Uranocircit-II radioaktiv
engl. Uranocircite-II
Nach den griechischen Wörtern ouranos („Himmel“) und circos („Falke“)
Formel
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
Ba(UO2)2(PO4)2 • 10 H2O
Oxide, Phosphate
gelblich, grün
gelblich
Glasglanz, matt, Perlmutterglanz
durchscheinend bis durchsichtig
2 – 2,5
3,5 g/cm³
vollkommen
uneben

tetragonal
ditetragonal-dipyramidal
Uranocircit aus MenzenschwandLupe
Eigenschaften
Verwechslungen
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung

Eigenschaften
Uranocircit im UV-Licht
Lupe
Uranocircit aus Menzenschwand im UV-Licht

Uranocircit-II ist ein leuchtend gelbgrünes, stark radioaktives Mineral, das relativ weich ist und für ein Uranmineral eine eher geringe Dichte aufweist. Die Kristalle zeigen Glasglanz, auf Spaltflächen auch Perlmutterglanz. Auch schon im langwelligen UV-Licht zeigt Uranocircit-II eine kräftig grüne Fluoreszenz. In Säuren löst sich das Mineral unter Bildung einer grünen Lösung auf. Beim Erhitzen im Reagenzglas gibt es sein Kristallwasser ab. Es dehydriert zunächst zu einem Octahydrat (Metauranocircit-I), dann zu einem Hexahydrat (Metauranocircit-II) und schließlich zum Dihydrat. Eine Dehydrierung findet auch schon an der Luft statt, das Mineral kann verwittern.


Verwechslungen

Vom sehr ähnlichen Autunit ist Uranocircit-II äußerlich sehr schwer zu unterscheiden, während der Torbernit deutlich grüner erscheint.


Kristallformen und Wachstum

Das Mineral kristallisiert nach dem tetragonalen System. Die Kristalle sind gerne rechteckig, ihr Habitus ist tafelig-blättrig. Sie treten in fächerartig-gestapelten, büscheligen oder radialstrahligen Aggregaten auf, auch krustige Überzüge kommen vor.


Geschichte

Die Benennung des Minerals erfolgte 1877 durch den deutschen Mineralogen Albin Weisbach (1833–1901), der ab 1866 die Professorenstelle von August Breithaupt an der Bergakademie Freiberg übernommen hatte. Der Name geht auf verschiedene Bezeichnungen zurück: Das griechische Wort ouranos bedeutet „Himmel“, danach ist auch der Planet Uranus und das Element Uran benannt; das griechische Wort circos bedeutet „Falke“, dies ist eine Anlehnung an den ersten Fundort bei Falkenstein im sächsischen Vogtland. Die IMA unterschied zunächst zwischen zwei Mineralen mit unterschiedlichem Kristallwasseranteil. Die chemische Zusammensetzung für Uranocircit-I wurde mit Ba(UO2)2(PO4)• 12 H2O angegeben, dieses Dodecahydrat ist von der IMA aber nicht mehr als eigenständiges Mineral anerkannt.


Vorkommen

Das Mineral wird in Deutschland neben seiner Typlokalität bei Falkenstein im Vogtland zum Beispiel auch in Menzenschwand im Schwarzwald oder in Wölsendorf in der Oberpfalz gefunden. In den US-Bundesstaaten Arizona und in South Dakota gibt es ergiebige Vorkommen.


Verwendung

Uranocircit dient als Erz zur Gewinnung von Uran. Das private Sammeln von radioaktiven Uranmineralien ist problematisch. Das Mineral darf aufgrund seiner starken Radioaktivität nicht in Wohnräumen gelagert werden. Es muss in einer geschlossenen Dose und in einem Bleibehälter aufbewahrt werden.
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