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 Farbvarietäten

Die Färbungen der Quarze werden durch Fremd-Ionen im Gitterbau der Kristalle oder aber auch durch Einschlüsse von anderen Mineralien erzeugt. Beim Rauchquarz sind im Kristallgitter Aluminium-Ionen vorhanden. Die bräunliche Färbung erfolgte durch die natürliche radioaktive Strahlung, die von anderen Gesteinen ausging. Der Effekt kann durch künstliches Bestrahlen verstärkt werden, daher ist beim Kauf von "dunklen" Rauchquarzen, besonders aus Brasilien und der Schweiz Vorsicht geboten. Die Prachtstufe aus dem Val Cavrein aus Graubünden (Bild 1) zeigt die typische (hell)braune Färbung eines alpinen Rauchquarzes. Bei der Stufe aus Kergantic, Bretagne (Bild 2) sind die Kanten zonar dunkler gefärbt, die Kristalle zeigen auf der Prismenfläche eine Parkettierung, die auf ein Sprossenquarzwachstum hinweist. Besonders schöne Rauchquarzstufen kommen auch aus China, zum Beispiel in Paragenese mit rotem Spessartin-Granat (Bild 3). Durch ähnliche Wachstumsbedingungen wie beim Rauchquarz entsteht der gelb gefärbte Citrin. Allerdings ist auch hier beim Kauf Vorsicht geboten, denn die meisten angebotenen Citrine sind durch das Brennen von Amethyst hergestellt worden. Wenn an einem Quarz gelbe und violette Färbungen gleichzeitig vorkommen, nennt man diesen Ametrin (Bild 4 und 5).  

Bild vergrößern! LupeBild 1 Bild vergrößern! LupeBild 2 Bild vergrößern! LupeBild 3
Bild vergrößern! LupeBild 4 Bild vergrößern! LupeBild 5 Bild vergrößern! LupeBild 6
 
Die Färbung des violetten Amethyst wird auf das Vorhandensein von dreiwertigen Eisen-Ionen im Kristallgitter zurückgeführt. Der Amethyst war bereits im Altertum bekannt. Die Griechen trugen ihn zum Schutz vor Betrunkenheit (griech. amethystos "nicht betrunken"). Der Amethyst aus Boutenhouthoek in Südafrika auf Bild 6 zeigt sehr deutliches Artischockenwachstum. Berühmt sind auch die Amethyste aus Mexiko, zum Beispiel aus Guerro (Bild 7), aus Vera Cruz (Bild 8) oder Las Vigas (Bild 9). Der Guerro-Amethyst auf Bild 7 besitzt Phantome. Beachten Sie auch die Zepter auf Bild 8 und 9!
  
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LupeBild 7
Bild vergrößern! LupeBild 8 Bild vergrößern! LupeBild 9
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Sehr bekannt sind die Amethyst-Geoden aus Idar-Oberstein, zum Beispiel aus dem Steinbruch Juchem (Bild 10 und 11). Die Amethyst-Geode auf Bild 7 sitzt in grünem Basalt, in der Geode auf Bild 8 sitzt ein Calcitkristall auf dem Amethyst. Attraktive Stufen und Geoden kommen auch aus Minas Gerais in Brasilien (Bild 12). Sehr selten und sehr begehrt sind rosa gefärbte Quarze. Beim Rosaquarz wird die rosa Färbung durch Phosphor-, Aluminium- oder Titan-Ionen (Bild 13, Stufe aus Serifos) und beim Rosenquarz durch Titan-Ionen verursacht (Bild 14). Der Rosenquarz bildet nur sehr selten Kristalle. Die Steine werden seit dem Altertum als Steine der Liebe und des Herzens verehrt. Die Ursache für die orange gefärbten Quarze aus Dalnegorsk (Bild 15) ist noch nicht bekannt, möglicherweise geht die Färbung auf Phosphor- oder Mangan-Ionen zurück.
 
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Bild vergrößern! LupeBild 16 Bild vergrößern! LupeBild 17 Bild vergrößern! LupeBild 18
 
Als Chrysopras wird ein grün gefärbter Chalcedon bezeichnet (Bild 16). Die grüne Färbung ist durch Einschlüsse von Nickelsilicat verursacht. Ein Chalcedon bildet keine sichtbaren Kristalle, die Kristallstruktur erscheint erst unter dem Mikroskop, sie ist mikrokristallin. Einen Chalcedon, der gebändert ist, bezeichnet man als Achat. Achate und ihre Bänderungen existieren in fast allen Farben (Bild 17, siehe >Achate). Einen feinkörnigen, dichten und mikrokristallinen Quarz, der durch die Beimengung wie Eisenoxide bunt gefärbt ist, nennt man Jaspis. Jaspise werden meistens zu Schmucksteinen verschliffen. Bild 18 zeigt einen zu einem Herz verschliffenen Jaspis, der noch einen bäumchenähnlichen Dendriteneinschluss besitzt. Der Einschluss entstand durch einen später wieder verheilten Spannungsriss, in den schwarzes Mangan- oder Eisenoxid eingedrungen ist.


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