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Im
reinen Zustand ist Strontium ein silbergrau glänzendes, relativ weiches
Leichtmetall, das an der Luft gelbgrau anläuft. Dabei reagiert es
zu Strontiumoxid SrO und wandelt sich später unter dem
Einfluss von Luftffeuchtigkeit zu Strontiumhydroxid Sr(OH)2
um. Strontium ist ein sehr unedles Metall, das beim Erhitzen an der Luft
mit hellem Licht unter Funkensprühen verbrennt. Es lässt sich
auch durch Reibung an einem harten Gegenstand entzünden, in Pulverform
verbrennt es sogar spontan.
Mit Wasser und verdünnter Salzsäure reagiert Strontium heftig unter Bildung von Wasserstoff und den entsprechenden Salzen: Sr + 2 H2O Sr + 2 HCl Mit Wasserstoff reagiert Strontium bei Raumtemperatur zu Strontiumhydrid. Bei höheren Temperaturen reagiert es auch mit den Halogenen, mit Schwefel, Stickstoff, Phosphor und Kohlenstoff zu den entsprechenden Salzen. Strontiumsalze erzeugen bei der Flammprobe eine typische, rote Flammenfarbe. |
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natürlich vorkommende Strontium wird vom Körper wie das Calcium
in die Knochen eingebaut. Dort vermindert es den Calciumtransport und verringert
den Verkalkungsprozess. In wie weit sich das auswirkt, ist nicht hinreichend
geklärt. Bei der Berührung mit der Haut und beim Einatmen der
Stäube bildet sich Strontiumhydroxid. Dieser Stoff wirkt ätzend
auf Augen, Haut und Schleimhäute.
Das radioaktive Isotop Sr-90 wurde durch Kernwaffentests in der Atmosphäre verbreitet und trat 1986 auch im radioaktiven Fallout bei der Katastrophe von Tschernobyl auf. Es wird in den Knochen eingelagert. Aufgrund seiner Halbwertszeit von etwa 29 Jahren wird es nur sehr langsam abgebaut. Als Folge können Tumore an den Knochen entstehen. |
Mit
einem Massenanteil von 0,014 % steht Strontium an 22. Stelle der Elementhäufigkeit.
Es steht damit zwischen Nickel und Vanadium. In der Natur kommt es nicht
elementar vor. Die wichtigsten Strontiumminerale sind der Coelestin
(Strontiumsulfat) und der Strontianit
(Strontiumcarbonat). Den Strontianit findet man beispielsweise in den USA,
aber auch in Schottland, in Clausthal/Harz oder den Hohen Tauern in Österreich
gibt es kleinere Vorkommen.
Die wichtigsten Coelestin-Lagerstätten liegen in Mexiko, Marokko, Spanien, Algerien, Tunesien, Türkei und im Iran. Die bekanntesten Coelestine für Mineraliensammler kommen aus Madagaskar. Sie zeichnen sich durch ihre Blaufärbung aus.
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| Das Element wurde im Jahre 1795 von dem schottischen Arzt Adair Crawford (1748-1795) in Edinburgh entdeckt. Er untersuchte das in der Nähe des Ortes Strontian gefundene Mineral Strontianit und stellte fest, dass sich die Flammenfärbung bei der Flammprobe des gemahlenen Minerals im Gegensatz zum Calcium geringfügig unterschied. Sir Humphry Davy gelang es im Jahre 1808 als erstem, metallisches Strontium in unreiner Form herzustellen. Sehr reines Strontium stellten die deutschen Chemiker R.W. Bunsen und A. Matthiesen in Heidelberg durch eine Schmelzflusselektrolyse von Strontium- und Ammoniumchlorid dar. Das Element wurde durch M.H. Klaproth nach dem Mineral Strontianit, bzw. nach der schottischen Ortschaft Strontian benannt. |
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Nach dem chemischen Aufschluss der Strontiummineralien erhält man Strontiumchlorid oder Strontiumoxid. Das Chlorid kann durch eine Schmelzflusselektrolyse unter Zugabe von Kaliumchlorid zur Senkung der Schmelztemperatur hergestellt werden. Das Oxid lässt sich mit Hilfe von Aluminiumgrieß reduzieren: 3 SrO + 2 Al Man erhält unreines Strontium, das durch eine nachfolgende Vakuumdestillation gereinigt wird. |
| Copyright: Thomas Seilnacht |