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  Zinkoxid   ZnO 
      





Weißes Pulver 

Vorkommen  
Zinkit (Rotzinkerz)
Molmasse  81,408 g/mol   
   
  


AGW  2 mg/m3 A (TRGS 900) 
Dichte  5,6 g/cm3   
Schmelzpunkt  +1974°C  
Wasserlöslichkeit 
unlöslich
Piktogramme    
GHS 09  
Achtung
Gefahrenklassen + Kategorie  
   
Gewässergefährdend chron./akut 1 
HP-Sätze (siehe Hinweis)   
410   273, 391  
Entsorgung  G 4 
Etikett drucken Deutscher Name Englischer Name
CAS  1314-13-2 Zinkoxid Zinc oxide
   
  
Eigenschaften 
  
Das weiße, lockere Pulver sublimiert bei etwa 1800 °C, unter Druck schmilzt es bei 1974 °C. Beim Erhitzen färbt sich das Zinkoxid gelb, nach dem Abkühlen nimmt es wieder die weiße Farbe an. Dieses Phänomen nennt man Thermochromie. Bei der Herstellung von Zinkoxid durch das Verbrennen von Zinkdampf erhält man eine intensive, grüne Lumineszenz, die nach dem Erkalten im Dunkeln eine kurze Nachleuchtwirkung besitzt. Die rote Farbe im Rotzinkerz geht auf Spuren von Eisen- oder Mangan-Atomen zurück. Zinkoxid löst sich nur in Spuren im Wasser, von Säuren und Alkalien wird es aber zersetzt. Beim Schweißen von Zinkblechen bildet sich Zinkoxidrauch, der die Atemwege reizt und Fieber verursacht. Eine erhöhte Konzentration von diesem Rauch kann auch in Gießereien auftreten.
   

 Thermochromie beim Erhitzen von Zinkoxid

Thermochromie beim Erhitzen von Zinkoxid
   
  
Herstellung 
  
Beim starken Erhitzen von Zink in einem Tiegel erhielten die Alchemisten eine weiße Wolle. Diese sogenannte „Lana philosophica“ entsteht am Rand des Tiegels, wenn man darin herumstochert und das Zink verbrennt. Im Labor kann man Zinkoxid durch eine Fällung aus Zinksalzlösungen herstellen. Das dabei entstehende Zinkcarbonat oder Zinkhydroxid lässt sich durch Glühen in Zinkoxid überführen. Bei der industriellen Darstellung nach dem amerikanischen Verfahren werden die Zinkerze geröstet, mit Kohle zu Zink reduziert und direkt danach erneut oxidiert. So erhält man ein relativ unreines Zinkoxid. Beim französischen Verfahren wird reiner Zinkdampf mit Luft verbrannt. Hierbei entsteht das als Malerpigment bekannte Zinkweiß:  
   
2 Zn  +  O2 reagiert zu  2 ZnO   
   
Wenn kein reines Zink verwendet wird, dann ist das Zinkweiß mit giftigen Bleiverbindungen verunreinigt. Im Handel befinden sich „bleifreie“ Sorten, die zu bevorzugen sind, wenn man es als Pigment verwenden möchte.
   
  
Verwendung 
  
Im Gegensatz zum giftigen Bleiweiß ist das Zinkweiß als Malerpigment lange nicht so giftig, allerdings ist seine wassergefährdende Wirkung zu beachten. Es ist sehr lichtbeständig und zersetzt sich nicht mit Schwefelwasserstoff. In Lacken absorbiert es das UV-Licht, daher verhindert es den Alterungsprozess in Lackanstrichen erheblich. Als Weißpigment ist es heute weitgehend vom noch besser deckenden Titanweiß verdrängt. In der Gummiindustrie dient es als Aktivator für Vulkanisationen, zum Beispiel beim Kautschuk. Als Zusatz bei der Glasherstellung erhöht es die chemische Stabilität. Es dient zur Herstellung von Zinkseifen. Diese verwendet man beispielsweise zum Trocknen von Farben und Lacken oder zur Stabiliserung von PVC. In medizinischen Zinksalben oder in Pflastern wird das Zinkoxid wegen seiner austrocknenden und antiseptischen Wirkung eingesetzt.

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