Freibergit-Serie
engl. Freibergite
Nach dem Typlokalität-Revier, der Grube Himmelfahrt im Revier Freiberg (Kenngott 1853)
Formel

Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
Ag6(X,Y)Sb4S12-13
X = Fe, Cu4 Y = Zn, Zn2 oder Fe2
Antimonide, Sulfide
stahlgrau, schwarz
schwarz mit Rotstich
Metallglanz
undurchsichtig
3,5 – 4
5,4 g/cm³
keine
muschelig, uneben

kubisch
kubisch-hexakistetraedrisch
FreibergitLupe

Beschreibung

Aus der Freibergit-Serie sind vier Minerale bekannt: Argentotetraedrit-(Fe), Argentotetraedrit-(Zn), Kenoargentotetraedrit-(Fe) und Kenoargentotetraedrit-(Zn). Darüber hinaus gibt es noch zwei Minerale aus der Arsenofreibergit-Serie, der Argentotennantit-(Zn) und der Kenoargentotennantit-(Fe). All diese werden wie die Minerale der Tetraedrit-Serie und der Tennantit-Serie zu der übergeordneten Tetraedrit-Gruppe zugeordnet. Die Freibergite bilden meistens massig-derbe Aggregate. Eher selten kommen Kristalle im tetraedrischen Habitus vor. Ein Freibergit löst sich in Salpetersäure.

Als Typlokalität und erste Fundstelle gilt die Grube Himmelfahrt im Revier Freiberg im sächsischen Erzgebirge. Schon am Ende des 17. Jahrhunderts fand sich in den Sammlungen ein Erz mit der Bezeichnung „Weißgültigerz“. Karl Gustav Adalbert von Weissenbach (1797–1846) beschrieb 1831 als erster das „Weißgiltigerz“ als eigenständiges Mineral. Zuvor hatten mehrere Chemiker das Mineral analysiert. Der deutsche Mineraloge Gustav Adolf Kenngott (1818–1897) gab dem Mineral im Jahr 1853 den danach gültigen Namen nach dem Bergbaurevier Freiberg.

Aus der ebenfalls im Revier Freiberg liegenden Grube Himmelsfürst sind Paragenesen mit Galenit (Bleiglanz) und Ankerit (Braunspat) bekannt. Weitere typische Begleitminerale sind die Fahlerze, sowie Arsenopyrit, Chalkopyrit, Pyrit oder Sphalerit. In Österreich wird Freibergit an verschiedenen Fundstellen in den Hohen Tauern gefunden. Ein Freibergit eignet sich aufgrund des hohen Silbergehalts als Erz zur Gewinnung von Silber.
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