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  Mangan(II)-chlorid   MnCl2 
 
  
      
  
  
Rosarote 
Kristalle    
Molmasse  125,844 g/mol 
(Tetrahydrat 197,906 g/mol) 

AGW  0,2 mg/m3 E (TRGS 900)  
Dichte  2,977 g/cm3 
(Tetrahydrat  1,913 g/cm3) 
Schmelzpunkt  +650 °C 
Siedepunkt  +1190 °C 
Wasserlöslichkeit 
100g H2O lösen bei 25 °C 77,3 g
Piktogramm  
GHS 06
GHS 09
 
Gefahr
Gefahrenklassen + Kategorie  
   
Akute Toxizität oral 3
Gewässergefährdend chron. 2
 
HP-Sätze (siehe auch Hinweis)  
301, 411    P  280.3, 309+311, 273  
Entsorgung  G 4
Etikett drucken Deutscher Name Englischer Name
CAS 7773-01-5 
CAS 13446-34-9
Mangan(II)-chlorid *) 
Mangan(II)-chlorid Tetrahydrat 
Manganese(II) chloride 
Manganese(II) chloride tetrahydrate
   
    *) Für die Schule bevorzugt 
  
Eigenschaften 
  
Beim Auskristallisieren aus einer wässrigen Lösung bilden sich die rosaroten Kristalle des Tetrahydrats. Diese ziehen an der Luft infolge ihrer hygroskopischen Eigenschaften Wasser an und zerfließen dabei. Sie lösen sich in Wasser und in Ethylalkohol. Beim Erhitzen schmelzen sie bereits bei 87,5°C. Die vollständige Umsetzung zum wasserfreien Mangan(II)-chlorid gelingt aber erst oberhalb von 220°C in Anwesenheit von viel Chlorwasserstoff. Mit anderen Chloriden, beispielsweise mit Magnesiumchlorid, entsteht ein Tetrachloro-Komplex, der tetraedrische Kristalle ausbildet. 
  

Mangan(II)-chlorid
   
  
Herstellung 
  
Elementares Mangan reagiert schon mit verdünnter Salzsäure lebhaft unter Bildung von Mangan(II)-chlorid und Wasserstoff: 
  
Mn  +  2 HCl reagiert zu  MnCl2  +  H2 
  
Mangan(II)-chlorid lässt sich auch durch die Reaktion von Mangan(II)-oxid oder Mangan(II)-carbonat mit Salzsäure darstellen. Die industrielle Herstellung erfolgt direkt aus Mangan oder Ferromangan und Chlor bei etwa 700°C: 
  
Mn  +  Cl2 reagiert zu  MnCl2 
    

Verwendung 
  
Mangan(II)-chlorid dient zur Herstellung von korrosionsbeständigen Magnesiumlegierungen und von Katalysatoren. Das Tetrahydrat wird beim Brennen von Ziegeln zugesetzt. Es verdampft und bildet auf dem Ziegel eine blauschwarze Färbung. In Trockenbatterien wird Mangan(II)-chlorid als Elektrolyt eingesetzt. Im Analysenlabor wird es zur Sauerstoffbestimmung nach Winkler benötigt. 
  
  
Maßanalytische Sauerstoffbestimmung nach Winkler 
 
Bei der maßanalytischen Sauerstoffbestimmung nach Winkler wird eine Flasche bis zum Überlaufen mit dem zu untersuchenden Wasser gefüllt. Nach dem Zugeben einer bestimmten Menge an Mangan(II)-chloridlösung und kaliumiodidhaltiger Natronlauge wird die Flasche luftblasenfrei mit einem abgeschrägten Stopfen geschlossen und kräftig geschüttelt. Nachdem sich der Niederschlag abgesetzt hat, wird die überstehende Flüssigkeit abgesaugt und der Niederschlag in Phosphorsäure gelöst. Die Flasche bleibt danach 10 Minuten im Dunkeln. Das entstandene, elementare Iod wird mit einer  0,01molaren Natriumthiosulfatlösung und dem Zusatz von Zinkiodid-Stärkelösung (nachdem die Flüssigkeit bereits hellgelb geworden ist) bis zum Umschlag auf Farblos titriert. Der im Wasser gelöste Sauerstoff oxidiert die Mangan(II)-Ionen zu Mangan(III)-Ionen, es fällt unlösliches Mangan(III)-hydroxid und Manganoxidhydrat aus. Bei der Zugabe der alkalischen Kaliumiodidlösung oxidieren die Mangan(III)-Ionen die Iodid-Ionen zu elementarem Iod:

2 Mn3+  +  2I im Gleichgewicht zu   2 Mn2+  +  I2 

Bei der Titration mit Natriumthiosulfat wird solange tritriert, bis am Ende die blaue Färbung, die noch Spuren von Iod anzeigt, verschwunden ist.  
  
I2  +  2 S2O32- im Gleichgewicht zu   2I-  +  S4O62- 
 
Durch eine Berechnung lässt sich anhand der verbrauchten Titrierlösung indirekt aus der bestimmten Iodkonzentration bestimmen, wie viel Sauerstoff in der Wasserprobe vorhanden war.
   
  
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