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  Ammoniumcarbonat   (NH4)2CO3
Flasche
   
 


  
Weißes, kristallines  
Pulver
Molmasse  96,086 g/mol   
  
 

AGW   keine Angaben
Zersetzung  +58 °C  
Dichte  1,6 g/cm3   
Wasserlöslichkeit 
100g H2O lösen bei 25 °C 100 g
Piktogramm  

GHS 07
 
 
Achtung
Gefahrenklassen + Kategorie  
Akute Toxizität oral 4
Ätz/Reizwirkung auf die Haut 2
Schwere Augenschäd./-reizung 2
HP-Sätze (siehe Hinweis)      
H 302, 315, 319
P 235, 280.1-3, 305+351+338

Entsorgung  alkalisch halten, dann G 4   
Etikett drucken Deutscher Name Englischer Name
CAS 506-87-6 Ammoniumcarbonat Ammonium carbonate

Bemerkungen für Schulen: Ammoniumcarbonat setzt bereits bei Zimmertemperatur Ammoniak frei. Bei einer kühlen Lagerung wird dieser Prozess verlangsamt. Lüftungsmaßnahmen sind eventuell erforderlich.


Eigenschaften

Ammoniumcarbonat ist als weißes, kristallines Pulver erhältlich. Das Salz löst sich gut in Wasser, die wässrige Lösung reagiert leicht alkalisch. In saurer Lösung, zum Beispiel mit Kohlensäure, und in neutralem Wasser entstehen aus Ammoniumcarbonat Hydrogencarbonat- und Hydroxid-Ionen. Der Geruch nach Ammoniak beim trockenen Salz weist darauf hin, dass sich Ammoniumcarbonat schon bei Zimmertemperatur zu Ammoniumhydrogencarbonat und Ammoniak zersetzt:

(NH4)2CO3 reagiert zu  NH4HCO3  +  NH3

Beim Erhitzen auf 58°C zersetzt sich das gleichzeitig entstehende Ammoniumhydrogencarbonat zu Ammoniak, Kohlenstoffdioxid und Wasser. Dieser Prozess findet langsam auch bei Zimmertemperatur statt, so dass eine Flasche mit Ammoniumcarbonat nach einigen Jahren "leer" ist.

NH4HCO3reagiert zu  NH3  +  CO2  +  H2O
 
 

Ammoniumcarbonat

Hält man ein feuchtes Universalindikatorpapier über Ammoniumcarbonat,
färbt sich dieses blaugrün, was auf die Ammoniak-Bildung hinweist.



Wegen seiner Unbeständigkeit eignet sich das Salz nicht als Düngemittel. Ammoniumcarbonat kann aber aufgrund des bei Erwärmung entstehenden Kohlenstoffdioxids als Backtriebmittel zum Aufgehen von Teig verwendet werden. Damit kein Ammoniak im Teig zurückbleibt, verwendet man im Hirschhornsalz eine Mischung aus Ammoniumcarbonat, Ammoniumhydrogencarbonat und wenig Ammoniumcarbamat  NH4OCO(NH2) .


Herstellung

Eine Herstellung im Labor wäre aus der Umsetzung von Calciumcarbonat mit Ammoniumsulfat in wässriger Lösung möglich:

CaCO3  +  (NH4)2SO4 reagiert zu  CaSO4  +  (NH4)2CO3

Beim Einleiten von Kohlenstoffdioxid in Ammoniaklösung erhält man ebenfalls Ammoniumcarbonat. Bei der industriellen Produktion des reinen Stoffes verwendet man aber genau berechnete Gemische von Ammoniak, Kohlenstoffdioxid und Wasserdampf. Dadurch wird verhindert, dass gleichzeitig Hydrogencarbonate oder Carbamate entstehen. Oft wird sogar flüssiges Ammoniak unter hohem Druck eingesetzt:
 
2 NH3  +  CO2  +  H2O
reagiert zu  (NH4)2CO3


Verwendung

Ammoniumcarbonat ist ein Bestandteil des Hirschhornsalzes für Backtriebmittel. Die Entstehung von Kohlenstoffdioxid beim Erhitzen kann bei der Herstellung von Schaumstoffen genutzt werden. Man findet Ammoniumcarbonat zur Erzeugung von Kohlenstoffdioxid in Feuerlöschern. Bei der Textilfärbung dient es als Beizmittel. Als "Riechsalz" hielt man es früher bei ohnmächtigen Personen unter die Nase, um sie aufzuwecken.


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