Beryll
engl. Beryl
Nach dem griechischen Wort béryllos („hellgrüner Stein“)
Formel
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
Be3Al2Si6O18
Silicate
alle Farben
weiß
Glasglanz
durchscheinend bis durchsichtig
7,5 – 8
2,6 – 2,8 g/cm³
gering
uneben muschelig

hexagonal
dihexagonal-dipyramidal
Aquamarin aus PakistanLupe
Eigenschaften
Varietšten
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung
Eigenschaften

Beryll ist ein hartes Mineral, das alle Farben annehmen kann. Farbige und transparente Kristalle werden zu wertvollen Edelsteinen verschliffen. Beryll wird durch Säuren nicht angegriffen und kann auch nicht vor dem Lötrohr geschmolzen werden. Lediglich Flusssäure kann den Beryll ätzen. Laugen können dagegen einen Beryll auflösen und zerstören. Der Schmelzpunkt beträgt 1650 °C.


Varietäten

Smaragd mit Calcit aus Muzo, Kolumbien
Lupe
Smaragd mit Calcit aus Muzo, Kolumbien
Vom transparenten Beryll existieren zahlreiche Farb-Varietäten: Ein Aquamarin ist ein blauer, ein Smaragd ein grüner und ein Heliodor oder Goldberyll ein gelber Beryll. Die hellrosafarbene Varietät nennt man Morganit. Der rote Beryll hieß früher Bixbit. Dieser Name wurde aufgegeben, da eine Verwechslungsgefahr mit dem Mineral Bixbyit besteht. Der weiße oder farblose Beryll wird Goshenit genannt, ein grünlicher ohne Transparenz ist ein gemeiner Beryll. Schwarze Berylle entstehen durch die Einlagerung von Bitumen. Durch das starke Erhitzen von blassen Aquamarinen kann man die blaue Farbe wesentlich verstärken. Die blaue Farbe wird wie beim Saphir durch Einbau von Fe2+- und Ti4+-Ionen in das Kristallgitter verursacht. Im Gegensatz zum Korund erzeugen eingebaute Cr3+-Ionen beim Beryll keine rote sondern eine grüne Farbe.


Kristallformen und Wachstum

Heliodor
Lupe
Heliodor aus Sri Lanka
Morganit
Lupe
Morganit aus Kunar, Pakistan
Beim Beryll treten die Kristallformen des hexagonalen Systems wie Pinakoide, Prismen und Dipyramiden auf. Beim Aquamarin und auch bei anderen Beryllen kommt häufig das hexagonale Prisma in säuligem Habitus mit dem abschließenden Basispinakoid vor. Die Flächen des Prismas zeigen gerne Längsstreifungen. In Geröllen findet man auch abgerollte Kristalle.


Geschichte
Der Beryll erhielt seinen Namen nach dem griechischen Wort béryllos („hellgrüner Stein“). Der grüne Smaragd ist nach dem persischen Wort zamarrad („grüner Stein“) und der blaue Aquamarin nach dem lateinischen Begriff aqua marina („Meerwasser“) benannt. Der hellrosafarbene Morganit verdankt seinen Namen dem amerikanischen Mineraliensammler P.J. Morgan. Der Aquamarin wurde bereits von den alten Ägyptern für Schmucksteine abgebaut, und die frühen Volksstämme in Südamerika kannten den Smaragd.

Der größte jemals gefundene Aquamarin wiegt mehr als 400 Kilogramm und ist etwa ein Meter lang. Er wurde 1992 in Minas Gerais in Brasilien gefunden. Vom Smaragd gab es in der Vergangenheit zahlreiche Fälschungen. So stellten sich einige „Riesensmaragde“ als Nachahmungen heraus. Der größte regelmäßig ausgestellte Smaragd befindet sich im Museum Topkapi-Serail in Istanbul. Er wiegt etwa 2,27 Kilogramm, der Fundort ist unbekannt. An der Mineralienbörse in München wurde 2010 ein 6,8 Kilogramm schwerer Smaragdkristall aus Madagaskar gezeigt.


Vorkommen

Smaragde finden sich in Pegmatiten, aber auch in metamorphen Gesteinen wie Gneis. Die berühmteste Smaragd-Fundstelle der Welt liegt bei Muzo in Kolumbien im Department Boyacá. Die begehrten Smaragde führten früher zu Bandenkriegen um die Mine. Heute ist sie im Besitz einer Bergwerksgesellschaft. Nur etwa zehn Kilometer weiter befindet sich die Coscuez-Mine, in der immer noch Smaragd gefunden wird. Berühmt bei Sammlern ist das Habachtal in Österreich mit seinen Smaragden, auch wenn die meisten davon heute keine Edelsteinqualität mehr erreichen. Smaragde zur Edelsteingewinnung kommen in Minas Gerais in Brasilien, in Russland, Madagaskar, Pakistan und Afghanistan vor. Aquamarine findet man in Pakistan, China oder im Erongo Massiv in Namibia. Heliodor stammt meistens aus Sri Lanka, Morganit aus Pakistan. Bekannt bei Sammlern ist auch der rote Beryll aus der Thomas Range in Utah, USA.


Verwendung

Die farbigen und klaren Kristalle werden zu Edelsteinen verschliffen. Schöne Kristallstufen sind bei Sammlern sehr begehrt. Beryll ist ein wichtiges Erz zur Gewinnung von Beryllium.
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