit wird es heute kaum noch eingesetzt. Bariumchlorid dient im analytischen Labor zum Nachweis von Sulfationen. Es spielt auch bei der Stahlhärtung eine bedeutende Rolle.  
 
 
 Grünfeuerwerk
 
 
 
 
 Bariumsalze verursachen im Feuerwerk die grüne Farbe.
 
 
Bariumverbindungen im Portrait
 
 
 
 
 
 
 
 
Copyright: Thomas Seilnacht