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  D(+)-Glucose   C6H12O6 
    
   
Weiße Kristalle

Vorkommen  Früchte,  
Stoffwechsel, im Blut zu 0,1%
Molmasse  180,155 g/mol   
  
  


  
  
AGW  keine Angaben 
Dichte  1,5620 g/cm3   
Zersetzung  +146 °C 
Wasserlöslichkeit  
Konz. bei 20 °C 470 g/l   
Zündpunkt  ca. +500 °C
- - Entsorgung  Hausmüll
Etikett drucken Deutsche Bezeichnung 
Synonyme (deutsch)
Englische Bezeichnung 
Synonyme (engl.)
CAS  50-99-7 D(+)-Glucose
Traubenzucker, Dextrose, Glukose
α-D-Glucose
Dextrose
   
  
Eigenschaften 
  
Der Einfachzucker D(+)-Glucose ist auch unter dem Namen Traubenzucker bekannt. Das Kohlenhydrat bildet weiße Kristalle, die nicht so süß wie Fructose oder Saccharose schmecken und gut in Wasser und mäßig in Ethylalkohol löslich sind. Glucose ist ein gutes Reduktionsmittel, sie kann zum Beispiel Silbernitrat zu Silber reduzieren. Aus einer ammoniakalischen Silbernitratlösung fällt bei der Tollensprobe im Reagenzglas bei der Zugabe von Glucose elementares Silber aus, das sich am Glas als Silberspiegel abscheidet. Der Kupfer(II)-tartrat-Komplex in der Fehlingschen Lösung wird von Glucose zu unlöslichem Kupfer(I)-oxid reduziert, das als rotbrauner Niederschlag ausfällt:
 
   
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Bei der Fehlingprobe tritt ein kupferroter Niederschlag auf.
Film erhältlich auf >DVD


Das menschliche Blut weist einen Glucosegehalt von 0,08 bis 0,11 Prozent auf. Das Gehirn ist auf diesen Brennstoff angewiesen. Eine Erhöhung des Blutzuckergehalts führt zur Hyperglykämie und zu einer Ausscheidung von Glucose im Harn. Diese Gefahr besteht vor allem bei Diabetikern. Hyperglykämien können zu lebensbedrohlichen Wasserverlusten und damit zu Kreislaufversagen führen. Das in der Bauchspeicheldrüse erzeugte Hormon Insulin wirkt einem Anstieg des Blutzuckerspiegels entgegen. Ein weiteres Hormon, das Glucagon, verhindert, dass der Blutzuckerspiegel unter den Normalwert abfällt. Im Falle einer Unterversorgung (Hypoglykämie) des Gehirns mit Blutzucker treten Bewusstseinsstörungen, Schwindel und Zittern auf. Auch dies kann lebensbedrohlich werden. Bei der Zuckerkrankheit Diabetes melitus ist die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse gestört, so dass eine krankheitsbedingte Erhöhung des Blutzuckerspiegels vorliegt. Zur Diagnose dient der Traubenzuckernachweis im Harn. Zur Therapie erhalten Diabetiker das für sie lebensnotwendige Insulin.  
  

Glucosetest für Diabetiker
   
  
Herstellung 
  
Die Gewinnung von reiner Glucose erfolgt im Labor durch die Hydrolyse von Stärke. Dieser Vorgang kann eingeleitet werden, wenn man den Vielfachzucker Stärke mit einer stark verdünnten Säure im Reagenzglas längere Zeit kocht. Beim Abkühlen kristallisiert noch stark verunreinigte Glucose aus, die durch Raffination gereinigt werden kann. Dieses Herstellungsprinzip entspricht der Verdauung von Vielfachzuckern, wobei der Abbau im Körper durch Enzyme gesteuert wird:   
   
  
        

Stärke (Vielfachzucker, Polysaccharid)

Glucose (Einfachzucker, Monosaccharid)
   
  
Bei der großtechnischen Herstellung von Glucose werden heute in großem Umfang gentechnische Verfahren eingesetzt. Enzyme zum Abbau von Stärke zu Glucosesirup werden aus gentechnisch veränderten Mikroorganismen gewonnen.   Eine andere Herstellungsmöglichkeit wäre die Spaltung des Zweifachzuckers Saccharose (Rohrzucker) in je ein Molekül Fructose und Glucose mit Hilfe des Enzyms Invertase. Dieser Vorgang findet ja auch bei der Verdauung statt. Die Abtrennung der beiden entstehenden Einfachzucker gestaltet sich jedoch als schwierig, so dass dieses Verfahren nicht wirtschaftlich ist.   
   

    

Das Saccharosemolekül ist aus einem Glucose- und einem Fructosering aufgebaut.
   
  
Verwendung 
  
Glucose dient in der Medizin als Präparat bei Herzmuskelentzündungen, Verdauungsstörungen, Erschöpfungszuständen oder zur künstlichen Ernährung. Die chemische Industrie verwendet sie zur Herstellung von Sorbit, Ascorbinsäure, Gluconsäure und bei der alkoholischen Gärung zur Ethanolgewinnung. Die Lebensmittelindustrie benötigt Traubenzucker zur Herstellung von Süßwaren.  
    

Glucose und Fructose
   
  
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