Devillin
engl. Devilline
Nach dem französischen Chemiker Henri Deville (1818–1881)
Formel  
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
CaCu4(SO4)2(OH) • 3 H2O 
Sulfate
cyanblau, grünlich, weißlich
hellgrün

Glasglanz, Perlmutterglanz
durchsichtig bis durchscheinend
2,5
3,15 g/cm³
vollkommen
blättrig

monoklin
monoklin-prismatisch
Devillin aus LaurionLupe
Eigenschaften
Devillin-Gruppe
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung

Eigenschaften


Devillin ist ein relativ selten vorkommendes Mineral, das aus Calcium-, Kupfer-, Sulfat- und Hydroxid-Ionen, sowie aus einem Kristallwasseranteil aufgebaut ist. Die Kristalle sind meistens leuchtend cyanblau, seltener auch grünlich oder auch weiß. Mit einer Mohshärte von 2,5 ist es so weich, dass man es mit dem Fingernagel ritzen kann. Das Mineral ist wasserlöslich. Beim Erhitzen im Reagenzglas wird das Kristallwasser frei. Dabei verliert das Mineral sein Blau und färbt sich weiß. Der ähnliche Aurichalcit reagiert mit verdünnter Salzsäure unter Aufbrausen, dabei wird Kohlenstoffdioxid frei. Diese Reaktion findet beim Devillin nicht statt. Der Chalkantit hat dagegen prismatisch-tafelige Kristalle oder faserige Aggregate.


Devillin-Gruppe

Der Devillin ist der Hauptvertreter der Devillin-Gruppe. Eine sichere Unterscheidung zum sehr ähnlichen Serpierit ist schwierig. In der Devillin-Gruppe sind Mineralien vertreten, die aus Kupfer-, Hydroxid- und Sulfat-Ionen, sowie aus mindestens einem weiteren Metall-Ion und einem Kristallwasseranteil aufgebaut sind. Die meisten Vertreter der Gruppe kristallisieren nach dem monoklinen System.


Kristallformen und Wachstum

Der Devillin kristallisiert nach dem monoklinen System. Der Habitus der Kristalle ist tafelig oder nadelig. Sie bilden gerne Büschel oder Rosetten. Es kommen auch kugelige Aggregate oder krustige Überzüge vor. Der Devillin ist gerne mit Gips vergesellschaftet, vor allem wenn er auf Halden gefunden wird. Aber auch andere Mineralien wie Anglesit, Azurit, Brochantit, Linarit oder Malachit kommen zusammen mit dem Devillin vor.


Geschichte

Der Devillin wurde in Lostwithiel in der englischen Grafschaft Cornwall erstmals entdeckt. Diese Fundstelle gilt als Typlokalität. Der französische Mineraloge Félix Pisani (1831–1920) benannte das Mineral im Jahr 1864 nach dem französischen Chemiker Henri Étienne Sainte-Claire Deville (1818–1881).


Vorkommen

Der Devillin kommt in der Oxidationszone von Kupfererz-Lagerstätten und auf deren Halden vor. Bei Micromount-Sammlern sind die cyanblauen Kristalle aus der Grube Clara im Nordschwarzwald oder aus Laurion in Griechenland bekannt.


Verwendung

Das Mineral wird aufgrund seiner auffälligen Farben und Formen gerne von Micromount-Sammlern gesammelt. Ansonsten hat es keine praktische Bedeutung.
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