Natronlauge
NaOH • aq
CAS 1310-73-2
Natronlauge
Sodium hydroxide solution
Molmasse

AGW
Dichte (Lösung 40%) 
Dichte (Lösung 10%) 
Wasserlöslichkeit
39,997 g/mol (NaOH)

keine Angaben
1,4299 g/cm3
1,1089 g/cm3
in jedem Verhältnis mischbar
Farblose, in höheren Konzentrationen leicht dickflüssige Lösung

Kunststoffstopfen und geeignete Flasche aus Kunststoff verwenden


Flasche
Gefahrenklassen + Kategorie
Ätz-/Reizwirkung auf die Haut 1A
Korrosiv gegenüber Metallen 1
(Abstufung bei Verdünnungen)
Piktogramme
GHS 05
Gefahr
Seite oben Spezielle Bemerkungen für Schulen
Empfehlungen des Autors: Für einfache Schülerversuche wird empfohlen, nur die 3%ige Lösung zu verwenden. Bei geübten Schülerinnen und Schülern in Laborpraktika kann auch eine 10%ige Lösung eingesetzt werden. Auch in Praktika der Oberstufe empfiehlt sich der Einsatz von verdünnten Lösungen. Schutzbrillen, Schutzkittel und Schutzhandschuhe sind bei allen Konzentrationen notwendig. Schon bei verdünnter Natronlauge besteht die Gefahr, dass man einen Tropfen an einem Finger übersieht und sich später damit in den Augen reibt. Dies kann zu schweren Augenreizungen oder zu ernsthaften Schäden führen. Daher sind nach jeder Arbeit auch mit verdünnter Natronlauge die Hände und der Arbeitsplatz gründlich mit viel Wasser zu waschen.

Gefährdungsbeurteilung Deutschland (auch EU)
GBU  Arbeiten mit Natriumhydroxid und Natronlauge

Sicherheitsbetrachtung Schweiz

SB  Arbeiten mit Natriumhydroxid und Natronlauge
Seite oben Eigenschaften
Wirkung auf den menschlichen Körper

Natronlauge verätzt die Haut und kann schon in relativ geringer Konzentration die Hornhaut beschädigen und schwere Augenschäden bis zur Erblindung verursachen.

Chemische Eigenschaften

Als Natronlauge bezeichnet man die wässrige, alkalisch reagierende Lösung des Natriumhydroxids. Das Verdünnen mit Wasser geschieht unter Wärmeentwicklung. Die konzentrierte Natronlauge ist eine relativ schwere Flüssigkeit.

Ein Universal-Indikatorpapier färbt sich in Natronlauge blau

Beim Beizen oder Ablaugen von Holz wird der braune Farbstoff des Holzes zerstört. Auf diese Art und Weise können auch alte Lackschichten abgebeizt und alte Schränke wieder aufgefrischt werden. Beim Arbeiten mit Natronlauge auf Tischplatten ist Vorsicht geboten, denn schon kleine Spritzer können erhebliche Farbveränderungen verursachen. Steht Natronlauge längere Zeit an der Luft, nimmt sie Kohlenstoffdioxid aus der Luft auf und wandelt sich allmählich in Natriumcarbonat-Lösung um: 

2 NaOH  +  CO2 reagiert zu  Na2CO3  +  H2
 
Mit Salzsäure bildet sich in einer Neutralisationsreaktion Natriumchlorid und Wasser. Bei der Verdünnung mit Wasser nimmt die Dichte von Natronlauge ab. Die Angabe für der Dichte ist von Bedeutung, wenn man aus einer konzentrierten Lösung eine verdünnte Lösung herstellen möchte. In der Schule werden Konzentrationen mit 3, 10 und 32 Massenprozent, sowie die Lösungen 0,1 mol/l und 1 mol/l am häufigsten benötigt: 


Konzentration, Massenprozent
Konzentration, Stoffmenge Bezeichnung Dichte bei 20 °C
50 % 19,068 mol/l konzentriert 1,5253 g/cm3
40 % 14,300 mol/l konzentriert 1,4299 g/cm3
32 % 10,791 mol/l konzentriert 1,3488 g/cm3
30 % 9,958 mol/l konzentriert 1,3277 g/cm3
20 % 6,096 mol/l verdünnt 1,2192 g/cm3
10 % 2,772 mol/l verdünnt 1,1089 g/cm3
3,9 % 1,0 mol/l 1-molar 1,04 g/cm3
3 % 0,774 mol/l verdünnt 1,0318 g/cm3
0,4 % 0,1 mol/l 0,1-molar 1,00 g/cm3


Gibt man 10%ige Natronlauge auf die im Haushalt übliche Aluminiumfolie, zersetzt sich diese in einer stürmischen Reaktion unter Bildung von Natriumhydroxoaluminat und Wasserstoff. Bei der Reaktion wird die Aluminiumfolie unter Wärmeabgabe vollständig aufgelöst.

2 Al  +  2 NaOH  +  6 H2reagiert zu  2 Na[Al(OH)4]  +  3 H2   

Reaktion Natronlauge mit Aluminiumfolie

10%ige Natronlauge wird auf eine Aluminiumfolie
gegeben. Zunächst passiert wenig.
Reaktion Natronlauge mit Aluminiumfolie

Dann bildet sich plötzlich stürmisch ein Gas,
und die Folie löst sich auf.

Film erhältlich auf >DVD

Seite oben Herstellung
Im Labor wird Natronlauge unter starker Wärmeentwicklung durch Lösen von Natriumhydroxid in Wasser hergestellt:

Natriumhydroxid + Wasser reagiert zu  Na+-Ionen + OH-Ionen + Wasser 
NaOH  +  H2reagiert zu  Na+  +  OH  +  H2O

Natronlauge herstellen

Waage und ein Messkolben zur Herstellung genauer Konzentrationen
Seite oben Verwendung
Natronlauge ist ein bedeutender Rohstoff zur Seifenherstellung. In der Bäckerei besteht die Brezellauge aus etwa 4%-iger Natronlauge. Diese Lauge streicht der Bäcker vor dem Backen auf das Laugengebäck. Nach dem Backen entsteht so der typische Laugengeschmack. Das Reinigungsmittel „Abfluss frei“ enthält Natriumhydroxid, das mit Wasser Natronlauge bildet.

Verseifung mit Natronlauge

Natronlauge wird zu erhitztem Kokosfett gegeben, nach dem Rühren bildet sich Kernseife.

Natronlauge dient auch zur Reinigung von Erdöl- und Fettrückständen und zum Abbeizen von Holz. Bei der Aluminiumerzeugung wird sie zum Aufschluss von Bauxit verwendet, bei der Papiererzeugung zum Aufschluss von Holz- und Strohfasern. Die chemische Industrie benötigt sie zur Herstellung von Natriumverbindungen. Bei der Küpenfärbung mit Indigo ist ebenfalls Natronlauge notwendig.


Weitere Infos und Medien
Der Laugen- und Basenbegriff
Demonstrationen zur Ätzwirkung der Stoffe
Arbeiten mit Abflussreinigern im Haushalt (inklusive Videos)
Schülerübung: Herstellen von Kernseife nach dem Heißverfahren
Schülerübung: Seifenherstellung nach dem Kaltverfahren
Schülerübung: Färben mit Indigo
Herstellen eines Pigments aus Pflanzenfarbstoffen
Schülerübung: Die Titration von Natronlauge
Arbeitsheft: Säuren, Laugen, Salze (für die Klassenstufen 8 oder 9)
Digitale Folien: Säuren, Laugen, Salze
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