Konichalcit toxisch
engl. Conichalcite
Nach den griechischen Wörtern konía („Kalk“) und chalkós („Kupfer“)
Formel  
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
CaCu(AsO4)(OH) 
Arsenate
grün
hellgrün

Glasglanz, Fettglanz
durchsichtig bis durchscheinend
4,5 – 5,5
4,3 g/cm³
keine
uneben, splittrig

orthorhombisch
orthorhombisch-disphenoidisch
Konichalcit aus LaurionLupe
Eigenschaften
Varietäten
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung

Eigenschaften


Der Konichalcit ist ein Arsenmineral, das ähnlich toxisch ist wie das heute verbotene Pigment Schweinfurtergrün. Charakteristisch sind die knallgrüne Farbe und die Ausbildung der kugeligen Aggregate. Der Konichalcit ist leicht löslich in Säuren. Beim Erhitzen zersetzt er sich unter Bildung toxischer Arsenverbindungen. Diese entstehen auch, wenn das Mineral mit der Luftfeuchtigkeit in Kontakt kommt.


Varietäten

Der Bayldonit ist keine Varietät, er ist heute als eigenständiges Mineral anerkannt. Das grüne Mineral ist dem Konichalcit sehr ähnlich. Der Unterschied zum Konichalcit besteht darin, dass Blei-Ionen im Kristallgitter eingebaut sind.


Konichalcit
Lupe
Konichalcit aus der Grube Clara im Schwarzwald
Cornwallit mit Konichalcit
Lupe
Konichalcit (kleine Kugeln) mit Cornwallit aus der Gold Hill Mine in Utah, USA
Adamin mit Konichalcit
Lupe
Grüner Adamin mit gelbgrünem Konichalcit aus der Hilarion Mine in Laurion
Kristallformen und Wachstum

Konichalcit kristallisiert im orthorhombischen System. Das Mineral bildet selten kurzprismatische oder nadelige Kristalle aus, die auch radialstrahlig angeordnet sein können. Häufiger findet man kugelige, traubige oder nierige Aggregate, die auf anderen Mineralen wachsen oder Überzüge bilden. Der Konichalcit sucht die Gesellschaft von anderen Kupfer- oder Arsenmineralen wie Adamin, Azurit, Brochantit, Cornwallit, Jarosit, Klinoklas, Malachit oder Olivenit.


Geschichte

Der Österreicher Ignaz Edler von Mitis (1771–1842) entdeckte im Jahr 1805 beim Ausfällen von Grünspan mit einer Arsenverbindung „Arseniksaures Kupfer“, ein gelbgrünes Pigment, das zunächst Mitisgrün benannt wurde.

Dass es im Mineralreich eine Vielfalt an grünen Arsenaten gab, fand man erst nach und nach heraus. Früher hielt man den Konichalcit für einen Malachit. Der deutsche Mineraloge Johann Friedrich August Breithaupt (1791–1873) fand das Mineral unter dieser Bezeichnung in der Sammlung der Freiberger Akademie. Er gab die Probe dem Chemiker F. W. Fritzsche, der das Mineral analysierte. 1849 publizierten die beiden die chemische Analyse und das Finden dieses neuen Arsenminerals in der 77. Ausgabe der Annalen der Physik und Chemie. Der Name lehnt sich an die griechischen Wörter konía (Kalk) und chalkós (Kupfer) an.



Vorkommen

Konichalcit ist wie Cornwallit und andere Arsenate ein typisches Mineral aus der Oxidationszone der Arsen-Kupfer-Lagerstätten. Bei Sammlern sind die Funde aus Laurion oder aus der Grube Clara bekannt. Schöne Stufen stammen auch aus verschiedenen Fundstellen im US-amerikanischen Bundesstaat Utah.


Verwendung

Im 19. Jahrhundert wurde der Konichalcit zu einem grünen Pigment verarbeitet, er ist aber nicht so farbstark wie Schweinfurtergrün. Das Mineral ist stark toxisch, das Sammeln ist problematisch, die Stücke müssen in geschlossenen Dosen aufbewahrt werden.
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