Magnesium Bor  Gallium Silicium
 
 Aluminium                                       13Al
 engl. aluminium; lat. alumen ("Alaun")
 
Zoom!
Bild vergrößern (nur auf CD-ROM)
Relat. Atommasse   
Ordnungszahl    
Schmelzpunkt    
Siedepunkt    
Oxidationszahlen     
Dichte    
Härte (Mohs)     
Elektronegativität    
Elektronenkonfig.   
Natürl. Häufigkeit 
26,9815386   
13   
660,32 °C     
2519 °C    
3   
2,6989 g/cm³    
2,75     
1,61 (Pauling)       
[Ne]3s23p1   
Al-27  100%
 
 
      
 
Film nur auf
CD-ROM
 
16 sek
Beim Streuen von feiner Aluminiumbronze in eine Brennerflamme erhält man ein kleines Feuerwerk. 
    
Al-Pulver phlegmatisiert 
GHSGefahr
Gefahren (H-Sätze) 
H 228, 261 
 
Das kompakte Metall ist nicht 
kennzeichnungspflichtig.
CAS-Nummer 
7429-90-5 
  
  
Etikett drucken
 
 
Physikalisch-chemische Eigenschaften
Reines Aluminium glänzt silbergrau, es ist so weich, dass man es leicht mit einem Messer ritzen kann. Die erklärt auch, warum sich Aluminium ohne Probleme zu dünnen Blechen und Folien walzen lässt. Aluminium hat eine niedrige Schmelztemperatur und besitzt eine sehr gute elektrische Leitfähigkeit und gute Wärmeleitfähigkeit. Fein verteiltes Aluminium verbrennt an der Luft unter Lichtblitz und starker Wärmeentwicklung zu Aluminiumoxid:  
  
4 Al  +  3 O2   2 Al2O3       ΔHR = -3352 kJ/mol   
 
 
 Metallpulver in der Brennerflamme
 
 
Bild vergrößern (nur auf CD-ROM)
 
 
 Bläst man feines Aluminiumpulver (Al) über eine Brennerflamme,
verbrennt dieses unter heller Feuererscheinung.
 
 
Obwohl Aluminium ein relativ unedles Metall ist - es steht in der Spannungsreihe zwischen Mangan und Magnesium - ist es gegen Luftfeuchtigkeit und Luftsauerstoff viel unempfindlicher als Eisen. Dies beruht auf der dünnen Oxidschicht, die sich bei frisch angeritztem Aluminium innerhalb weniger Sekunden bildet und das darunter liegende Aluminium vor weiterer Korrosion schützt.  
   
Aluminium reagiert sehr gerne mit Sauerstoff und eignet sich als Reduktionsmittel zum Beispiel bei der Herstellung von Roheisen aus Eisenerz (Thermitverfahren). Das Aluminiumpulver entzieht dabei dem Metalloxid die Sauerstoffatome.  

 

 Thermitschweißen bei der Bahn
 
 
Zoom
Bild vergrößern (nur auf CD-ROM)
 
 
 Beim Thermitschweißen wird ein Gemisch aus Aluminiumgrieß und Eisenoxid gezündet.
Das Aluminium reduziert das Eisenoxid und man erhält elementares Eisen.
 
Film erhältlich auf >DVD
 

Von Salzen verschiedener Metalle (Blei, Eisen, Kupfer, Nickel, Natrium, Quecksilber, Zink und Zinn) wird Aluminium angegriffen. Es löst sich auch sehr leicht in starken Säuren unter Wasserstoffbildung und Bildung der entsprechenden Salze, mit Salzsäure erhält man Aluminiumchlorid und Wasserstoff:   
  
2 Al  +  6 HCl   2 AlCl3  +  3 H2    
   
Die dabei entstehenden Salze reagieren infolge ihrer Hydrolyse in wässrigen Lösungen sauer. Zunächst löst es sich langsam, solange bis sich die schützende Oxidschicht aufgelöst hat, dann erfolgt eine raschere Zersetzung. In oxidierend wirkenden Säuren wie (kalte) Salpetersäure wird Aluminium nicht angegriffen, da sich die oxidierte Schutzschicht des Metalls weiter verstärkt. Mit Natronlauge bildet es unter stürmischer Wasserstoffentwicklung Natriumhydroxoaluminat:   
  
2 Al  +  2 NaOH  +  6 H2  2 Na[Al(OH)4]  +  3 H2    
   
 

 Aluminiumfolie in Natronlauge
 
 
 
 
 Eine Aluminiumfolie wird in Natronlauge rasch zersetzt.
 
Film erhältlich auf >DVD
 
   
Toxikologie 
Die akute toxische Wirkung von Aluminium und seinen Verbindungen ist relativ gering. Beim Verschlucken werden sie über die Niere ausgeschieden. Bei Personen mit Nierenfunktionsstörungen können hierbei aber auch Probleme auftreten. Das Metall hat die Eigenschaft, sich um Amalgamfüllungen herum anzulagern. Eine andere Aufnahmemöglichkeit besteht bei der Gabe von aluminiumhaltigen Antazida oder bei Dialysepatienten über die Gabe von aluminiumsalzhaltiger Dialyseflüssigkeit. Die Aluminiumionen lagern sich im Gehirngewebe ein. Ein bekanntes Krankheitsbild ist die Dialyseenzephalopathie. Lit [37]  Es ist eine Erkrankung des Zentralnervensystems, bei der Symptome wie Gedächtnisstörungen oder Krampfanfälle und im Endstadium Demenz auftreten. 

Beim Einatmen von Aluminiumstäuben über einen längeren Zeitraum hinweg können chronische Lungenkrankheiten entstehen.

  
Vorkommen 
Das Metall steht in der Elementhäufigkeit mit einem Anteil von 7,57% an dritter Stelle nach Sauerstoff und Silicium. Es kommt elementar in der Natur nur sehr selten vor, meistens in Form von silbergrau glänzenden Einlagerungen in bestimmten Gesteinen. In den Feldspäten und Glimmern ist Aluminium als Aluminiumsilicat chemisch gebunden. Das Mineral Korund (Rubin, Saphir) enthält Aluminiumoxid. Das wichtigste Aluminiumerz ist der Bauxit, der im wesentlichen aus einem Gemisch von Al-Hydroxiden und Al-Oxiden besteht. Die wichtigsten Erzvorkommen befinden sich in Australien, Guinea, Brasilien, Jamaika, Indien, Guyana und Indonesien.   
 
 
 Bauxit aus Les Baux/Provence
 
 
Zoom!
Bild vergrößern (nur auf CD-ROM)
 
 
 Das Aluminiumerz Bauxit besitzt eine rötliche Farbe.
 
 
Geschichte 
Aluminium als Element wurde im Jahre 1825 von dem Dänen Hans Christian Oersted (1777-1851) bei der Zerlegung von Alaunerde entdeckt. Der Name leitet sich daher von lateinisch alumen ("Alaun") ab. Reines Aluminium stellte Friedrich Wöhler (1800-1882) im Jahre 1827 durch Reduktion von Aluminiumchlorid mit Kalium her. An den erhaltenen Metallflittern konnte Wöhler erstmals die Eigenschaften des Metalls untersuchen.  
   
 
 Friedrich Wöhler (1800-1882)
 
 
 
 
 Friedrich Wöhler stellte als erster reines Aluminium her.
 
  
Im Jahre 1854 gelang dem Pariser Chemiker Henri Sainte-Claire Deville (1818-1881) eine Darstellung des reinen  Aluminiums aus dem Mineral Kryolith durch eine Reduktion mit Natrium. Dadurch war die Grundlage für die großtechnische Produktion des heute sehr bedeutenden Metalls gelegt.
  
Herstellung     
Die Herstellung aus Bauxit erfolgt in zwei Schritten: Das Erz wird zunächst von Verunreinigungen gereinigt, so dass man reine Tonerde (Aluminiumoxid) erhält. Durch Zugabe von Natronlauge wird das im fein gemahlenen Bauxit enthaltene Aluminiumhydroxid zu wasserlöslichem Natriumaluminat  Na[Al(OH)4] umgewandelt. Die ebenfalls enthaltenen Oxide der anderen Metalle gehen nicht in Lösung, sie bleiben im sogenannten Rotschlamm zurück. Die typische rote Farbe des Rotschlammes wird durch Eisenhydroxide verursacht. Die Metalloxide und -hydroxide können aus dem Rotschlamm abfiltriert werden, so dass die Natronlauge im Filtrat verbleibt. Durch Abkühlen auf unter 90°C und durch Zugabe von Impfkristallen erhält man reines Aluminium(III)-oxid-Trihydrat . Die Natronlauge wird abgetrennt, nach dem Erhitzen auf über 1200°C erhält man trockene Tonerde oder Aluminiumoxid  Al2O3. [Lit 7 und 74] 

Das Metall wird anschließend in der Schmelzfluss-Elektrolyse nach Hall-Héroult gewonnen. Um den Schmelzpunkt der Tonerde herabzusetzen, gibt man das Flussmittel Kryolith hinzu. Die Elektrolyse erfolgt bei einer Spannung von etwa 5 Volt. Das Aluminium bildet sich an der Kohle-Kathode, es ist aufgrund der hohen Badtemperatur von 950°C flüssig. 
   
 

 Schmelzflusselektrolyse
 
Bild vergrößern (nur auf CD-ROM)
 
 Das gebildete Aluminium bleibt aufgrund der höheren Dichte am Boden der Schmelze.
 
  
Verwendung 
Aluminium und seine Legierungen gehören heute zu den wichtigsten Werkstoffen zum Bau von Profilen, Rohren und Blechen. In der Lebensmittelindustrie ist Aluminiumfolie ein wichtiges Verpackungsmittel. Das Metall dient aber auch zur Herstellung von Kochgeschirr, Milchkannen und Trinkbechern. Aluminiumbronze wird in Rostschutzfarbe eingesetzt und spielt bei der Herstellung von Feuerwerkskörpern und Sprengstoffen eine Rolle. In Grießform wird es beim Thermitschweißen eingesetzt. Reinstes Aluminium wird in elektrischem Leitermaterial eingesetzt, beispielsweise in Hochspannungsleitungen. Duraluminium ist eine wichtige Aluminiumlegierung für den Fahrzeug- und Maschinenbau und für die Luftfahrt. Sie enthält neben dem Aluminium etwa 4% Kupfer, 0,5% Magnesium und 0,6% Mangan, sowie Spuren von Eisen und Silicium  
   
  
 Eloxierte Gegenstände
 
 
 
 
 Beim Eloxieren wird auf elektrochemischem Weg eine besonders dicke Oxidschicht erzeugt.
 
  
Beim Eloxieren wird das Aluminium auf elektrolytischem Weg oxidiert. Der zu eloxierende Gegenstand wird als Anode in eine Elektrolytlösung, bestehend aus verdünnter Schwefelsäure, gehängt. Beim Anlegen einer Spannung entsteht an der Kathode (Blei oder Aluminium) Wasserstoff und die Anode überzieht sich mit einer Oxidschicht. Diese Schicht ist besonders dick, widerstandfähig und schützt gut vor Korrosion. Die Eloxalschicht enthält Poren, in die man Farbstoffe einlagern kann. So erhalten eloxierte Gegenstände ein ästhetisch ansprechendes Aussehen.
 
Experimente - Medien  
Schmelzfluss-Elektrolyse 
Demonstrationen zum Thermitverfahren 
Thermitschweißen bei der Bahn
 
 
Copyright: Thomas Seilnacht