Krokoit toxisch
engl. Crocoite
Nach dem griechischen Wort krokos („Krokus“ oder „Safran“)
Formel  
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
PbCrO4
Chromate
rot, orange, gelb
orangegelb

Glasglanz, Diamantglanz, Fettglanz
durchsichtig bis durchscheinend
2,5 – 3
5,9 – 6,1 g/cm³
deutlich
uneben

monoklin
monoklin-prismatisch
KrokoitLupe
Eigenschaften
Sicherheit
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung

Eigenschaften


Der Krokoit ist ein stark toxisches und krebserzeugendes Mineral von hoher Dichte, das aus Bleichromat aufgebaut ist und gerne rote, langprismatische Kristalle ausbildet. Das Mineral ist in heißer Salzsäure und in Salpetersäure löslich. Es schmilzt vor dem Lötrohr und bildet unter Knistern ein dunkles Bleikorn.


Sicherheitshinweise

Die Einnahme, das Berühren der Kristalle oder das Einatmen von Staub kann Krebs verursachen. Die Kristalle sind zwar chemisch relativ stabil, so dass die Gefahr im Vergleich zur pulverförmigen Chemikalie geringer ist, trotzdem sollte das Mineral nur in einem geschlossenen Behälter aufbewahrt werden. Vom Zerkleinern des Materials wird abgeraten. Es besteht die Gefahr einer Staubbildung, weil auch das Muttergestein Krokoit enthalten kann. Das Mineral darf nicht ohne Schutzhandschuhe berührt werden und darf auch nicht in die Hände von Kindern gelangen!

Kristallformen

Der Krokoit kristallisiert nach dem monoklinen System. Typisch sind langprismatisch-nadelige Kristalle, die nach der Längsrichtung gestreift sind. Man findet auch derbe Aggregate. Als Begleitminerale kommen zum Beispiel Anglesit, Cerussit, Chromit, Descloizit, Galenit, Limonit, Quarz, Vanadinit oder Wulfenit vor.


Geschichte

Der russische Naturwissenschaftler und Dichter Michail Wassiljewitsch Lomonossow erwähnte 1753 in seinem Reisebericht ein rotes Bleierz. Er hatte es beim Chemiker Johann Gottlob Lehmann in St. Petersburg gesehen. Die Stücke stammten aus dem Oblast (Gebiet) Swerdlowsk im russischen Ural. In der Folgezeit erhielt das Mineral verschiedene Namen. Abraham Gottlob Werner nannte es 1774 Rothes Bleierz, Wallerius 1778 minera plumbi rubra. Allerdings konnte bis dahin die exakte Zusammensetzung nicht ermittelt werden. Das Element Chrom wurde erst 1797 durch Louis Nicolas Vauquelin im Krokoit entdeckt. Der französische Mineraloge François Sulpice Beudant (1787–1850) verwendete 1832 in seinem berühmten Mineralogiewerk Traité élémentaire de Minéralogie den französischen Namen crocoïse nach dem griechischen Wort krokos („Krokus“ oder „Safran“), in Anlehnung an die leuchtenden Farben des Minerals, das gerne langgezogene Kristalle „wie Safranfäden“ ausbildet. Die Anpassung an den heutigen Namen erfolgte 1841 durch den deutschen Mineralogen August Breithaupt (1791–1873).

Krokoit
Lupe
Krokoit aus der ehemaligen Grube Callenberg in Sachsen
Vorkommen

Weltweit kommt der Krokoit eher selten vor. Am bekanntesten bei den Mineraliensammlern sind die Aggregate aus der Adelaide Mine im Dundas mineral field in Tasmanien. In alten Sammlungen finden sich gelegentlich schöne Krokoitstufen aus der ehemaligen Grube Callenberg im Landkreis Zwickau in Sachsen. Zu Zeiten der DDR wurden dort Nickelerze im Tagebau abgebaut, heute ist die Stelle ein Naturschutzgebiet. Als Typlokalität und erste Fundstelle gilt die Grube Tsvetnoi im Goldgräbergebiet Berjosowsky im Oblast Swerdlowsk, das im russischen Ural liegt.


Verwendung

Krokoit wurde vor allem in Australien und Russland zur Gewinnung von Blei und Chrom abgebaut. Früher wurde daraus auch das Pigment Chromgelb hergestellt. Der Einsatz dieses Pigments ist heute verboten.

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