Rubidium Calcium  Barium Yttrium
 
Strontium                                          38Sr
 engl. strontium (nach dem schottischen Ort Strontian)
 
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Relat. Atommasse 
Ordnungszahl  
Schmelzpunkt  
Siedepunkt  
Oxidationszahlen   
Dichte  
Härte (Mohs)   
Elektronegativität  
Elektronenkonfig. 
Natürl. Häufigkeit   
  
  
 
87,62    
38    
777 °C    
1382 °C    
   
2,64 g/cm³   
1,5    
0,95 (Pauling)      
[Kr]5s²   
Sr-84: 0,56%  
Sr-86: 9,86%  
Sr-87: 7,00%  
Sr-88: 82,58%
 
 
      
 
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Ein Stück Strontium wird in Salzsäure gehalten und danach in die Brennerflamme.
    
  GHS-Piktogramme  
  Gefahr
Gefahren (H-Sätze)  
 
H 261 
  
 
CAS-Nummer 
   
7440-24-6 
   
  
 
 
Physikalisch-chemische Eigenschaften
Im reinen Zustand ist Strontium ein silbergrau glänzendes, relativ weiches Leichtmetall, das an der Luft gelbgrau anläuft. Dabei reagiert es zu Strontiumoxid  SrO  und wandelt sich später unter dem Einfluss von Luftffeuchtigkeit zu Strontiumhydroxid  Sr(OH) um. Strontium ist ein sehr unedles Metall, das beim Erhitzen an der Luft mit hellem Licht unter Funkensprühen verbrennt. Es lässt sich auch durch Reibung an einem harten Gegenstand entzünden, in Pulverform verbrennt es sogar spontan.  
   
 
Unterscheidung von Salzen mit der Flammenfarbe
 
 
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Befeuchtet man ein Magnesiastäbchen mit verdünnter Salzsäure und benetzt man
dieses mit Salz, zeigt sich auch bei den Erdalkalimetallsalzen eine typische
Flammenfarbe, wenn man das Stäbchen in die rauschende Brennerflamme hält.
 
  
Mit Wasser und verdünnter Salzsäure reagiert Strontium heftig unter Bildung von Wasserstoff und den entsprechenden Salzen:  
  
Sr  +  2 H2  Sr(OH)2  +  H2   
Sr  +  2 HCl   SrCl2  +  H2   
  
Mit Wasserstoff reagiert Strontium bei Raumtemperatur zu Strontiumhydrid. Bei höheren Temperaturen reagiert es auch mit den Halogenen, mit Schwefel, Stickstoff, Phosphor und Kohlenstoff zu den entsprechenden Salzen. Strontiumsalze erzeugen bei der Flammprobe eine typische, rote Flammenfarbe. 
   
Toxikologie 
Das natürlich vorkommende Strontium wird vom Körper wie das Calcium in die Knochen eingebaut. Dort vermindert es den Calciumtransport und verringert den Verkalkungsprozess. In wie weit sich das auswirkt, ist nicht hinreichend geklärt. Bei der Berührung mit der Haut und beim Einatmen der Stäube bildet sich Strontiumhydroxid. Dieser Stoff wirkt ätzend auf Augen, Haut und Schleimhäute. 

Das radioaktive Isotop Sr-90 wurde durch Kernwaffentests in der Atmosphäre verbreitet und trat 1986 auch im radioaktiven Fallout bei der Katastrophe von Tschernobyl auf. Es wird in den Knochen eingelagert. Aufgrund seiner Halbwertszeit von etwa 29 Jahren wird es nur sehr langsam abgebaut. Als Folge können Tumore an den Knochen entstehen.

  
Vorkommen 
Mit einem Massenanteil von 0,014 % steht Strontium an 22. Stelle der Elementhäufigkeit. Es steht damit zwischen Nickel und Vanadium. In der Natur kommt es nicht elementar vor. Die wichtigsten Strontiumminerale sind der Coelestin (Strontiumsulfat) und der Strontianit (Strontiumcarbonat). Den Strontianit findet man beispielsweise in den USA, aber auch in Schottland, in Clausthal/Harz oder den Hohen Tauern in Österreich gibt es kleinere Vorkommen.  
  
 
  Strontianit aus der Minerva Mine, Hardin County, Illinois/USA
 
 
 Der Strontianit (Strontiumcarbonat) bildet oft büschelige Kristallaggregate aus.
 
  
Die wichtigsten Coelestin-Lagerstätten liegen in Mexiko, Marokko, Spanien, Algerien, Tunesien, Türkei und im Iran. Die bekanntesten Coelestine für Mineraliensammler kommen aus Madagaskar. Sie zeichnen sich durch ihre Blaufärbung aus.  
 
 
 Coelestin aus Madagaskar
 
 
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 Der Coelestin ist aus Strontiumsulfat aufgebaut.
 
 
Geschichte 
Das Element wurde im Jahre 1795 von dem schottischen Arzt Adair Crawford (1748-1795) in Edinburgh entdeckt. Er untersuchte das in der Nähe des Ortes Strontian gefundene Mineral Strontianit und stellte fest, dass sich die Flammenfärbung bei der Flammprobe des gemahlenen Minerals im Gegensatz zum Calcium geringfügig unterschied. Sir Humphry Davy gelang es im Jahre 1808 als erstem, metallisches Strontium in unreiner Form herzustellen. Sehr reines Strontium stellten die deutschen Chemiker R.W. Bunsen und A. Matthiesen in Heidelberg durch eine Schmelzflusselektrolyse von Strontium- und Ammoniumchlorid dar. Das Element wurde durch M.H. Klaproth nach dem Mineral Strontianit, bzw. nach der schottischen Ortschaft Strontian benannt.  
  
Herstellung     
 
Nach dem chemischen Aufschluss der Strontiummineralien erhält man Strontiumchlorid oder Strontiumoxid. Das Chlorid kann durch eine Schmelzflusselektrolyse unter Zugabe von Kaliumchlorid zur Senkung der Schmelztemperatur hergestellt werden. Das Oxid lässt sich mit Hilfe von Aluminiumgrieß reduzieren:  
 
3 SrO  +  2 Al   Al2O3  +  3 Sr   
  
Man erhält unreines Strontium, das durch eine nachfolgende Vakuumdestillation gereinigt wird.
  
Verwendung 
In geringem Umfang wird Strontium für Elektronenröhren, zum Härten von Bleiplatten in Akkumulatoren, zum Entfernen von Schwefel und Phosphor aus Stahl und zur Härtung harter Spezialstähle verwendet. Von größerer Bedeutung sind die Strontiumverbindungen. Strontiumnitrat erzeugt in Feuerwerkskörpern und Signalraketen die rote Farbe.  
 
 
 Feuerwerk über Bern am 1. August
 
 
  
 Strontiumsalze verursachen im Feuerwerk die rote Farbe.
 
 
Strontiumoxid wird dem Glas von Farbbildröhren zur Strahlungsverminderung beigemischt. Strontiumbromid ist ein in der Medizin verwendetes Beruhigungsmittel. Das radioaktive Isotop Sr-90 ist ein vielfach verwendeter Betastrahler. Es wird als Markierungssubstanz, zur Dickenmessung und in der Nuklearmedizin zur Strahlentherapie eingesetzt. In Strontiumbatterien dient es zur direkten Umwandlung von Betastrahlung in elektrische Energie. Derartige Batterien halten bis zu 25 Jahre. Sie werden in Schweizer Uhren, in tragbaren Fernsehern oder in Funktelefonen eingesetzt.  
 
Copyright: Thomas Seilnacht