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   Ammoniummolybdat   (NH4)6Mo7O24
 
 
 
 
 

Farblose Kristalle oder
weißes, kristallines Pulver
Molmasse (Tetrahydrat)  1235,86 g/mol   
  

 
AGW  keine Angaben 
Dichte (Tetrahydrat)  2,498 g/cm3   
Zersetzung (Tetrahydrat)  +90°C  
Wasserlöslichkeit (Tetrahydrat)
100g H2O lösen bei 25 °C 43 g
Piktogramm  
  
GHS 07  
Achtung
Gefahrenklassen + Kategorie  
Ätz/Reizwirkung auf die Haut 2  
Schwere Augenschäd./-reizung 2 
Spez. Zielorgantox.: Atemwege 3
HP-Sätze (siehe Hinweis)      
H 315, 319, 335  
P 261, 264.1, 280.1-3, 305+351+338   
Entsorgung G 4   
Etikett drucken Deutscher Name Englischer Name
CAS 13106-76-8
CAS 12054-85-2
Ammoniummolybdat
Ammoniummolybdat Tetrahydrat *)
Ammonium molybdate(VI)
Ammonium molybdate(VI) tetrahydrate
   
    *) Für die Schule bevorzugt.
  
Eigenschaften   
  
Ammoniummolybdat Tetrahydrat kommt als weißes, kristallines Pulver in den Handel. Es ist auch unter der Bezeichnung Ammoniumheptamolybdat bekannt. Das Tetrahydrat bildet klare, farblose oder leicht gelbgrüne Kristalle als sechsseitige Prismen. Beim Erhitzen auf über 90°C geben die Kristalle ihr Kristallwasser ab. Das Salz löst sich gut im Wasser unter Bildung einer sauren Lösung.


Ammoniummolybdat


Ammoniummolybdat verwittert an der Luft unter Ammoniakfreisetzung. Mit Phosphat-Ionen bildet es nach vorangegangener Behandlung der Stoffprobe mit Salpetersäure in wässriger Lösung einen gelblichen Niederschlag. Mit Säuren reagiert es unter Bildung der entsprechenden Ammoniumsalze und Molybdän(VI)-oxid. Mit Ascorbinsäure entsteht in einer wässrigen Lösung nach dem vorsichtigen Erhitzen Molybdänblau. Diese Reaktion weist das Vorhandensein von Molybdän-Ionen nach.


Molybdänblau

Beim Erhitzen einer wässrigen Ammoniummolybdatlösung mit Ascorbinsäure
entsteht zuerst eine Gelbfärbung, die allmählich in eine Blaufärbung übergeht.

   
  
Herstellung  
  
Die Herstellung erfolgt durch Einwirkung von konzentrierter, heißer Ammoniaklösung auf Molybdän(VI)-oxid. Gibt man zu Molybdän(VI)-oxid eine starke alkalische Lösung, so bilden sich Molybdat-Ionen:  
   
MoO3  +  2 OH- reagiert zu  MoO42-  +  H2O  
   
Durch eine Säurezugabe in der Molybdatlösung steigt die Protonenkonzentration, und es entsteht durch eine Zusammenlagerung eine Komplexverbindung, die aus sieben Molybdän-Atomen aufgebaut ist:  
   
MoO42-  +  8 H im Gleichgewicht zu   Mo7O246-  +  4 H2O
   
  
Verwendung   
  
Im Labor wird Ammoniummolybdat als Nachweisreagenz für Phosphate eingesetzt. Es wird auch zum Nachweis von Kieselsäuren, Phosphorsäure, Arsen, Blei oder Sorbit benötigt. Die chemische Industrie braucht es zur Herstellung von Katalysatoren
   
  
Analytik  
  
Ammoniummolybdat dient im analytischen Labor zum Nachweis von Phosphaten. Auf eine Tüpfelplatte wird eine streichholzkopfgroße Menge der zu untersuchenden Substanz gegeben. Nach dem Zutropfen von drei Tropfen 10%iger Salpetersäure gibt man drei Tropfen gesättigte Ammoniummolybdatlösung hinzu. Das Auftreten eines gelben Niederschlag von Ammoniummolybdophosphat weist auf Phosphat-Ionen hin:  
   
HPO42- + 23 H+ + 3 NH4+ + 12 MoO42-   (NH4)3[P(Mo3O10)4 aq] + 12 H2O 
   
 

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Phosphatnachweis Niederschlag von Ammoniummolybdophosphat
 Film erhältlich auf >DVD    
  
 
Herstellen einer gesättigten Ammoniumheptamolybdatlösung   
  
40g Ammoniumheptamolybdat Tetrahydrat werden in 100ml Wasser gelöst. 
   
  
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