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  Calciumhydroxid   Ca(OH)2 
  
      
   
    
    
Weißes Pulver
Molmasse:  74,093 g/mol   
  

  
AGW   1 mg/m3 E (TRGS 900)
Dichte  ca. 2,2 g/cm3   
Wasserlöslichkeit 
100g H2O lösen bei 20 °C 0,160 g
Piktogramme 
GHS 05
GHS 07
 
Gefahr
Gefahrenklassen + Kategorie 
Schwere Augenschädigung 1
Reizwirkung auf die Haut 2
Spez. Zielorgan-Toxizität einmal. 3
HP-Sätze (siehe auch Hinweis) 
H 315, 318, 335  
P 261, 280.1-3, 305+351+338

Entsorgung  G 4
Etikett drucken Deutscher Name Englischer Name
CAS 1305-62-0 Calciumhydroxid Calcium hydroxide
  
Bemerkung für Schulen: Beim Herstellen und Arbeiten mit Kalkwasser oder von anderen Mischungen mit Calciumhydroxid müssen Schutzbrille und Schutzhandschuhe getragen werden. Das Verbreiten von Stäuben im Raum muss unbedingt vermieden werden.
  
 
Eigenschaften 
  
Reines Calciumhydroxid ist ein lockeres, weißes Pulver, das im Handel in unreiner Form auch als "Löschkalk" oder "gelöschter Kalk" erhältlich ist. Der ätzende Stoff reizt Haut und Schleimhäute und kann schwere Augenschäden verursachen. Calciumhydroxid löst sich nur schlecht in Wasser, es bildet beim Lösen Hydroxid-Ionen, die wässrige Lösung wirkt alkalisch.

Ca(OH)2  +  H2reagiert zu  Ca2+  +  2 OH-  +  H2O

Eine gesättigte Calciumhydroxid-Lösung in Wasser wird als Kalkwasser bezeichnet, sie erscheint klar und durchsichtig. Die frisch zubereitete Lösung dient als Nachweismittel für Kohlenstoffdioxid. Als "Sumpfkalk" bezeichnet man eine trübe, übersättigte Suspension von Calciumhydroxid in Wasser.
    
  
Calciumhydroxid, Kalkwasser, Sumpfkalk

Calciumhydroxid, Kalkwasser und Sumpfkalk
 
   
Herstellung 
  
Die Herstellung von Calciumhydroxid erfolgt durch das Einleiten von Calciumoxid oder Branntkalk in Wasser. Dieser Vorgang verläuft unter starker Wärmeentwicklung und wird als Kalklöschen bezeichnet:  
   
CaO  +  H2reagiert zu  Ca(OH)2       ΔHR = -65 kJ/mol 
  
  
 Kalknutzung   Erläuterungen siehe Geschichte der Kalknutzung
 
   
Verwendung 
  
Bei der Zubereitung von Kalkmörtel werden Calciumhydroxid oder Calciumoxid mit Wasser zu einem wässrigen Brei angerührt und mit der dreifachen Menge Sand versetzt. Mit dem Kohlenstoffdioxid der Luft reagiert der Kalkbrei und bildet wieder kristallinen, harten Kalk. Calciumhydroxid wird alternativ zum Calciumcarbonat bei der Rauchgasentschwefelung eingesetzt. Es dient auch als Bindemittel für wasserlösliche Farben und zum Aufschluss von Casein, ferner als Hilfsmittel bei der Färbung mit Indigo, als Düngemittel, zu Frostschutzanstrichen bei Obstbäumen, in der Medizin zur Behandlung von Verbrennungen und als Gegenmittel bei Schwefelsäure- und Oxalsäurevergiftungen. Die chemische Industrie benötigt es zur Darstellung von Natronlauge aus Natriumcarbonat oder zur Herstellung von Chlorkalk. Kalkwasser ist im chemischen Labor ein wichtiges Nachweismittel für Kohlenstoffdioxid. In Tauchgeräten oder in Narkosegeräten bindet das Calciumhydroxid zusammen mit Natriumhydroxid den ausgeatmeten Kohlenstoffdioxidanteil. Dieser "Atemkalk" findet auch in der Raumfahrt Anwendung. 
         
 
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