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Gallium
ist ein weißes, leicht bläulich glänzendes, sehr weiches
Metall, das bereits in der Handwärme schmilzt. Auch wenn die Temperatur
danach abgekühlt wird, bleibt das Metall noch lange Zeit unter seinem
Schmelzpunkt flüssig.
Gallium ist ein relativ unedles Metall, das sich unter Wasserstoffentwicklung in verdünnten Säuren und langsam auch in heißem Wasser löst. In kaltem Wasser und mit konzentrierter Salpetersäure erfolgt aufgrund einer Passivierung keine Reaktion. An der Luft ist es beständig. Es verbrennt erst in reinem Sauerstoff unter hohem Druck. Mit den Halogenen reagiert es bereits bei Zimmertemperatur und bildet die entsprechenden Halogenide. Die Galliumverbindungen zeigen große Ähnlichkeiten mit den Aluminiumverbindungen. Mit Aluminium bilden sich Legierungen mit sehr niedrigem Schmelzpunkt, die bei geringem Aluminiumgehalt auch heftig mit Wasser reagieren. Zum Züchten von Galliumkristallen benötigt man etwa 250g reines Gallium und gibt dieses in eine Aluminiumschüssel. Die Schüssel wird mit kochendem Wasser gefüllt. Nachdem sich das Gallium verflüssigt hat, kühlt man das heiße Wasser durch Zugabe von kaltem Wasser langsam in einem Abwaschbecken ab. Nach einer Weile bilden sich kleine Kristalle in der Schmelze, die man mit einer Titanpinzette vorsichtig herausnehmen kann.
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Gallium
ist ein weniger häufiges Element. Es steht mit einem Anteil von 0,0014%
an 38. Stelle der Elementhäufigkeit und findet
sich zwischen Bor und Molybdän. Damit ist es etwas seltener als Blei.
Das Erz mit dem höchsten Galliumanteil ist der Gallit, der 1958 in
Tsumeb entdeckt wurde. In geringen Mengen findet sich Galliumerz im Bauxit,
aus dem es als Nebenprodukt anfällt. Auch die Zinkblende, der Magnetit,
der Pyrit und das seltene Germaniummineral Germanit
enthalten Spuren von Galliumerzen. Die Hauptvorkommen der Galliumreserven
liegen in den USA, in Afrika, in Tschechien und in Japan.
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| Gallium fällt als Nebenprodukt bei der Zink- und Aluminiumherstellung an. Bei der Bauxitaufbereitung scheidet sich das Metall aus dem gewonnenen Natriumaluminat an einer mit Quecksilber beschichteten Eisenkathode elektrolytisch ab. Je Tonne Bauxit lassen sich bis zu 60 Gramm Gallium gewinnen. Die Reinigung des Galliums erfolgt durch eine nachfolgende elektrolytische Raffination. Aus dem gewonnenen hochreinen Gallium werden auch Einkristalle hergestellt. |
Bei
automatischen Feuerlöschvorrichtungen wird das Metall aufgrund seiner
niedrigen Schmelztemperatur als Sperrverschluss eingesetzt. Mit Zinn, Blei,
Bismut oder Cadmium entstehen leicht schmelzbare Legierungen. Der größte
Anteil des gewonnenen Galliums dient zur Herstellung von Galliumverbindungen
wie Aluminiumgalliumarsenid oder Galliumnitrid. Aus diesen lassen sich
LED (Light Emitting Diode), Transistoren oder Laserdioden herstellen. Auf
dieser Technik basieren auch die blauviolett leuchtenden Laserdioden zum
Einlesen der Blu-Ray-Disk. Von besonderer Bedeutung sind Leuchtdioden,
die eine solche Leuchtstärke entwickeln, dass sie für Beleuchtungszwecke
eingesetzt werden können. Das Geheimnis des weißen Lichts besteht
in einer Kombination von verschiedenen Schichten: Galliumnitrid wird auf
eine Saphirschicht oder eine Siliciumschicht aufgedampft. Die darüber
liegende mit Cer dotierte Fluoreszenzschicht aus Yttrium-Aluminium-Granat
wandelt das vom darunter liegenden Halbleiter ausgesandte blaue Licht in
weißes Licht um.
Thermometer mit schwer schmelzbarem Quarzglas und einer Galliumlegierungfüllung können Temperaturbereiche von -15 bis 1200°C messen. In Fieberthermometern findet man heute die Galliumlegierung Galinstan®. Sie besteht nach Angaben des Herstellers etwa aus 69% Gallium, 21% Indium und 10% Zinn (lat. stannum). Die flüssige Legierung erstarrt erst beim Abkühlen unterhalb von -19°C. Da die Legierung sehr gerne an Glas haftet, muss ein solcher Thermometer innen mit Gallium(III)-oxid beschichtet werden. Eine Besonderheit der Legierung ist ihre Fähigkeit, sich mit Aluminium zu legieren.
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| Copyright: Thomas Seilnacht |