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Rutil
 
Sagenitgitter, Fundort: Rhoneschlucht/Wallis
Kurzportrait Das Mineral Rutil ist nach dem lateinischen Wort rutilus ("rötlichgelb") benannt. Rutil besitzt die gleiche chemische Zusammensetzung wie Anatas und dient ebenfalls zur Herstellung des Pigments Titanweiß. Er unterscheidet sich vom Anatas im Kristallbau: Die Rutilform besitzt ein besseres Deckvermögen als die Anatasform. Rutil ist auch ein bedeutendes Erz zur Gewinnung von Titan. In Elektroden für das Lichtbogenschweißen wird Rutil als Umhüllung eingesetzt. Das Mineral Rutil bildet gerne prismatisch, langgestreckte Kristalle, die auch zu V-Zwillingen verwachsen sein können. Gitterartig verwachsene Drillinge im Winkel von 60° werden als "Sagenitgitter" bezeichnet.
Formel (Familie) TiO2  (Oxide)
Farbe rötlichgrau, bräunlich, schwarz, goldfarben
Strich und Glanz braungelb; Metallglanz, Diamantglanz
Härte und Dichte 6 - 6,5 (Mohs); 3,9 - 4,2 g/cm3
Spaltbarkeit und Bruch deutlich, Bruch muschelig, uneben
Kristallsystem und Formen tetragonales System; Basispinakoid, Prismen, Dipyramiden, oft prismatisch langgestreckt und nadelig, auch Zwillinge und Drillinge ("Sagenitgitter")
Aggregate Kristalle selten; derb, körnig, eingewachsen in Quarz (Nadeln), Körner
Nachweis Zwillingsbildungen sind typisch, ist unter den drei Titandioxid-Mineralien (neben Anatas und Brookit) am beständigsten und am weitesten verbreitet, in Säuren nicht löslich, vor dem Lötrohr nicht schmelzbar
Fundorte (Auswahl) Cavradischlucht, Rhoneschlucht/Schweiz; industrieller Abbau: Norwegen, USA, Australien, Russland, Sri Lanka, Indien