Startseite  >>  Chemikaliendatenbank  >>  Anorganische Salze

  Zinkchlorid   ZnCl2
Flasche
   
 




  
Weißes, kristallines  
Pulver
Molmasse  136,315 g/mol   
  
 

AGW   keine Angaben
Schmelzpunkt  290 °C  
Dichte  2,907 g/cm3   
Wasserlöslichkeit 
100g H2O lösen bei 25 °C 408 g
Piktogramme    
GHS 05  
GHS 09  
Gefahr

Gefahrenklassen + Kategorie  
Akute Toxizität oral 4
Ätz-/Reizwirkung auf die Haut 1B
 
Gewässergefährdend chron./akut 1

HP-Sätze (siehe Hinweis)   
H 302, 314, 400, 410    P 280.1-3, 273, 301+330+331, 305+351+338, 309+310  
Entsorgung  G 4
Etikett drucken Deutscher Name Englischer Name
CAS 7646-85-7 Zinkchlorid Zinc chloride

Eigenschaften   

Zinkchlorid bildet ein weißes, kristallines Pulver, das an der Luft sehr schnell Wasser anzieht und dabei zerfließt. Das Salz ist äußerst gut löslich in Wasser, sowie in organischen Lösungsmitteln wie Ethanol, Aceton oder Diethylether. Das Produkt beim Auflösen in Wasser reagiert stark sauer. Mit Wasser bildet sich bei höheren Konzentrationen Chlorohydroxozinksäure:

ZnCl2  +  2 H2O
reagiert zu  H2[ZnCl2(OH)]2

Dies erklärt auch die ätzende Wirkung des Salzes, wenn es mit feuchter Haut oder mit der Augenflüssigkeit in Kontakt kommt. Hoch konzentrierte Lösungen können sogar organische Stoffe wie Holz zerstören, das ähnlich wie bei der Behandlung mit konzentrierter Schwefelsäure verkohlt.





Zinkchlorid zerfließt an der Luft, da es Wasser anzieht. Die Lösung reagiert sauer.


Herstellung

Zinkchlorid könnte man direkt aus den Elementen Zink und Chlor herstellen. Die chemische Industrie stellt es aber aus Zink oder Zinkoxid und Salzsäure, meistens mit heißem Chlorwasserstoff her. Verunreinigungen wie Eisen werden danach durch die Zugabe von Chlor beseitigt.

Zinkchlorid herstellen:  Zn  +  2 HClreagiert zu  ZnCl2  +  H2
Beseitigung des Eisens2 Fe  +  3 Cl2reagiert zu  2 FeCl3


Verwendung

Zinkchlorid stellt in der Industrie ein vielfältiger Rohstoff dar. Aufgrund der wasserabspaltenden Wirkung wird es bei vielen organischen Synthesen benötigt. Es dient zum Imprägnieren von Holz oder zum Konservieren von Tiermaterial. Die Papierindustrie setzt es zur Herstellung von Pergamentpapier, zum Leimen und zum Bleichen von Papier ein. Vermischt man eine konzentrierte Zinkchlorid-Lösung mit Zinkoxid, erhält man eine zementartige Masse, die als Kitt für Zähne oder für Metalle geeignet ist. Zinkchlorid wird auch beim Löten zur Herstellung von Lötwasser oder Lötsalz benötigt.


Copyright: T. Seilnacht