Lithium Helium
 
Wasserstoff                                        1H 
engl. hydrogen, griech. hydor und gennáo ("Wasserbildner")
 
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Relat. Atommasse 
Intervall (Hinweis) 
Ordnungszahl 
Schmelzpunkt 
Siedepunkt 
Oxidationszahlen 
Dichte 
Elektronegativität  
Elektronenkonfig. 
Natürl. Häufigkeit  
      
  
  
1,008 
[1,00784; 1,00811] 
1 
-259,1 °C 
-252,76 °C 
+1, -1 
0,08988 g/l 
2,20 (Pauling) 
1s1 
Protium: 99,9885% 
Deuterium: 0,0115% 
      
 
 
 
      
 
Film
7 sek
Ein brennender Holzspan wird an einen Luftballon gehalten, der mit reinem Wasserstoff gefüllt ist.
    
  GHS-Piktogramme  
  Gefahr
Gefahren (H-Sätze)  
  
H 220, 280 
   
 
CAS-Nummer 
  
1333-74-0  
   
 
 
 
Wasserstoff Physikalisch-chemische Eigenschaften
Der gasförmige Wasserstoff ist bei Zimmertemperatur farb- und geruchlos, er ist etwa 14mal leichter als Luft. Wasserstoff ist das Element mit der geringsten Dichte. Wasserstoff diffundiert leicht durch viele Materialien, sogar durch Metalle wie Platin kann er hindurchgehen. Der gebräuchliche Wasserstoff kommt immer in Form von zweiatomigen Molekülen vor (H2). Das Element Nr. 1 hat eine sehr tiefe Schmelz- und Siedetemperatur, es wird in dieser Eigenschaft nur vom Helium übertroffen. In Wasser löst sich Wasserstoff nur schlecht, während einige Metalle wie Palladium Wasserstoff bis zum 12000fachen ihres Volumens aufnehmen können. An der Luft verbrennt Wasserstoff mit einer schwach bläulichen Flamme zu Wasser. Beim Verbrennen an einer Glasdüse erscheint die Flamme oft gelblich, da das heiße Glas die Flamme beeinflusst. 
  
 
Verbrennungsprodukt des Wasserstoffs
 
 
Ein kalter Rundkolben wird an eine Wasserstoffflamme gehalten.
Dabei bildet sich ein Beschlag. Dies ist ein erster Hinweis darauf,
dass bei dieser Verbrennung Wasser entsteht.
 
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Gemische mit Luft oder gar mit reinem Sauerstoff reagieren nach einer Zündung explosiv unter sehr lautem Knall. Sie werden daher als Knallgasgemische bezeichnet.  Die optimalen Mischungsverhältnisse kommen nach den Gasgesetzen von Gay-Lussac immer in ganzen Zahlen vor. Mit Hilfe eines Eudiometers können diese Verhältnisse bestimmt werden. Wasserstoff reagiert mit Sauerstoff im Verhältnis 2 : 1 und mit Chlor im Verhältnis 1 : 1.  
 
2 H2  +  O2   2 H2O     ΔHR = -572 kJ/mol 

Wasserstoff lässt sich geregelt in Chlorgas verbrennen. Fertige Gemische mit  Sauerstoff oder mit Chlorgas explodieren bei Zündung ebenfalls heftig. Ein Knallgas-Gemisch aus Chlor und Wasserstoff kann sogar durch Lichteinwirkung zur Zündung gebracht werden. Bei dieser Reaktion entsteht gasförmiger Chlorwasserstoff, der beim Einleiten in Wasser Salzsäure bildet. 
  
H2  +  Cl2    2 HCl      ΔHR = -184 kJ/mol   
  
 

Wasserstoff reagiert mit Chlor
 
 
 
 
Wasserstoff verbrennt in Chlor mit einer weißlichen Flamme. Ein stöchiometrisches Gemisch
aus Wasserstoff und Chlor reagiert explosiv nach der Aktivierung durch ein Elektronenblitzgerät.
 
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Mit Stickstoff reagiert Wasserstoff bei hoher Temperatur, unter Druck und unter Verwendung von Katalysatoren zu Ammoniak (siehe Haber-Bosch-Verfahren):  
  
2 NH3    N2  +  3 H2     
ΔHR = +92 kJ/mol 
  
Für eine Reaktion mit den anderen Elementen ist ebenfalls hohe Temperatur und Druck notwendig, beispielsweise bei der Reaktion von Schwefel mit Wasserstoff zu Schwefelwasserstoff:  
  
S  +  H2    H2    
ΔHR = -21 kJ/mol 
  
Wasserstoff wirkt auf viele Metalloxide beim Erhitzen als Reduktionsmittel, so auch bei der Reduktion von Kupfer(II)-oxid:  
  
CuO  +  H2    Cu  +  H2O     
ΔHR = -129 kJ/mol  
  
Mit Alkali- oder Erdalkalimetallen bilden sich Hydride. Auch sämtliche Säuren enthalten Atome des Wasserstoffs. Wasserstoffatome sind Bestandteil zahlreicher organischer Verbindungen, zum Beispiel bei den Kohlenwasserstoffen (Methan, Ethan, Benzol), bei den Alkoholen (Methanol, Ethanol), den Aldehyden, den Alkansäuren, den Fetten, den Kohlenhydraten und den Eiweißen.  
  
Im Labor erfolgt der Nachweis von Wasserstoff mit der Knallgasprobe. Diese Probe dient auch zur Überprüfung, ob in einem Gas ein Knallgasgemisch vorliegt. Ertönt ein lauter pfeifender Knall, handelt es sich um Knallgas, bei einem harmlosen, dumpfen Geräusch ist nur reiner Wasserstoff im Reagenzglas.  
 
 
Durchführung der Knallgasprobe
 
 
 
 
Bei der Knallgasprobe wird ein Reagenzglas mit Wasserstoff gefüllt und mit
dem Daumen verschlossen. Dann dreht man es in die leuchtende Brennerflamme.
 
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In einer Gasentladungsröhre leuchtet der Wasserstoff blauviolett. Ein Glasröhrchen ist mit Wasserstoff unter geringem Druck gefüllt. Beim Anlegen einer Spannung entstehen im Gas frei bewegliche Ladungsträger, die je nach ihrer Polarität Richtung Anode oder Kathode beschleunigt werden. Treffen sie auf ein Atom, werden weitere Ladungsträger freigesetzt. Bei jedem Aufprall wird Strahlung  frei. Trifft ein beschleunigtes Elektron oder ein Ion auf ein Atom, absorbiert dieses einen bestimmten Energiebetrag. Hierbei geht die äußere Elektronenhülle auf ein nächst höheres Energieniveau über. Das so angeregte Atom kann diesen Zustand aber nicht halten und sendet die Energie in Form eines Strahlungsquants wieder aus. Die Frequenz der Strahlung hängt vom jeweiligen Gas ab. 
   
 
Wasserstoff in einer Gasentladungsröhre
  
Wasserstoff leuchtet bei der Gasentladung blauviolett.
 
 
 
Wasserstoff Physiologie 
Wasserstoffatome sind in den Lebewesen und im menschlichen Körper sehr häufig vertreten. Sie sind an vielen wichtigen Stoffwechselprozessen beteiligt. Ein Teil der Atome ist im Wasser chemisch gebunden. Dieser Stoff kann als "Schlüsselelement" für das Funktionieren des Lebens angesehen werden. Der Mensch besteht zu 60-70% aus Wasser. Täglich muss ein Mitteleuropäer je nach Bedarf zwei bis vier Liter Wasser trinken. Das Wasser ist im Körper das bedeutendste Transportmittel für Stoffe, es spielt aber auch bei zahlreichen Stoffwechselkreisläufen wie bei der Atmung, dem Citronensäurezyklus oder dem Harnstoffzyklus eine große Rolle. Das Ausschwitzen von Wasser dient der Temperaturregulierung. 
 
 
 Bioelemente im menschlichen Körper
 
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Ein anderer Teil der Wasserstoffatome bildet zusammen mit Kohlenstoff-, Sauerstoff-, Stickstoff- und Schwefelatomen die organischen Moleküle, aus denen die meisten in den Lebewesen enthaltenen Stoffe aufgebaut sind. Bei der pflanzlichen Zellatmung in den Mitochondrien gewährleistet die Übertragung von Protonen die Energiegewinnung und damit den Aufbau energiereicher Kohlenstoffverbindungen. 
   
Wasserstoff Vorkommen 
Wasserstoffatome sind von allen Atomsorten im Weltall mit rund 90% Anteil vor Heliumatomen am häufigsten vertreten. Die Sonne erzeugt ihre Energie durch Kernverschmelzungen von Wasserstoffatomen. Aus vier Wasserstoffkernen entsteht ein Heliumkern, dabei wird sehr viel Energie frei. 
  
Die großen Planeten unseres Sonnensystems, Jupiter und Saturn, sind Gasplaneten und bestehen wie die meisten Fixsterne und Galaxien überwiegend aus Wasserstoff. Die Elementhäufigkeit von Wasserstoff in der Erdhülle beträgt etwa 0,9%, damit steht er an neunter Stelle. Das Isotop Deuterium macht im natürlichen Wasserstoff einen geringen Anteil von etwa 0,015% aus. Wasserstoffatome kommen in gebundener Form in zahlreichen Verbindungen vor, beispielsweise im Wasser, aber auch in Eiweißen, Kohlenwasserstoffen, Kohlenhydraten oder Säuren. In der Regel kommt Wasserstoff in einer zweiatomigen Molekülform vor. Es existieren drei natürliche Isotope:  
  • Ein normales Wasserstoffatom, das Protium, besteht aus einem Proton und einem Elektron. 
  • Dagegen besitzt schwerer Wasserstoff, das Isotop Deuterium, zusätzlich ein Neutron. 
  • Überschwerer Wasserstoff, das radioaktive Isotop Tritium, besitzt zwei Neutronen. 
  
Wasserstoff Geschichte 
Das Element wurde von Paracelsus im 16. Jahrhundert durch Umsetzung von Eisen mit Säuren erstmals hergestellt und 1766 durch Henry Cavendish als Element erkannt. Der französische Chemiker Antoine Lavoisier (1743-1794) stellte 1783 erstmals 45g "künstliches" Wasser aus Wasserstoff und Sauerstoff her. Außerdem führte er Versuche zur Zerlegung von Wasser durch:    
    
 
Lavoisiers Versuch zur Zerlegung von Wasser
 
 
 
 
Lavoisier ließ einen mit Nägeln gefüllten eisernen Flintenlauf (F) in ein Kohlebecken
einmauern und erhitzte diesen bis zur Rotglut. Dann leitete er Wasserdampf durch
die Apparatur. Den entstehenden Wasserstoff fing er auf (H), die Eisennägel wog
er nach der Reaktion und stellte eine deutliche Gewichtszunahme fest. 
 
  
Lavoisier war es auch, der den französischen Namen hydrogène von griechisch hydor ("Wasser") und gennáo ("erzeugen") vorschlug. 1932 erfolgte die Entdeckung des Deuteriums durch H.C. Urey, F.G. Brickwedde und G.M. Murphy und 1934 die Entdeckung des Tritiums durch M.L.E. Oliphant, P. Harteck und E. Rutherford.  Bei der nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelten Wasserstoffbombe reagieren Deuterium- und Tritiumatome in einer Kernverschmelzung zu Heliumatomen. Eine Atombombe als Zünder leitet diese Reaktion ein. Die bei Kernfusionen freigesetzte Energie könnte in einer kontrolliert ablaufenden Einrichtung auch zur zukünftigen Energiegewinnung dienen. Entsprechende Kernfusionsrekatoren befinden sich aber noch im experimentellen Stadium. 
 
Den ersten Versuch zur Verwendung von Wasserstoff als Transportmittel unternahm der französische Physiker Jacques Charles (1746-1823) am 27. August 1783 in Paris. Er startete einen Ballon aus Seide mit vier Metern Durchmesser, der mit Wasserstoff gefüllt war. Das Fluggerät erhob sich rund einen Kilometer hoch und flog in einem dreiviertelstündigen Flug vom Marsfeld in Paris in das benachbarte Dorf Gonesse. Das Fluggerät konnte eine Last von neun Kilogramm tragen. Den ersten bemannten Flug führte er am 1. Dezember des gleichen Jahres durch. Der Flug dauerte zwei Stunden, er erreichte dabei eine Höhe von bis zu drei Kilometern und flog 36 Kilometer weit. Den Wettstreit mit den Brüdern Montgolfier hatte er aber verloren, denn deren Heißluftballon war nur zehn Tage zuvor mit zwei menschlichen Luftfahrern gestartet. 
  
 
Erster bemannter Flug mit einem Wasserstoffballon
 
 
Am 1. Dezember 1783 startete Jacques Charles zusammen mit
seinem Bruder Robert in Paris in einem mit Wasserstoff gefüllten Ballon.
 
 
In der Folgezeit entstanden Pläne von verschiedenen Konstrukteuren zum Bau eines Luftschiffs. Aber erst der französische Ingenieur Henri Griffard (1825-1882) setzte die Pläne auch um. Am 24. September 1852 startete sein Luftschiff in Paris zu einem 27 Kilometer langen Flug. Griffards motorisierter Langballon war mit einer etwa 2 Kilowatt starken Dampfmaschine angetrieben. Fahrer, Gondel und Motor waren hängend unter dem 44 Meter langen Ballon auf einem Balken angebracht. Nach diesem ersten Versuch wurden verschiedene Antriebstechniken entwickelt, es gab später zahlreiche Versuche mit Verbrennungs- und Elektromotoren, und sogar Geräte, die mit Muskelkraft betrieben wurden, kamen zum Test. Die Revolution brachten aber dann Luftschiffe, die mit einem starren Aluminiumgerüst versehen waren. Ferdinand Graf von Zeppelin (1838-1917) präsentierte im Jahr 1900 den Prototypen LZ 1 (Luftschiff Zeppelin 1). Das 128 Meter lange Gefährt wurde von zwei Benzinmotoren der Firma Daimler mit einer Leistung von jeweils 10,4 Kilowatt angetrieben. Ab 1909 beförderten die Luftschiffe regelmäßig Passagiere. Im Ersten Weltkrieg kamen sie als Aufklärungsfluggeräte und zum Abwurf von Bomben zum Einsatz. In den 1930er-Jahren verkehrte eine regelmäßige Fluglinie von Friedrichshafen am Bodensee in die USA und nach Brasilien. Nach der Katastrophe von Lakehurst im Jahre 1937 war die Verwendung von Wasserstoff als Transportmittel in den Zeppelinen vorläufig beendet.  
  
Eine Renaissance erlebte der Wasserstoff mit dem Beginn der Raumfahrt. Raketen mit Flüssigkeitsantrieb verwenden Wasserstoff als Brennstoff. Die Raumfähren des amerikanischen Space-Shuttle-Programms wurden mit Wasserstoff angetrieben. Am 12. April 1981 hob die Columbia als erste bemannte und wiederverwendbare Raumfähre ab und flog in eine Umlaufbahn der Erde, um zwei Tage später wieder unversehrt zu landen. Beim Challenger-Unglück am 28. Januar 1986 explodierte die Raumfähre kurz nach dem Start in 15 Kilometern Höhe, weil durch ein Leck der Feststoffraketen eine heiße Flamme austrat und die Tankhülle beschädigte. Die sieben Besatzungsmitglieder wurden getötet. Eine weitere Katastrophe ereignete sich im Januar 2003 als die Columbia beim Eintritt in die Erdatmosphäre zerbrach. Das ab 2010 eingesetzte Raumschiff Orion - als Nachfolger der Space Shuttles - wird mit einer Ares-Rakete angetrieben, die in der zweiten Stufe flüssigen Wasserstoff als Brennstoff verwendet.   
  
Die Verwendung von Wasserstoff als Treibstoff für Kraftfahrzeuge in Verbindung mit Brennstoffzellen benötigte eine längere Entwicklungsphase. Das Problem besteht darin, das Gas kompakt und einfach zu speichern. Lit [53]  Dabei kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz:  
  • Eine Möglichkeit besteht in der Verwendung von Hochdrucktanks. Hierfür ist bei der Betankung ein Kompressionsverfahren notwendig und die Tanks benötigen viel Platz. Für LKW's und Busse ist das Verfahren aber durchaus geeignet. 
  • Flüssiger Wasserstoff zeichnet sich durch eine hohe Energiedichte aus. Allerdings erfordert das Verflüssigen von Wasserstoff viel Energie, und die Tanks mit dem flüssigen Wasserstoff müssen gut isoliert sein. Ein auf dieser Technik basierendes Wasserstoffauto der BMW wurde im Jahre 2000 der Öffentlichkeit vorgestellt.
  • Bestimmte Metalllegierungen können große Mengen an Wasserstoff aufnehmen. Tanks mit geeigneten Stoffen wie Natriumalanat haben ebenfalls ein relativ hohes Gewicht. Beim Binden von Wasserstoff entsteht der Hydridkomplex Natriumaluminiumhydrid. Beim Erwärmen wird der Wasserstoff wieder frei. Der Durchbruch wird wohl mit der Verbindung der Nanotechnolgie und der Solar- und Wasserstofftechnik kommen. Lit [53 und 54]  Die Nanotechnologie entwickelt Materialien mit einer extrem großen Oberfläche im Nanobereich. Nanomaterialien auf reiner Kohlenstoffbasis haben zwar eine große Oberfläche, sie können aber keinen Wasserstoff speichern. Verbindet man aber anorganische Substanzen über organische Streben erhält man poröse, kristalline Materialien. Sogenannte metallorganische Gerüststrukturen (MOFs) haben Oberflächen von bis zu 5500 Quatradmetern pro Gramm, und sie können auch Wasserstoff speichern.
  
Wasserstoff Herstellung     
Im Labor kann Wasserstoff durch Elektrolyse von Wasser, das mit Natronlauge oder Schwefelsäure elektrisch leitfähig gemacht wurde, hergestellt werden. Nach diesem Prinzip kann mit Hilfe der Wasserstofftechnologie Energie nutzbar gemacht werden. 
  
 
Prinzip der Wasserstofftechnologie
 
 
 
 
Der in Solarzellen erzeugte elektrische Strom zerlegt in einer Elektroylse Wasser zu
Wasserstoff und Sauerstoff. Der Wasserstoff kann in einem Tank aufbewahrt werden.
 
 
Eine andere Möglichkeit wäre die Reaktion von Salzsäure mit granuliertem Zink. Dabei hängt die Reaktionsgeschwindigkeit von der Konzentration und der Temperatur der Säure und der Oberfläche des Zinks ab: 
  
Zn  +  2 HCl   ZnCl2  +  H2   
  
 
Herstellen von Wasserstoff aus Zink und Salzsäure
 
 
 
 
Gibt man zu Zinkgranalien 10%ige Salzsäure, dann bildet sich Wasserstoff.
Dieser kann in einer pneumatischen Wanne aufgefangen werden.
 
 
Bei der Reaktion von Calcium mit Wasser (im Reagenzglas) entsteht Wasserstoff, der sich an einer Düse (mit Rückschlagsicherung) entzünden lässt. Die Zugabe von Phenolphthaleinlösung weist die Bildung einer alkalischen Lösung nach. Diese wird durch das Lösen des entstehenden Calciumhydroxids in Wasser gebildet. Barium und Strontium reagieren noch lebhafter mit Wasser unter Wasserstoffbildung.  
  
 Ca  +  2 H2  Ca(OH)2  +  H2 
 
 
Reaktion von Calcium mit Wasser
 
 
 
 
Bei der Reaktion von Calcium mit Wasser im Reagenzglas entsteht eine
lebhafte Gasentwicklung. Das Gas lässt sich an der Düse entzünden.
Das zweite Reaktionsprodukt wird mit Phenolphthalein nachgewiesen.
 
Filme mit Calcium, Barium und Strontium erhältlich auf >DVD
  
  
In der chemischen Industrie gewinnt man Wasserstoff durch eine katalytische Dampfspaltung von Methan aus dem Erdgas. Dabei wird das Methan (CH4) an einem Nickel-Katalysator bei einer Temperatur von ca. 900°C mit Wasserdampf umgesetzt. Neben Wasserstoff entsteht auch Kohlenstoffmonooxid (CO):    
  
CH4  +  H2O (gas)    CO  +  3 H2     
  
Das entstehende Gasgemisch, das Synthesegas, ist ein wichtiges Zwischenprodukt für die Ammoniaksynthese oder die Methanol-Produktion. Zum Abtrennen des Kohlenstoffmonooxids wird das Synthesegas zunächst  in mehreren Stufen über weitere Katalysatoren geleitet, dabei reagiert Kohlenstoffmonooxid mit Wasserdampf zu Kohlenstoffdioxid. Dieses Gas lässt sich in einer wässrigen Lösung von Diethanolamin gut lösen, während der Wasserstoff darin nicht löslich ist. Heiße Membranen aus Palladium sind durchlässig für Wasserstoff, andere Gase nicht. Dadurch lässt sich hochreiner Wasserstoff isolieren.
  
Wasserstoff Verwendung 
Früher wurde Wasserstoff zur Füllung von Zeppelinen verwendet. Heute befindet sich in den Luftschiffen nur noch Helium. Das Gas ist im Handel in roten Stahlflaschen erhältlich und wird zum Autogenschweißen von Blei und Aluminium oder zum Schneidbrennen benötigt.   
 
 
Schneidbrennen mit Wasserstoff
 
 
 
 
Der "Daniellsche Hahn" ist ein mit Wasserstoff und Sauerstoff betriebener Schneidbrenner.
 
  
Wasserstoff ist neben Stickstoff ein wichtiger Ausgangstoff zur Synthese von Ammoniak nach dem Haber-Bosch-Verfahren und wird zur Herstellung zahlreicher Wasserstoffverbindungen wie Methanol benötigt. Wasserstoff dient zur Reduktion von Eisenerzen. Seine Anwendung als Energieträger ist sehr vielseitig. Man benötigt ihn als Brenngas in Raketentreibstoffen oder bei der Wasserstofftechnologie zur Stromerzeugung in Brennstoffzellen. Das Wasserstoffauto wird vielleicht in der Zukunft das Auto mit Benzinmotor ablösen. Aufgrund der hohen Wärmekapazität eignet sich Wasserstoff als Kühlmittel in Kraftwerken und Industrieanlagen. 
 
 
Selbstleuchtender Schlüsselanhänger mit Tritium
 
 
 
 
 Das Glasröhrchen aus Borosilicatglas ist von innen mit einem Leuchtmittel beschichtet.
Das wenig enthaltene Tritium regt bei seinem b-Zerfall das Leuchtmittel zum Leuchten an.
Eine solche Tritiumgaslichtquelle leuchtet mehrere Jahrzehnte lang Tag und Nacht.
 
 
Das Isotop Deuterium dient in Schwerwasserreaktoren als Moderator, dadurch werden die bei der Kernspaltung entstehenden Neutronen abgebremst. Die langsamen Neutronen ermöglichen die Kettenreaktion. Das Isotop Tritium entsteht in Kernreaktoren. Deuterium und Tritium fusionieren in der Wasserstoffbombe zu Helium. Bei der geregelten Kernfusion, die sich noch im Versuchsstadium befindet, wird versucht, die dabei frei werdende Energie zu nutzen. In radioaktiven Leuchtfarben wird eine Tritiumverbindung mit einem fluoreszierenden Farbstoff wie Zinksulfid vermischt. Zifferblätter von Tritiumuhren, die zum Beispiel beim Tauchen eingesetzt werden, strahlen nur als schwacher Alphastrahler. Die Strahlung wird bereits durch das Uhrglas abgefangen. Es sind auch Schlüsselanhänger und Polizeileuchten erhältlich, die diese Lichtquelle nutzen. In der Medizin dient das Tritium zum Markieren von Krebszellen.
 
Wasserstoff Experimente - Medien  
Demonstrationen mit Wasserstoff 
Volumenverhältnisse bei Knallgasreaktionen 
Digitale Folien zum Wasserstoff 
Otto Hahn und Lise Meitner
 
 
Wasserstoffverbindungen im Portrait (Auswahl)
 
Kristallwasser
bei den Salzen
 Organische
Stoffe
 Säuren/
Basen
  Chlor-
wasserstoff
 Fluor-
wasserstoff
Schwefel-
wasserstoff
 
 
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