Cadmium Gallium  Thallium Zinn  
 Indium                                               49In
 engl. indium; nach "Indigo" (aufgrund seiner blauen Spektrallinie)
 
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Relat. Atommasse   
Ordnungszahl    
Schmelzpunkt    
Siedepunkt    
Oxidationszahlen     
Dichte    
Härte (Mohs)     
Elektronegativität    
Elektronenkonfig.   
Natürl. Häufigkeit  
 
114,818    
49    
156,61 °C    
2072 °C    
3, 2, 1    
7,31 g/cm³   
1,2    
1,78 (Pauling)     
[Kr]4d105s25p1   
In-113: 4,29%   
In-115: 96,71%  
 

     

Film

20 sek
Hier wird versucht, mit einem Messer von einem Indiumbarren etwas abzuschneiden.
    
  GHS-Piktogramme  
  Gefahr
Gefahren (H-Sätze)  
H 228 

Diese Kennzeichnung gilt für Pulver. 
Das kompakte Metall ist nicht 
kennzeichnungspflichtig.
CAS-Nummer 
7440-74-6 

  
 
 
 
 
Physikalisch-chemische Eigenschaften
Indium ist ein silbrig glänzendes, relativ weiches Schwermetall. Es ist weicher als Blei, es kann mit der Hand platt gedrückt werden und lässt sich auch mit dem Messer schneiden. Ähnlich wie beim Zinn kommt es beim Verbiegen eines Indiumstabes zu einem knisternden Geräusch. Die Schmelztemperatur des Metalls ist sehr niedrig und liegt deutlich unter der von Blei oder von Zinn. Flüssiges Indium benetzt Glas dauerhaft.  
 
 
  Flammprobe mit Indium(III)-chlorid

Indiumchlorid Flammenfarbe
 
Indiumsalze färben die Brennerflamme indigoblau bis violettblau.
 
 
In seinen chemischen Eigenschaften ähnelt das Indium dem Gallium und dem Thallium. Bei Zimmertemperatur ist es an der Luft und gegen Wasser beständig. Durch Feuchtigkeit und Wärme wird es langsam oxidiert. Bei höheren Temperaturen verbrennt es mit indigoblauer Flamme zu gelbem Indium(III)-oxid:  
  
4 In  +  3 O2 reagiert zu  2 In2O3   
  
Mit den Halogen reagiert es in Wärme zu den entsprechenden Halogeniden:  
  
2 In  +  3 Cl2   2 InCl3   
  
Bei sehr hohen Temperaturen reagiert Indium auch mit Phosphor, Schwefel, Selen, Stickstoff und Wasserstoff. Indiumverbindungen sind meistens dreiwertig, sie ähneln den entsprechenden Aluminiumverbindungen. 
   
Toxikologie 
Die Toxizität des kompakten Metalls wird als gering eingeschätzt. Eine Staubbildung und das Einatmen der Stäube ist zu vermeiden. Von einigen wenigen Indiumverbindungen, die Indium-Ionen freisetzen, ist bekannt, dass sie krebserzeugend oder reprotoxisch wirken.
  
Vorkommen 
Häufigkeit   sehr selten

Indium
ist ein sehr seltenes Element und steht in der Häufigkeit direkt
hinter Silber, aber noch deutlich vor Gold. In der Natur kommt es elementar nur sehr selten vor. Zu den Indiummineralen gehört auch der Indit (FeIn2S4) oder der Roquésit (CuInS2), der auf dem Buntkupferkies die bunten Anlauffarben erzeugt. Für die technische Gewinnung sind diese Mineralien jedoch ohne Bedeutung. Die Gewinnung des Elements erfolgt ausschließlich aus Rückständen bei der Aufbereitung von Zink-, Blei- oder Cadmiumerzen.
  
   
  
 Buntkupferkies mit Roquésit

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 Das Indiumerz Roquésit erzeugt die bunten Anlauffarben auf dem Buntkupferkies.
 
 
Geschichte 
Das Element wurde von den deutschen Chemikern Ferdinand Reich (1799-1882) und Theodor Hieronymus Richter (1825-1898) im Jahre 1863 in Freiberg/Sachsen entdeckt. Sie untersuchten Zinkblende und nahmen spektralanalytische Untersuchungen vor. Danach gelang ihnen zunächst die Herstellung von Indiumchlorid und Indiumoxid und schließlich auch des reinen Metalls durch eine Reduktion von Indiumoxid mit Wasserstoff. Aufgrund der indigoblauen Spektrallinie benannten sie es nach der Farbe Indigo und führten das Symbol In ein.
  
Herstellung     
Die Herstellung erfolgt bei der Verhüttung von Zink-, Blei- oder Cadmiumerzen. Löst man indiumhaltiges Zink in verdünnten Säuren kann man aus den Rückständen Indiumsulfat gewinnen. Durch eine Elektrolyse der wässrigen Lösung des Indiumsulfats gewinnt man das Metall. Die nachfolgende Reinigung erfolgt durch ein Zonenschmelzverfahren, wobei hochreines Indium entsteht.


  Indiumbarren
Indiumbarren
  Hochreines Indium wird in Barren gehandelt.

  
Verwendung 
Aufgrund des hohen Preises ist die technische Bedeutung von Indium stark eingeschränkt. Als Legierungsbestandteil erhöht es die Korrosionsbeständigkeit und die Härte in anderen Metallen. In Dentallegierungen und in Lötzinn wird es aufgrund seiner Weichheit und des niedrigen Schmelzpunktes verwendet. Gallium-Indium-Legierungen eignen sich für Hochtemperatur-Thermometer oder für Temperatursicherungen in Feuerschutzanlagen. Indium-Kupfer-Mangan-Legierungen dienen zum Bau von Spulen und Transformatoren. Weitere Anwendungen finden sich in der Schmuckindustrie, in metallischen Klebmassen, in Glasfarben und Spiegeln zur Benetzung von Glas mit einer Metallschicht. Indiumantimonit, Indiumarsenid oder Indiumselenid stellen wichtige intermetallische Verbindungen für Halbleitermaterialien in Phototransistoren, Solarzellen oder Lasern dar.  
   
  
Phototransistor mit Indium

Phototransistor
 
 Phototransistoren enthalten intermetallische Indiumverbindungen.
 
 
Copyright: Thomas Seilnacht
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