engl. Argyrodite
Der Argyrodit ist ein schweres, sehr weiches Silber-Germanium-Mineral, das sich mit dem Fingernagel ritzen lässt. Oft ist es mit dem Zinnmineral Canfieldit Ag
8SnS
6 vermischt. Der Argyrodit bildet pseudokubische Kristallformen wie Würfel oder Oktaeder aus. Die Kristalle zeigen rötliche oder violette Anlauffarben, an der Luft dunkeln sie nach und verlieren ihren Glanz. Es kommen auch traubig-nierige Massen oder krustige Überzüge vor. Der Argyrodit schmilzt vor dem Lötrohr zu einem Silberkorn. Beim Erhitzen im Reagenzglas bildet sich ein gelblicher Schwefel-Beschlag an der Glaswand. In Salpetersäure oder Königswasser löst er sich auf.
Im Jahr 1886 entdeckte der deutsche Mineraloge und Chemiker Clemens Alexander Winkler (1838–1904) bei chemischen Analysen im Argyrodit das Element
Germanium. Kurz zuvor war das Mineral durch den deutschen Mineralogen Albin Weisbach (1833–1901) in der
Grube Himmelsfürst bei Brand-Erbisdorf im sächsischen Erzgebirge entdeckt worden. Argyrodit als Sammlermineral wurde auch in den Silberminen Mexikos oder Boliviens gefunden. Der Argyrodit eignet sich als Erz zur Gewinnung von
Silber und
Germanium.