Axinit-Serie
engl. Axinite
Nach dem griechischen Wort axíne („Beil, Axt“)
Formel Axinit-(Fe)
Stoffgruppe
Farbe

Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
Ca4Fe2+2Al4[B2Si8O30](OH)2
Silicate
farblos, weiß, grau, braun, grünlich, gelblich, rötlich
weiß
Glasglanz
durchsichtig bis durchscheinend
6,5 – 7
3,3 g/cm³
gut
muschelig

triklin
triklin-pinakoidal
AxinitLupe
Eigenschaften
Minerale
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung

Eigenschaften

Die Axinit-Serie umfasst – je nach chemischem Aufbau – drei Minerale: Axinit-(Fe), Axinit-(Mg) und Axinit-(Mn). In der übergeordneten Axinit-Gruppe ist noch der Tinzenit zugeordnet. Die Axinite sind hart und treten in vielen Farben auf. Sie sind nach starkem Glühen in Salzsäure löslich. Hierbei fällt eine gallertartige Kieselsäure-Masse aus. Vor dem Lötrohr schmelzen sie und blähen sich zu einer grünen, glasartigen Masse auf.


Minerale der Axinit-Gruppe

Je nach den enthaltenen Fe2+-, Mg2+- oder Mn2+-Ionen erhält man die verschiedenen Axinite. Der Tinzenit Ca2Mn2+4Al4[B2Si8O30](OH)2 weicht bei der Zahl der Calcium-Ionen leicht vom Axinit-Grundaufbau ab.


Axinit
Lupe
Axinit-(Mn) aus Dalnegorsk in Russland
Axinit
Lupe
Axinit aus der Iron Cap Mine, Arizona, USA
Kristallformen und Wachstum

Die Axinite kristallisieren nach dem triklinen System. Typisch sind die viele Flächen, die in verschiedenen Winkeln zueinander stehen. Die Kristalle sind aufgewachsen oder kommen als Schwimmer mit typischen Streifungen vor. Sie bilden gerne keil- oder axtartige Strukturen. Man findet auch stängelige, muschelige oder derbe Aggregate. Zahlreiche Minerale der alpinen Klüfte wie Albit, Andradit, Epidot, Klinozoisit, Prehnit, Quarz, Vesuvianit oder Zoisit treten in Begleitung des Axinits auf. In den Erzlagerstätten wird der Axinit von Erzen wie Chalkopyrit, Johannsenit, Magnetit oder Sphalerit begleitet.


Geschichte

Das Mineral – wahrscheinlich Axinit-(Fe) – wurde 1797 erstmals vom französischen Mineralogen René-Just Haüy (1743–1822) beschrieben. Er benannte den Axinit nach seiner Form unter Bezugnahme auf das griechische Wort axíne („Axt, Beil“). Axinit-(Fe) gilt seit 1911, Axinit-(Mg) seit 1975 und Axinit-(Mn) seit 2004 als eigenständiges Mineral. Der Tinzenit ist 2016 als weiteres Mineral zur übergeordneten Axinit-Gruppe hinzugekommen.


Vorkommen

Axinit kommt in den alpinen Klüften vor, oder er bildet sich hydrothermal in Erzlagerstätten. In Deutschland findet man ihn im Harz oder bei Thum im sächsischen Erzgebirge. Aufgrund dieses Vorkommens bezeichnete man den Axinit früher auch als „Thumerstein“ oder „Thumit“. Beispiele für weitere Fundorte sind Le Rocher de l'Armentier bei Bourg d'Oisans in Frankreich, Baveno in Italien oder die Puiva Mountains im russischen Ural. Im russischen Dalnegorsk findet man den Axinit-(Fe) und auch den meist etwas dunkleren Axinit-(Mn). In der Iron Cap Mine im US-Bundesstaat Arizona tritt der Axinit in grünlichen bis gelblichen Kristallrasen auf dem Calcium-Mangan-Silicat Johannsenit auf.


Verwendung

Ein Axinit ist bei Sammlern besonders begehrt, wenn seine flächenreichen, keilförmigen Kristalle die typischen Formen und Flächen des triklinen Kristallsystems aufweisen. Aufgrund ihrer Härte und ihrer Farbenvielfalt werden die Axinite gerne zu Schmucksteinen verschliffen.
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