Korund
engl. Corundum
Nach dem Sanskrit-Wort kuruvinda („Rubin“)
Formel
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
Al2O3
Oxide
farblos, weiß, gelblich, rot, blau, rosa
weiß
Glasglanz
durchscheinend bis durchsichtig
9
3,9 – 4,1 g/cm³
vollkommen
muschelig

trigonal
ditrigonal-skalenoedrisch
Saphir, Sri LankaLupe
Eigenschaften
Varietšten
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung
Eigenschaften

bild
Lupe
Rubin aus Aliabad, Pakistan
bild
Lupe
Sternrubin aus Orissa, Indien
Rubin
Lupe
Rubin mit Dreieck-Struktur aus Betroka, Madagaskar

Lupe
Fuchsit mit Rubin aus Minas Gerais, Brasilien
Der Korund ist mit der Mohshärte 9 nach dem Diamant eines der härtesten Minerale. Ein Korund ist in kalten Säuren nicht löslich und vor dem Lötrohr nicht schmelzbar. Unter normalen Bedingungen ist ein Korund an der Luft absolut beständig und kann Millionen Jahre überdauern. Der reine Korund besteht aus Aluminiumoxid und ist farblos, durch Fremd-Ionen kann er fast alle Farben annehmen. Transparente Korunde zeigen häufig Pleochroismus: Durch variierende Absorption des Lichts in Abhängigkeit von der Polarisationsrichtung variiert die Farbe im Durchlicht. Viele Korunde zeigen im UV-Licht eine rote oder orange Fluoreszenz. Beim Erhitzen leuchten rote Korunde gelb, sie zeigen Thermolumineszenz.


Varietäten

Die rote Korund-Varietät nennt man Rubin (englisch Ruby). Sie wird durch eingebaute Cr3+-Ionen an den Kristallgitterplätzen der Al3+-Ionen erzeugt. Der Saphir (englisch Sapphire) ist die blaue Varietät. Fe2+- und Ti4+-Ionen verursachen die blaue Farbe. Oft zeigt der transparente Saphir auch gelbe Farben oder blaue und gelbe Streifen. Der Padparadscha ist eine rosa- bis orangefarbene Korund-Varietät. Dieser Name bedeutet im Singhalesischen „Lotosblüte“. Der Wassersaphir ist ein farbloser Korund. Der Trapiche-Rubin zeigt im Durchlicht eine räderartige Struktur, die aus sechs Dreiecken besteht. Rund geschliffene Korunde zeigen im Auflicht manchmal sternförmige Figuren, diese werden durch Einlagerung von Rutilnadeln verursacht. Das Phänomen nennt man Asterismus. Der Sternrubin und der Sternsaphir zeigen dieses Phänomen.


Kristallformen und Wachstum

Korunde bilden die Kristalle des trigonalen Systems: Basispinakoid, Prismen, Rhomboeder, Dipyramiden und Skalenoeder kommen vor. Durch die Kombination der Formen entstehen gerne auch tonnenförmige oder tafelig prismatische Kristalle. Kontaktzwillinge sind sehr selten und sehr teuer. Kristalle kommen eingewachsen oder lose vor, manche erreichen einen Meter oder mehr. Aggregate findet man körnig, dicht, radialfaserig oder derb. Schmirgel ist ein korundhaltiges Gestein, das noch andere Mineralien wie Magnetit, Hämatit oder Quarz enthält. Ein Korund kann von vielen anderen Mineralien begleitet werden, oder er ist selbst Bestandteil von Gesteinen. Einen besonders schönen Kontrast bilden rote Rubine, die in die grüne Varietät Fuchsit des Glimmerminerals Muskovit eingewachsen sind.


Geschichte

Korund ist aus dem Sanskrit-Wort kuruvinda („Rubin“) abgeleitet. Rubin bezieht sich auf das lateinische Wort ruber („rot“) und Saphir auf das griechische Wort saphiros (alte Bezeichnung für den blauen Lapislazuli). Der größte ungeschliffene Rubin der Welt ist der im Jahr 1993 gefundene Mogok Sun mit einem Rohgewicht von 1734 Karat (=346,8 Gramm). Der größte Saphir ist der Star of Adam, der 2015 in Ratnapura in Sri Lanka gefunden wurde. Er bringt 1404,49 Karat (=280,9 Gramm) auf die Waage.


Vorkommen

Korund wächst in aluminiumreicher und siliciumarmer Umgebung. Das Mineral ist häufig und kommt in zahlreichen Gesteinen vor. In Greater Letaba im Mopani District in Südafrika und im kanadischen Bancroft wurden besonders große Korundkristalle gefunden. Wesentlich seltener ist farbiger und klarer Korund in Edelsteinqualität. Rubine findet man zum Beispiel in Indien, Mogok und Mong Hsu in Myanmar, Thailand, Vietnam, Kashmir, im Hunzatal in Pakistan, in Jegdalek in Afghanistan, in Nepal, Kenia oder Tansania. In Europa gibt es vereinzelt auch Fundstellen, zum Beispiel am Pizzo Campolungo im Tessin, in Arendal in Norwegen oder im Ural. Der Saphir kommt in Sri Lanka, Madagaskar, Montana USA, Rio Mayo Kolumbien und in Australien vor.


Verwendung

Aufgrund der hohen Härte werden Korunde für Lagersteine in Uhren und Messinstrumenten, sowie für Schleif- und Poliermittel verwendet. Künstlich hergestellter Rubin wird als Einkristall in Rubinlasern eingesetzt. Früher verwendete man den geschliffenen Saphir in Tonabnehmern für Plattenspieler. Heute wird dafür der härtere Diamant bevorzugt.
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