Startseite  >>  Chemikaliendatenbank  >>  Organik

  Ethylenglycol   C2H4(OH)2 
     
 
 
Klare, farblose, viskose 
Flüssigkeit
Molmasse  62,068 g/mol

AGW  10 ml/m3 (TRGS 900) 
Dichte  1,1135 g/cm3   
Schmelzpunkt  -12,69 °C   
Siedepunkt  +197,3 °C   
Wasserlöslichkeit  vollst. mischbar   

Brechungsindex (20°C)  1,4318
Explosionsgrz.  3,2 - 43 Vol.-% (Luft) 
Flammpunkt  +111 °C 
Zündpunkt  +410 °C 
Piktogramm 
GHS 07
GHS 08
Achtung
Gefahrenklassen + Kategorie 

Akute Toxizität oral 4

Spez. Zielorgantoxizität w. 2 (Nieren, ZNS)
HP-Sätze (siehe Hinweis)     
H 302, 373 (Nieren, ZNS)  P 280.1-3, 301+310  

Entsorgung
G 1  
 
Etikett drucken Dt. Bezeichnung 
Synonyme (deutsch)
Engl. Bezeichnung 
Synonyme (engl.)
CAS  107-21-1 Ethylenglycol, Glykol 
Ethan-1,2-diol 
1,2-Ethandiol
Ethylene glycol 
Ethane-1,2-diol 
1,2-Ethanediol
   
  
Wirkung auf den menschlichen Körper 
  
Die Aufnahme von Ethylenglycol führt zu Vergiftungserscheinungen. Nach Vergiftungen können Lungen-, Herz- und Nierenschäden auftreten. Zuerst entstehen Magen-Darm-Probleme mit Erbrechen und Durchfall. Hinzu kommen Schwindel,  Atemnot oder Halluzinationen. Dann beschleunigt sich der Puls, Herzprobleme oder ein Lungenödem können entstehen. Bei höheren Dosen tritt schon in dieser Phase der Tod durch Herzversagen auf. Falls dies nicht passiert, werden nach ein bis drei Tagen die Nieren geschädigt. Nach etwa einer Woche treten schwere Schäden am Zentralnervensystem auf. Als mittlere, tödliche Dosis gelten etwa 1,4 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht. Die Dämpfe üben eine schwach reizende Wirkung auf Augen und Schleimhäute aus.  
  
  
Eigenschaften

Ethylenglycol ist eine süßlich schmeckende, leicht zähflüssige Flüssigkeit. Sie vermischt sich sehr gut mit Wasser, sie ist aber auch in Aceton, Ethylalkohol und Diethylether gut löslich. Ein Gemisch mit je einem Anteil Wasser und Ethylenglycol gefriert erst unterhalb von -40 °C, daher eignen sich solche Gemische als Frostschutzmittel. Beim Siedepunkt beginnt sich Ethylengylcol zu zersetzen.  
   

 
Zoom!
Bild vergrößern


Frostschutz-Prüfgerät und angefärbtes Ethylenglycol

  
Ethylenglycol ist wie Glycerin stark hygroskopisch und zieht Feuchtigkeit aus der Luft an. Von Glycerin kann es so unterschieden werden: 
  
I.) Iodprobe: Ethylenglycol löst Iod mit rotbrauner Farbe, Glycerin löst nur wenig Iod mit hellgelber Färbung.   
II.) Gentianaviolettprobe: Ethylenglykol löst Gentianaviolett mit violetter Farbe, Glycerin löst den Farbstoff gar nicht.   
    
Beim Erhitzen mit konzentrierter Schwefelsäure entsteht Dioxan, eine aromatisch riechende Flüssigkeit und bedeutendes Lösungsmittel in der chemischen Technik. Ethylenglycol gehört aufgrund der zwei OH-Gruppen zu den zweiwertigen Alkoholen. Es lässt sich stufenweise bis zur Oxalsäure oxidieren.
   
  
Herstellung 
  
Ethylenglycol wird in der Technik aus Ethylenoxid und Wasser unter Druck hergestellt:   
    
 
 
 
   
Verwendung 
  
Ethylenglycol wird als Frostschutzmittel im Kühlwasser von Kraftfahrzeugen und zur Enteisung von Flugzeugen verwendet. Es dient als Kühl- und Schmiermittel bei Hochleistungsmotoren. Gelegentlich wird es auch als Desinfektionsmittel für große Räume eingesetzt. Ethylenglycol ist ein wichtiges Zwischenprodukt zur Herstellung von Polyethylenterephthalat, einem wichtigen Polyester. Es wird auch zur Herstellung des Lösungsmittels Dioxan benötigt.
  
  
Copyright: T. Seilnacht