Tantal Molybdän  Seaborgium Rhenium
 
 Wolfram                                           74W
 engl. tungsten oder wolfram (nach dem Mineral Wolframit)
 
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Relat. Atommasse   
Ordnungszahl    
Schmelzpunkt    
Siedepunkt    
Oxidationszahlen     
Dichte    
Härte (Mohs)     
Elektronegativität    
Elektronenkonfig.   
Natürl. Häufigkeit  
  
  
  
 
183,84    
74    
3422 °C    
5555 °C    
6, 5, 4, 3, 2, 0 ,-1, -2    
19,3 g/cm³   
7,5    
1,7 (Pauling)    
[Xe]4f145d46s2   
W-180: 0,12%   
W-182: 26,50%  
W-183: 14,31%  
W-184: 30,64%  
W-186: 28,43%
 
 
      
 
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An einen Wolframdraht in einer Glühbirne wird eine Spannung von 220 Volt angelegt.
    
  GHS-Piktogramme  
  Gefahr
Gefahren (H-Sätze)  
H 228 
Diese Kennzeichnung gilt für Pulver. 
Das kompakte Metall ist nicht 
kennzeichnungspflichtig.
CAS-Nummer 
7440-33-7 
  
 
 
 
 
Physikalisch-chemische Eigenschaften
Reines Wolfram ist ein silbergrau glänzendes Schwermetall, das gut verformbar ist. Geringe Mengen an Kohlenstoff oder Sauerstoff machen das Metall jedoch sehr hart und spröde. Aufgrund dieser Verunreinigungen erklärt sich die große Härte des Wolframs, die das Metall auch auf seine Legierungen überträgt. Wolfram besitzt auch die höchsten Schmelz- und Siedetemperaturen aller Metalle und ist ein sehr guter Leiter für Wärme und Strom. Bei tiefen Temperaturen zeigt es Supraleitfähigkeit. Die Dichte von Wolfram ist fast so hoch wie die Dichte von Gold. Heißes Wolfram reagiert mit Wasserdampf zu Wolframsäure  WO3 H2O, ein gelbes, in Wasser und Säuren unlösliches Pulver.  
   
 
 Wolfram vor und nach dem Erhitzen in Wasserdampf
 
 
 Mit einem kleinen Trick kann man das beständige Wolfram angreifen:
Man erhitzt eine Wolframscheibe bis zur Rotglut und hält die glühende
Scheibe in Wasserdampf, dabei bildet sich die gelbe Wolframsäure.
 
 
Im chemischen Verhalten zeigt das relativ unedle Wolfram große Ähnlichkeiten zum Molybdän. Von Luft, Wasser und nichtoxidierenden Säuren wird kompaktes Wolfram nicht angegriffen. Oxidierende Säuren wie konzentrierte Salpetersäure bilden auf der Oberfläche eine Oxidschicht, die das Metall vor einem weiteren Angriff schützt (Passivierung). Gemische aus Flusssäure und Salpetersäure greifen Wolfram jedoch an. Fein verteiltes Wolframpulver ist pyrophor, es kann sich von selbst entzünden. Mit reinem Sauerstoff reagiert Wolfram bei Rotglut zu Wolfram(VI)-oxid:  
  
2 W  +  3 O2   2 WO3     ΔHR = -1686 kJ/mol 
  
Mit Fluor erfolgt eine Reaktion bereits bei Raumtemperatur, mit den anderen Halogenen erst bei höheren Temperaturen. Beim Schmelzen mit Natriumhydroxid entsteht Natriumwolframat, ein Salz der Wolframsäure. 
   
Toxikologie 
Das elementare Wolfram und auch einige der bekannten Verbindungen wie Wolfram(IV)-oxid oder Wolframsäure haben wohl nur ein geringes toxisches Potential. 
  
Vorkommen 
Das Metall steht in der Elementhäufigkeit mit einem Anteil von 6,4 x 10-3 % an 26. Stelle und steht hinter Kupfer. In der Natur tritt elementares Wolfram nur ganz selten auf. Wichtige Wolframerze sind die Mineralien der Wolframit-Gruppe und der Scheelit. Die wichtigsten Vorkommen liegen in China, in Kanada, USA, GUS-Staaten, Australien, Südkorea, Türkei, Bolivien, Burma und Uganda. In Deutschland finden sich nur im Erzgebirge geringe Vorkommen.  
 
 
 Wolframerze: Wolframit und Scheelit
 
 
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 Die Erze der Wolframit-Gruppe und der Scheelit enthalten Wolframate.
 
 
Geschichte 
Bereits im Mittelalter wussten die sächsischen Bergleute im Erzgebirge, dass Wolframerze bei der Reduktion des Zinnsteins (Zinnoxid) durch Kohle das Zinn verschlacken und die Ausbeute vermindern. "Sie reißen das Zinn fort und fressen es auf wie der Wolf das Schaf". Daher bezeichneten sie das zinnfressende Erz als "Geifer von Wölfen" ("Wolf-Rahm"). Im Jahre 1752 entdeckte der schwedische Chemiker und Mineraloge Axel Fredrik Cronstedt (1722-1765) ein schweres Mineral, das er mit der schwedischen Bezeichnung "Tungsten" ("Schwerstein") benannte. Obwohl Cronstedt ein neues Element in diesem Mineral vermutete, gelang es erst dem Schweden Carl Wilhelm Scheele (1742-1786) im Jahre 1781 in Köping, daraus Wolframsäure zu isolieren. Zwei Jahre später reduzierten die Brüder Fausto de Elhúyar (1755-1833) und Juan Jose de Elhúyar (1754-1796) die Wolframsäure mit Tierkohle und erhielten als erste das Metall. Der Name "Wolframium" mit dem Symbol W schlug J.J. Berzelius vor.  
  
  
 Einer der Entdecker des Wolframs
 
 
 
 Carl Wilhelm Scheele war an der Entdeckung des Metalls beteiligt,
da er als erster Wolframsäure aus dem Wolframit isolierte.
 
  
Herstellung     
Die Wolframerze werden zunächst durch Flotation angereichert. Danach erfolgt der Aufschluss der Erze durch Schmelzen mit Soda bei ca. 800°C oder mit Natronlauge unter Druck, wobei zunächst lösliches Natriumwolframat entsteht. Nach dem Ausfällen und Abfiltrieren von Verunreinigungen wird das Natriumwolframat  Na2WO4 2H2O  mit Calciumchlorid zu Calciumwolframat umgewandelt, das mit Salzsäure zu Wolframsäure  WO3 H2O  reagiert. Durch Glühen erhält man Wolfram(VI)-oxid  WO3, das mit Wasserstoff zu Wolfram reduziert wird:  
  
WO3  +  3 H2   W  +  3 H2O   
  
Dabei entsteht graues Wolframpulver, dass sich durch Pressen in Barren fassen lässt. Durch ein nachfolgendes Zonenschmelzverfahren erhält man meterlange, sehr reine Einkristalle.
  
Verwendung 
Die hohe Hitzebeständigkeit des Wolframs ermöglicht einen Einsatz als Glühdrähte in Glühlampen und Elektronenröhren, in Schweiß-Elektroden, in Heizleitern von Hochtemperaturöfen und in Raketenspitzen, Raketendüsen und Hitzeschilden für die Raumfahrt. Ferro-Wolfram, eine Eisenlegierung mit 60-80% Wolfram dient zur Herstellung von Wolframstählen, die sich durch sehr hohe Härte und Hitzebeständigkeit auszeichnen. Sie werden für z.B. für Schneidwerkzeuge und Gewindebohrer verwendet. Wolfram-Kohlenstoff-Verbindungen (Wolframcarbide) eignen sich als härtender Zusatz in Schneidwerkzeugen und anderen Hartmetallen. Aufgrund der hohen Dichte eignet sich das Wolfram für Schwungmassen in Armbanduhren oder für Wuchtgeschosse.   
  
  
 Schweißelektrode aus Wolfram
 
 
 Schweißelektroden mit grüner Kennzeichnung bestehen aus fast reinem Wolfram.
 
 
Copyright: Thomas Seilnacht