Ammoniak NH3
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Farbloses, stechend
riechendes Gas
Vorkommen
im Harn als Abbauprodukt
des Stoffwechsels |
Molmasse
17,031 g/mol
AGW 20 ml/m3
A (TRGS 900) *)
Dichte 0,7714
g/l (Gas, 0 °C, 1013 hPa)
(NH3 : Luft =
0,6)
Schmelzpunkt
-77,73 °C
Siedepunkt
-33,33 °C
Wasserlöslichkeit
Konz. bei 20°C 541 g/l
Explosionsgrenzen
15,4 - 33,6 Vol.-% (Luft)
Zündpunkt
+630 °C |
Piktogramme
GHS 04
GHS 05
GHS 06
GHS 09
Gefahr |
Gefahrenklassen
+ Kategorie
Entzündbare Gase 2
Gase unter Druck, verdicht.
Gas
Akute Toxizität inhalativ
3
Ätz/Reizwirkung auf
die Haut 1B
Gewässergefährdend
akut 1 |
HP-Sätze
(siehe Hinweis)
H 221,
280, 314,
331, 400
P 210,
260, 273,
280.1+3+7,
305+351+338
Entsorgung
besondere Hinweise |
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Deutscher Name |
Englischer Name |
| CAS
7664-41-7 |
Ammoniak |
Ammonia |
| Bemerkung
für Schulen: Gasflaschen mit Ammoniak sollten an Schulen nicht aufbewahrt
werden. Zur Demonstration der Eigenschaften kann das Gas durch Erhitzen
aus konzentrierter Ammoniaklösung ausgetrieben
werden (Abzug!). Eine Freisetzung von geringen Mengen des Gases über
den Abzug stellt keine Gefahr für ein Gewässer dar. |
Wirkung von Ammoniak auf den menschlichen
Körper
Das Einatmen der Dämpfe
reizt und verätzt die Schleimhäute und die Augen. Durch das kurzzeitige
Eintamen kann es zu Entzündungen in den Atemwegen oder zu einem Lungenödem
kommen. Eine Konzentration von 1,5 bis 2,5g/m3 Ammoniak in der
Atemluft wirken nach 30 bis 60 Minuten tödlich. Als Gegenmaßnahmen
wird völlige Ruhigstellung und das Einatmen von Essigdämpfen
empfohlen. Die Aufnahme von Ammoniaklösung in den Magen verursacht
Magenblutungen und Kreislaufkollaps. 3ml konzentrierte Ammoniaklösung
wirken lebensgefährlich. Zur Neutralisation im Magen eignet sich Essig-
oder Citronensäure. |
Herstellung
Schon die alten Agypter
erzeugten Salmiak durch Fäulnisprozesse von stickstoffhaltigen, organischen
Abfällen wie Urin oder Tiermist. 1727 erhielt Stephen Hales (1677-1771)
das gasförmige Ammoniak durch Erhitzen eines Gemisches aus Kalk und
Salmiak. Carl Wilhelm Scheele (1742-1786)
und Humphry Davy (1778-1829) waren an der Ermittlung der chemischen
Zusammensetzung beteiligt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
fiel Ammoniak in der Industrie als Nebenprodukt im Waschwasser bei der
Kohlevergasung an. 1898 entdeckte F. Rothe das Herstellungsverfahren nach
dem Kalkstickstoff-Prozess. Aus Calciumcarbid
und Stickstoff bildete sich zunächst
Kalkstickstoff (Calciumcyanamid, CaCN2), der sich beim Erhitzen
mit Wasserdampf zu Calciumcarbonat und Ammoniak
und zersetzte.
CaC2 +
N2 CaCN2
+ C
CaCN2 +
3 H2O
CaCO3 + 2 NH3
Das sogenannte Rothe-Frank-Caro-Verfahren
ermöglichte erstmals die großtechnische Erzeugung von Ammoniak.
1900 meldete Wilhelm Ostwald (1853-1932)
ein Patent zur "Herstellung von Ammoniak und Ammoniakverbindungen aus
freiem Stickstoff und Wasserstoff" an. Im Labormaßstab gelang
es ihm durch "geeignete Kontaktsubstanzen oder Katalysatoren bereits
bei geringer Erhitzung auf 250 bis 300°C" Ammoniak herzustellen.
In der gleichen Patentschrift empfahl er die Durchführung unter hohem
Druck, "da die verhältnismäßige Menge des Ammoniaks
im Gasgemisch mit steigendem Druck zunimmt". Ostwald verkaufte das
Patent an die BASF. Aus seiner Idee konnten Fritz
Haber (1868-1934) und Carl Bosch (1874-1940) in der Folgezeit ein industrielles
Verfahren zur Erzeugung von Ammoniak im großtechnischen Maßstab
entwickeln (vgl. > Haber-Bosch-Verfahren).
Dieses Verfahren ist heute das bedeutendste.
Im Labor kamm man Ammoniak
durch das Erhitzen von mit Calciumchlorid gesättigter
Ammoniaklösung herstellen oder durch das
Erhitzen eines Gemisches aus Calciumhydroxid
und Ammoniumchlorid:
2 NH4Cl
+ Ca(OH)2
CaCl2 + 2 NH3 + 2H2O |
Verwendung
Ammoniak ist ein bedeutender
Grundstoff zur Herstellung anderer chemischer Verbindungen wie Harnstoff,
Blausäure, Natriumcarbonat
oder Salpetersäure. Es wird auch zur Herstellung
von Sprengstoffen, Chemiefasern oder Kunstharzen benötigt. Zur Herstellung
von Düngemitteln stellt das Gas
ein wichtigstes Zwischenprodukt dar. In Rauchgasentschwefelungsanlagen
wandelt Ammoniak das Schwefeldioxid zu Ammoniumsulfat
um, das ebenfalls als Düngemittel verwendet werden kann. Rettungssanitäter
benutzen ein Riechstäbchen, das eine verdünnte Ammoniaklösung
enthält und halten dies kurz an die Nase einer ohnmächtigen Person.
Von dem Ammoniakgeruch wacht die Person auf. Mit Wasser erhält man
Ammoniaklösung (weitere Anwendungen siehe
dort).
Riechstäbchen
mit Ammoniak
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Rettungssanitäter
halten ein solches Stäbchen
ganz kurz an die Nase
eines Ohnmächtigen.
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