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  Natriumhydroxid   NaOH 
Flasche   
  
    
Kunststoffstopfen   
verwenden!   
   
   
Weiße, hygroskopische Körner oder Plätzchen
Molmasse  39,997 g/mol   
  
AGW  2 mg/m3 (MAK)
Dichte  2,13 g/cm3   
Schmelzpunkt  +323 °C  
Siedepunkt  +1388 °C  
Wasserlöslichkeit 
100g H2O lösen bei 25 °C 100 g
Piktogramme 
GHS 05 
Gefahr

Gefahrenklassen + Kategorie 
Ätz-/Reizwirkung auf die Haut 1A 
Korrosiv gegenüber Metallen 1

HP-Sätze (siehe auch Hinweis)  
H 314, 290  P 260, 280.1-3, 301+330+331, 303+361+353, 305+351+338, 309+310
Entsorgung  Vorbehandlung Säuren/Basen
Etikett drucken Deutscher Name Englischer Name
CAS  1310-73-2 Natriumhydroxid Sodium hydroxide
    
Bemerkung für Schulen: Natriumhydroxid darf nicht in die Augen und auf die Haut gelangen, weil sich mit den Körperflüssigkeiten sofort Natronlauge bildet. Das Tragen von Schutzbrille, Schutzkittel und geeigneten Schutzhandschuhen ist vorgeschrieben. Die Plätzchen sind relativ sicher zu handhaben, sie dürfen aber nicht angefasst werden. Die Gefahr besteht vor allem darin, dass man versehentlich mit den Fingern im Auge reibt. Nach jeder Arbeit und beim versehentlichen Berühren müssen unbedingt die Hände gewaschen werden. (Sicherheitsanweisung)

  
Eigenschaften  
  
Natriumhydroxid ist auch unter der alten Bezeichnung Ätznatron bekannt. Im Chemikalienhandel sind weiße Plätzchen erhältlich, die relativ sicher handzuhaben sind. Natriumhydroxid verätzt bei Berührung die Haut, da es mit der Hautfeuchtigkeit zu Natronlauge reagiert. Flaschen müssen gut verschlossen werden, da Natriumhydroxid aufgrund seiner hygroskopischen Wirkung Wasserdampf aus der Luft anzieht.


Natriumhydroxid Plätzchen
 
 
Natriumhydroxid löst sich unter starker Wärmeentwicklung sehr leicht in Wasser, wobei sich Natronlauge bildet. An der Luft wandelt es sich mit Kohlenstoffdioxid in einem langsamen Prozess zu Natriumcarbonat um:

2 NaOH  +  CO2 reagiert zu  Na2CO3  +  H2O
 


  Ätznatron

  Flasche aus alter Sammlung mit umgewandeltem Ätznatron am Deckel


Natriumhydroxid löst sich auch in Ethanol oder Glycerin. Im Labor kann man durch die Reaktion von Natriumhydroxid mit Ammoniumchlorid das Gas Ammoniak darstellen. Alternativ kann als Ausgangsstoff auch Calciumhydroxid genommen werden.

NaOH  +  NH4Cl reagiert zu  NH3  +  NaCl  +  H2O
    

Herstellung   
 
Früher wurde Natriumhydroxid nach dem Kalk-Soda-Verfahren aus Natriumcarbonat und Calciumhydroxid hergestellt. Im Labor lässt es sich auf diesem Weg leicht darstellen, wenn man die beiden Salze in wässriger Lösung zusammengibt. Sie reagieren unter Wärmeentwicklung, wobei wasserunlösliches Calciumcarbonat ausfällt:
   
Na2CO +  Ca(OH)2 reagiert zu  CaCO3  +  2 NaOH   
   
Das Calciumcarbonat wird abfiltriert, es bleibt im Rückstand zurück. Durch Abdampfen des Wassers aus dem Filtrat erhält man das Natriumhydroxid. Heute gewinnt man Natriumhydroxid industriell bei der Chlor-Alkali-Elektrolyse. Ausgangsstoffe sind Natriumchlorid und Wasser, als Produkte fallen Natronlauge, Wasserstoff und Chlor an.
    
 
Verwendung 
 
In Abflussreinigern ist oft Natriumhydroxid in fester Form enthalten. In Tauchgeräten oder in Narkosegeräten bindet das Natriumhydroxid zusammen mit Calciumhydroxid den ausgeatmeten Anteil Kohlenstoffdioxid. Dieser "Atemkalk" findet auch in der Raumfahrt Anwendung. Beim Auflösen von Natriumhydroxid in Wasser erhält man Natronlauge, die ein bedeutender Grundstoff in der chemischen Industrie darstellt.




Natronlauge aus Natriumhydroxid-Plätzchen herstellen
    
    
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