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  Natriumthiosulfat   Na2S2O 
 
 
   


Wasserfrei 
weißes Pulver 
   
Pentahydrat 
farblose Kristalle
Molmasse  158,108 g/mol 
(Pentahydrat  248,184 g/mol) 

AGW  10 mg/m3 E
(einatembare Fraktion für Stäube allgemein)   

Dichte  1,69 g/cm3 
(Pentahydrat  1,69 g/cm3)  
Zersetzung  +100 °C 
Wasserlöslichkeit  
100g H2O lösen bei 25 °C 76,4 g
- - Entsorgung G 4   
Etikett drucken Deutscher Name Englischer Name
CAS 7772-98-7 
CAS 10102-17-7
Natriumthiosulfat 
Natriumthiosulfat Pentahydrat *
Sodium thiosulfate 
Sodium thiosulfate pentahydrate
   
    *) Für die Schule bevorzugt 
  
Eigenschaften 
  
Natriumthiosulfat Pentahydrat ist auch unter dem Namen Fixiersalz bekannt, da es beim Entwickeln von Filmen im Labor zur Fixierung dient. Das weiße Salz löst sich leicht in Wasser. Fügt man zur wässrigen Lösung Salzsäure hinzu, beobachtet man nach einiger Zeit eine gelbliche Trübung, die auf ausgeschiedenen Schwefel hinweist. Die anfangs entstehende Thioschwefelsäure H2S2O3 zerfällt sofort zu Schwefel und Schwefeldioxid:   
  
Na2S2O3  +  2 HCl  2 NaCl  +  H2O  +  S  +  SO2   


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Gibt man Salzsäure zu Natriumthiosulfatlösung, entsteht kolloidaler Schwefel.

  
Natriumthiosulfat bindet in wässriger Lösung Chlor, in dem es mit diesem reagiert. Dabei entsteht neben Natriumhydrogensulfat auch Chlorwasserstoff.   
   
Na2S2O3  +  4 Cl2  +  5 H2   2 NaHSO4  +  8 HCl   
   
Silberhalogenide werden durch eine Natriumthiosulfatlösung umgewandelt. Auf dieser chemischen Reaktion beruht die Eigenschaft des Fixiersalzes, die nicht belichteten Silbersalze bei der Filmentwicklung zu beseitigen. Dadurch ist der entwickelte Film nicht mehr lichtempfindlich.   
  
2 Na2S2O3  +  AgBr   Na3[Ag(S2O3)2]  +  NaBr
   
  
Herstellung 
  
Natriumthiosulfat wird in der chemischen Industrie durch die Umsetzung einer kochenden Natriumsulfitlösung mit Schwefel hergestellt:   
   
Na2SO3  +  S   Na2S2O3
   
  
Verwendung 
  
Natriumthiosulfat Pentyhydrat ist das wichtigste Fixiersalz in der analogen Fotografie. In der Papierindustrie dient Natriumthiosulfat zur Entfernung von Chlor aus dem Papier und dem Gewebe. Bei der Metallgewinnung wird es zur Extraktion von Silberchlorid aus Silbererzen eingesetzt. Die Galvanotechnik benötigt es zur Herstellung von galvanischen Gold- und Silberbädern. Die Notfallmedizin verwendet es als Gegenmittel bei Cyanidvergiftungen, es bildet mit Blausäure weniger gefährliches Thiocyanat. Im Labor dient Natriumthiosulfat als Titrierlösung zur Bestimmung von Iod, beispielsweise bei der maßanalytischen Sauerstoffbestimmung nach Winkler. Eine wässrige Lösung mit Natriumthiosulfat eignet sich im Schullabor zum Vernichten von Iod. Dabei wird dieses in Iodid umgewandelt, das deutlich weniger gewässergefährdend ist.
  
  
Versuch zum Tyndalleffekt
    
  
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