Sphalerit, Zinkblende
engl. Sphalerite
Nach dem griechischen Wort sphaleros („trügerisch“)
Formel
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
(ZnFe2+)S
Sulfide
braun, honiggelb, rötlich, schwarz
weißlich, grünlich
Diamantglanz metallisch
schwach durchscheinend bis durchsichtig
3,5 – 4
3,9 – 4,2 g/cm³
vollkommen
muschelig, splittrig

kubisch
kubisch-hexakistetraedrisch
ZinkblendeLupe
Eigenschaften
Varietšten
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung
Eigenschaften

Zinkblende ist ein häufig vorkommendes, bräunliches Mineral. Bei den Sammlern sind transparente, honiggelbe Kristalle begehrt. Als Erz kommt es auch derb in wenig durchscheinenden, bräunlichen oder grauschwarzen Massen vor. Es ist härter als Bleiglanz und ist mit einem Messer leicht ritzbar. Von der äußerlichen Erscheinungsform ähnelt die Zinkblende dem Magnetit oder dem Rutil, die beide deutlich härter sind und sich nicht mehr mit einem Messer ritzen lassen.

Reines Zinksulfid hätte die chemische Formel ZnS. In der Zinkblende ist jedoch fast immer ein Teil der Zink-Atome durch Eisen-Atome ersetzt. Es können auch andere Elemente enthalten sein. Das Mineral zeigt Pyroelektrizität und leuchtet wenig beim starken Reiben. Manche Varietäten zeigen unter kurzwelligem UV-Licht eine orange Fluoreszenz.

Das Mineral löst sich in Salpetersäure unter Abscheidung von Schwefel. Es schmilzt vor dem Lötrohr kaum, es knistert, wird rissig und bildet mit der Oxidationsflamme auf Kohle einen gelben Belag aus Zinkoxid, der sich nach dem Abkühlen weiß verfärbt. Beim Rösten am Luftsauerstoff bildet sich Schwefeldioxid und Zinkoxid.


Honigblende, Grube Lengenbach, Binntal
LupeHonigblende aus der Grube Lengenbach
Varietäten

Als Honigblende bezeichnet man klare, gelbe Kristalle. Berühmt geworden sind die gelben Kristalle aus der Grube Lengenbach im Binntal, die früher ein Eldorado für Mineraliensammler war. Diese Fundstelle im Wallis in der Schweiz ist heute aber weitgehend erschöpft. Schalenblende ist eine schichtartig angeordnete Vergesellschaftung der Zinkblende mit Wurtzit und manchmal auch mit Bleiglanz. In Querschnitten ist die schalenartige Schichtung dieser Mineralien deutlich zu sehen.


Sphalerit Rhombendodekaeder, Dalnegorsk
Lupe
Rhombendodekaeder aus Dalnegorsk
Sphalerit mit Zinkblende aus Dalnegorsk
Lupe
Bleiglanz und Zinkblende aus Dalnegorsk
Calcit auf Zinkblende aus Elmwood, Tennessee
Lupe
Calcit auf Zinkblende aus Elmwood
Kristallformen und Wachstum

Die Zinkblende bildet die Kristallformen des kubischen Systems aus: Hexaeder, Rhombendodekaeder, Tetraeder, Tetrakishexaeder, Deltoiddodekaeder und Hexakistetraeder kommen vor. Am meisten verbreitet ist jedoch der tetraedrische Habitus. Relativ häufig sind Kontakt-Zwillinge des Tetraeders. Das Erz kommt in dichten, derben, spätigen oder körnigen Aggregaten vor, oft auch eingesprengt, krustig, schalig, nierig oder gebändert.


Geschichte

Das Wort Zinkblende ist nach dem Element Zink benannt, Sphalerit nach dem griechischen Wort sphaleros („trügerisch“). Dies hängt damit zusammen, dass das Erz zwar metallisch glänzt, aber die Bergleute bis zum 18. Jahrhundert daraus kein Metall gewinnen konnten. Erst ab 1735 wurde die Zinkblende offiziell als Mineral anerkannt.


Vorkommen

Ein historisches Vorkommen findet sich am Bleiberg in Kärnten. Die Sammlerstufen aus Elmwood, Tennessee (USA) sind manchmal mit Calcit und Fluorit kombiniert. Bekannte Fundorte gibt es auch in Trepca (Serbien), in Naica (Mexiko) oder in Dalnegorsk (Russland). Die Sammlerminerale sind jedoch für die Erzgewinnung ohne Bedeutung. China produziert im weltweiten Vergleich am meisten Zink, gefolgt von Peru und Australien. Eine der größten Zinkerz- und Bleierz-Minen der Welt ist die Red Dog Mine in Alaska.


Verwendung

Die Zinkblende stellt wie der Smithsonit ein bedeutendes Zinkerz dar und wird aufgrund der Beimengungen auch zur Gewinnung von Cadmium, Indium und Gallium benötigt.
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