Apatit-Gruppe
engl. Apatite
Nach dem griechischen Wort apate („Täuschung“)
Formel
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
Ca5(PO4)3(F,Cl,OH)
Phosphate
weiß, grün, blau, violett, rosa, gelb
weiß
Glasglanz, Fettglanz
durchscheinend bis durchsichtig
5
2,9 –3,2 g/cm³
parallel zu den Prismenflächen
muschelig

hexagonal
hexagonal-dipyramidal
ApatitLupe
Eigenschaften
Varietšten
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung
Eigenschaften


Lupe
Fluor-Apatit aus Cerro del Mercado, Mexiko
Fluor-Apatit
Lupe
Fluor-Apatit aus Ipirá, Bahia in Brasilien
Hydroxyl-Apatit
Lupe
Hydroxyl-Apatit aus Snarum, Norwegen
Chlor-Apatit
Lupe
Chlor-Apatit aus Dashkesan, Azerbaijan
Unter Apatit wird eine Gruppe von Mineralien zusammengefasst, die zur Stoffgruppe der Phosphate zählen und die allgemeine Zusammensetzung Ca5(PO4)3(F,Cl,OH) aufweisen. Ein Apatit ist mit einem Messer noch ritzbar, er ist aber härter als der Fluorit. Apatite sind in Salpeter-, Salz- und Schwefelsäure löslich. Der Nachweis der Phosphatgruppe erfolgt mit Ammoniummolybdat in salpetersaurer Lösung. Dabei bildet sich ein gelber Niederschlag. Manche Apatite zeigen unter der UV-Lampe eine orange Fluoreszenz.


Varietäten

Je nach Ionen-Sorte (F,Cl,OH) liegt ein Fluor, Chlor- oder Hydroxyl-Apatit vor. Am bekanntesten ist der Fluor-Apatit, der häufig gelb, blau oder grün vorkommt. Aber auch rötliche oder violette Farben oder farblose Varianten sind möglich. Chlor-Apatit tritt fast nur weiß oder gelblich auf. Der Hydroxyl-Apatit ist weiß oder hat verschiedene Grautöne. Neben diesen drei bekannten Varietäten existieren weitere Apatite, die auch Strontium- oder Natrium-Ionen enthalten können.


Kristallformen und Wachstum

Apatite bilden Kristalle nach dem hexagonalen System. Basispinakoid, Prismen und Dipyramiden lassen sich an gut ausgebildeten Kristallen leicht zuordnen. Es treten auch große Einzelkristalle als „Doppelender“ auf. Aggregate findet man körnig, dicht, traubig, knollig, nierig oder erdig. Auf Quarz und auch im Feldspat sitzen manchmal winzige, klare Apatitkristalle.


Geschichte, Bedeutung in den Lebewesen

Der Name Apatit ist nach dem griechischen Wort apate („Täuschung“) benannt, da das Mineral früher oft mit anderen Mineralien verwechselt wurde, beispielsweise mit Beryll, Quarz oder Orthoklas. Apatit ist ein bedeutender Bestandteil der Knochen und des harten Zahnschmelzes, der die äußerste Schicht der Zähne aufbaut.


Vorkommen

Die Mineralien der Apatit-Gruppe kommen weltweit häufig vor. Sie können metamorph, pegmatitisch, magmatisch, hydrothermal oder sedimentär entstehen. In den alpinen Klüften wie im Aarmassiv in der Schweiz treten sie zusammen mit Augit, Epidot, Feldspat oder Diopsid auf. Transparenter, gelber Fluor-Apatit in Sammlerqualität kommt aus Cerro del Mercado in Mexiko. Aus Snarum in Norwegen stammen die in den Sammlungen verbreiteten Hydroxyl-Apatite. Als Phosphorerz wird Apatit zum Beispiel in China, in den USA, in Marokko, Russland oder Jordanien abgebaut.


Verwendung

Die Apatite stellen wichtige Erze zur Gewinnung von Phosphor und Phosphorsäure, sowie zur Düngemittelherstellung dar. Besonders die Fluor-Apatite sind aufgrund ihrer Farben- und Formenvielfalt bei Mineraliensammlern begehrt. Auch Schmucksteine werden aus Apatit hergestellt.
© Thomas Seilnacht / Benutzerhandbuch / Lizenzbestimmungen / Impressum / Datenschutz / Literaturquellen