Pyrit
engl. Pyrite
Nach dem griechischen Wort pyr („Feuer“)
Formel
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
FeS2
Sulfide
goldgelb, braun, bunte Anlauffarben
grünlich, schwarz
Metallglanz
undurchsichtig
6 – 6,5
5 – 5,2 g/cm³
undeutlich
muschelig

kubisch
kubisch-disdodekaedrisch
Pyrit aus NavajunLupe
Eigenschaften
Varietšten
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung
Eigenschaften

Pyrit ist ein goldglänzendes, hartes Mineral, das in der Regel kein Gold enthält. Daher wird es auch als „Katzengold“ bezeichnet. Beim Schlagen auf einen Feuerstein entstehen unter Schwefel-Geruch Funken. Beim starken Erhitzen an der Luft auf über 800 °C wandelt wandelt sich das Eisen(II)-disulfid aus dem Pyrit in Eisen(III)-oxid und Schwefeldioxid um. In der Mineraliensammlung werden intakte Pyrite auf jeden Fall getrennt von Markasiten aufbewahrt. Zerbröselnde Pyrite sind von der Sammlung zu separieren. Pyrite aus Peru gelten als sehr stabil, während Pyrit-Sonnen aus China oder auch bestimmte Elba-Stufen anfällig sind. Pyrit ist in verdünnter Salzsäure unlöslich, in konzentrierter Salpetersäure ist er dagegen gut löslich. Pyrit ist stabiler als der ähnliche Markasit. Beim Anfassen eines Markasits schmeckt die Haut danach metallisch oder nach Eisensulfat, beim Pyrit ist dieses Phänomen deutlich weniger ausgeprägt. Der Chalkopyrit zeigt häufig Anlauffarben, und er ist deutlich weicher als der Pyrit.


Varietäten

Pyrit kann durch Fremd-Atome Varietäten ausbilden. Der Bravoit enthält zum Beispiel Nickel. Der Hengleinit enthält Cobalt und Nickel, während der Gelpyrit eine arsenhaltige Varietät darstellt.


Pyrit OktaederLupe Pyrit Oktaeder aus Huanzala, Peru
Pyrit Navajun
Lupe
Tracht aus Würfel und Oktaeder, Navajun
Pyritoeder aus Peru
Lupe
Pyritoeder aus Huanzala, Peru
Pyrit, eisernes Kreuz, Extertal bei Lemgo
Lupe
"Eisernes Kreuz", Extertal bei Lemgo

Kristallformen und Wachstum

Pyrit bildet perfekte Würfel, Oktaeder oder weitere Kristallformen des kubischen Systems aus. Darin unterscheidet sich der Pyrit vom chemisch ähnlich aufgebauten Markasit, der nach dem orthorhombischen System kristallisiert. Die kubischen Kristallformen treten beim Pyrit in zahlreichen Kombinationen und Zwillingen auf. Durchdringungszwillinge der Pyritoeder sind als „Eisernes Kreuz“ bekannt. Einen Pyritoeder oder Pentagondodekaeder dürfte es nach den mathematischen Gesetzen der Kristallografie eigentlich gar nicht geben, er ist eine eigene Erfindung des Pyrits. Aggregate kommen in derben oder körnigen Massen vor. Man findet sie auch knollig oder nierig. Eine Pyritisierung kann als Prozess bei der Versteinerung von Fossilien oder von Holz auftreten. An der Luft verwittert der Pyrit in einem sehr langsamen Prozess zu Limonit. Daher findet man häufig auch Pseudomorphosen von Limonit nach Pyrit.


Würfel  Rhombendodekaeder Oktaeder   Pyritoeder   Trisoktaeder   Ikositetraeder    Disdodekaeder

Kristallformen beim Pyrit: Hexaeder (Würfel), Rhombendodekaeder, Oktaeder,
Pentagondodekaeder (Pyritoeder), Trisoktaeder, Ikositetraeder, Disdodekaeder


Pyrit


Würfel (a)
+ Oktaeder (o)
Pyrit

Würfel (a)
+ Rhombendodekaeder (d)
+ Oktaeder (o)
Pyrit


Würfel (a)
+ Pyritoeder (e)
Pyrit


Oktaeder (o)
+ Tetrakishexaeder (e)

            

Geschichte

Der Pyrit ist nach dem griechischen Wort pyr für „Feuer“ benannt. Dies kommt daher, dass sich beim Schlagen auf einen Feuerstein Funken bilden. Wahrscheinlich wurden Pyritknollen schon in der Steinzeit zum Feuermachen benutzt. Theophrastus erwähnt den Pyrit in seinem Buch Über Steine im Zusammenhang mit dem Lapislazuli, der von Pyritadern durchzogen ist. Erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird der bergmännische Begriff „Schwefelkies“ nicht mehr für zwei verschiedene Mineralien verwendet: Seither unterscheidet man den Pyrit vom Markasit.


Pyrit mit Bleiglanz aus ElbaLupePyrit mit Bleiglanz aus Elba, Italien
Pyriot aus Ambas Aguas
Lupe
Pyrit aus Ambas Aguas, Spanien
Pyritsonne uas Guangxi
Lupe
Pyritsonne aus Wuzhou, Guangxi
Pyrit in Dololmit, Gruzbe Lengenbach, Binntal
Lupe
Pyrit in Dolomit, Grube Lengenbach, Binntal

Vorkommen

Pyrit ist das am häufigsten auftretende sulfidische Erz, das weltweit fast überall vorkommt. Bei den Sammlern besonders bekannt sind die Pyritwürfel aus dem spanischen Navajún, die dort im hellen Mergel wachsen. Ganz in der Nähe liegt die Fundstelle Ambas Aguas, bei der ähnlich gute Funde gemacht werden können. Große Pyritvorkommen für Sammlerstufen gibt es auch in Huanzala in Peru. Pyrite aus Elba sind fast nur noch aus alten Sammlungen zugänglich. Die dicken, kristallisierten „Pyrit-Sonnen“ kommen aus Guangxi in China. Bei den Sammlern bekannt sind auch die weißen Dolomitstufen aus der Grube Lengenbach im Binntal, die von kleinen Pyritkristallen durchzogen sind. Heute ist diese Fundstelle im Schweizer Wallis fast erschöpft. Die teuersten Pyrite der Welt stammen aus dem Spruce Claim, aus dem Bundesstaat Washington, USA. Große Erz-Lagerstätten findet man zum Beispiel in Rio Tinto in Spanien.


Verwendung

Pyrit war früher ein Rohstoff zur Herstellung von Schwefelsäure. Heute gewinnt man den dafür notwendigen Schwefel jedoch hauptsächlich aus der Aufbereitung von Erdgas. In der Lithium-Eisensulfid-Batterie wird reines Eisen(II)-disulfid als Kathode verwendet. Stabiler Pyrit kann zu Schmucksteinen verschliffen werden.
© Thomas Seilnacht / Benutzerhandbuch / Lizenzbestimmungen / Impressum / Datenschutz / Literaturquellen