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Calcit aus Italien


Calcit aus Morfasso
Calcit aus Morfasso
Calcit aus Morfasso
LupeBild 1: Calcit„ Il Castellaccio Mine,
Morfasso, Emiglia-Romana, Bildbreite 5 cm
LupeBild 2: Calcit„ Il Castellaccio Mine,
Morfasso, Emiglia-Romana, Bildbreite 1 cm
LupeBild 3: Calcit„ Il Castellaccio Mine,
Morfasso, Emiglia-Romana, Bildbreite 4 cm


Im Wettkampf, woher der schönste Calcit aus Italien kommt, ist der erste Fundortkandidat die Il Castellaccio Mine bei Morfasso in der Emiglia-Romana. Der Ort mit dem Steinbruch befindet sich ungefähr 40 Kilometer südlich von Piacenza. Die Calcite von dort können klar sein, und sie zeigen vor allem pseudokubische Formen: Die Rhomboeder sind aufgrund eines speziellen Wachstums teilweise rechtwinklig. Daher zählen diese Calcite aus Italien zu den beliebtesten Stücken für Calcitsammler (Bilder 1 bis 3).




Calcit aus dem Val di Focobo
Calcit aus dem Val di Focobo
Calcit aus dem Val di Focobo
LupeBild 4: Calcitzwilling „Focobonit“,
Val di Focobon, Venetien, Bildbreite 2 cm
LupeBild 5: Calcit auf Dolomit,
Val di Focobon, Venetien, Bildbreite 5 cm
LupeBild 6: Calcitzwilling „Focobonit“,
Val di Focobon, Venetien, Bildbreite 2 cm


Wenn es um seltenes Wachstum geht, dann ist das Val di Focobon (oft nur „Focobon“) südlich von Falcade in Venetien der Topkandidat als Calcitfundstelle in Italien. Die klaren Calcitkristalle auf dem gelben Dolomit sind mehrfache Durchdringungszwillinge (Bilder 4 und 6). Diese Tracht ist weltweit einmalig und kommt so nur im Val di Focobon vor. Daher erhielt der Calcit in dieser Varietät den Namen „Focobonit“. Es gibt Stufen, die dicht nebeneinander mit vielen solcher Zwillinge besetzt sind (Bild 5).




Calcit aus Montalto di Castro
Calcit aus Montalto di Castr
Calcit aus Montalto di Castr
LupeBild 7: Calcit, Steinbruch Campomorto,
Montalto di Castro, Italien, Bildbreite 12 cm
LupeBild 8: Calcit, Steinbruch Campomorto,
Montalto di Castro, Italien, 26 x 20 cm
LupeBild 9: Calcit, Steinbruch Campomorto,
Montalto di Castro, Italien, Breite 10 cm


Der Steinbruch Campomorto mit seinen weltberühmten Kugelcalciten befindet sich bei Montalto di Castro in der italienischen Region Latium. Die gelben Kugeln bilden einen tollen Kontrast zum dunklen Basalt. Manche der Kugeln können mehrere Zentimeter Durchmesser erreichen (Bild 7). Es ist eine Herausforderung, die Drusen aus dem harten Basalt so herauszupräparieren, dass die Ästhetik der Stufe gewahrt bleibt und die Kugeln erhalten bleiben, besonders dann, wenn es sich um eine Großstufe wie auf Bild 8 handelt. Wie ein Kugelcalcit genau aufgebaut ist, kann man durch mehrfaches Zoomen auf Bild 9 erkunden.




Calcit, Mine San Giovanni, Iglesias, Sardinien
Calcit, Masua, Sardinien
LupeBild 10: Aragonit, Mine San Giovanni,
Iglesias, Sardinien, Italien, Breite 13 cm
LupeBild 11: Calcit aus Masua,
Iglesias, Sardinien, Italien, Breite 16 cm
LupeBild 12: Amethyst mit Calcit,
Osilo, Sardinien, Italien, Breite 3 cm


In der Mine San Giovanni bei Iglesias im Süden von Sardinien werden ungewöhnlich schöne Aragonite gefunden. Die kugeligen bis nierigen Aggregate zeigen Farben über Weiß, bis Gelb und Rot (Bild 10). Aus Masua stammen hellgelbe Calcite, die als Zwillinge oder Doppelender ausgebildet sein können (Bild 11). Die kleine Gemeinde Osilo liegt östlich der Stadt Sassari im Norden der Insel. Der berühmte Amethyst von dort kann mit Calcit vergesellschaftet sein (Bild 12).




Calcit aus der Miniera di Brosso
Calcit auf Pyrit aus der Miniera di Brosso
Calcit aus der Miniera di Brosso
LupeBild 13: Calcit auf Siderit,
Miniera di Brosso, Piemont, Italien, Breite 2 cm
LupeBild 14: Calcit auf Pyrit,
Miniera di Brosso, Piemont, Italien, Breite 2 cm
LupeBild 15: Calcit als „Kanonenspat“,
Miniera di Brosso, Piemont, Italien, Breite 2 cm


Auch im alpinen Bereich ist Calcit häufig vertreten. Die Kristalle sind aber meistens kleiner und suchen die Paragenese von Erzen, oder sie kommen als Spätbildungen in den alpinen Klüften vor. Die aufgelassene Miniera di Brosso liegt bei Calea in der Nähe der A5. Die Pyrit-Mine im Piemont war früher ein Paradies für Micromounter. Die Stücke sind heute bei Sammlern sehr begehrt. Der skalenoedrische Calcit sitzt gerne auf dem gelbbraunen Siderit (Bild 13) und kann mit Baryt oder Dolomit kombiniert sein. Manchmal sitzt er auch auf den Pyritkristallen (Bild 14). Die Kristalle sind meistens klein, sie zeigen aber eine vielfältige Ausbildung, zum Beispiel als „Kanonenspat“ (Bild 15).




Calcit aus Traversella
Calcit aus Traversella
Calcit mit Pumpellyit von der Seiser Alm
LupeBild 16: Garbenförmiger Calcit,
Miniera Traversella, Piemont, Italien, Breite 1,5 cm
LupeBild 17: Calcit mit Dolomit,
Miniera Traversella, Piemont, Italien, Breite 2 cm
LupeBild 18: Calcit mit Pumpellyit,
Seiser Alm, Trentino-Südtirol, Breite 1 cm


Etwa fünf Kilometer nordwestlich der Miniera di Brosso liegt die Miniera Traversella, die heute ein Besucherbergwerk mit einem Museum ist. Aus dieser Mine stammen viele Micromounts, die in zahlreichen Sammlungen vertreten sind. Der Calcit bildet schöne Ausprägungsformen (Bild 16), er zeigt auch eine reiche Paragenese mit anderen Mineralen, zum Beispiel mit dem Dolomit (Bild 17). Die Seiser Alm (Alpe di Suisi) liegt im Nationalpark Schlern-Rosengarten. Dort tritt an bestimmten Stellen basaltisches Gestein zutage. Dies führt zu sehr ungewöhnlichen Paragenesen. Bild 18 zeigt einen rhomboedrischen Calcit, der mit Pumpellyit vergesellschaftet ist.




Calcit aus dem Marmorbruch Crevoladossola
Calcit aus Le Cetine
CAlcitg aus Le Cetine
LupeBild 19: Calcit, Marmorbruch Crevoladossola,
Piemont, Italien, Höhe 1 cm
LupeBild 20: Calcit, Le Cetine di Cotorniano Mine,
Toskana, Italien, Breite 2 cm
LupeBild 21: Calcit, Le Cetine di Cotorniano Mine,
Toskana, Italien, Breite 1,5 cm


Der Marmorbruch bei Crevoladossola liegt in einem kleinen Seitental des Flusses Toce ein paar Kilometer nördlich von Domodossola im Piemont. Im terrassierten Steinbruch wird heute noch Marmor abgebaut. In den Hohlräumen können kleine, aber sehr klare Calcitkristalle enthalten sein (Bild 19). Die Le Cetine di Cotorniano Mine (verkürzt „Le Cetine“) ist eine alte Antimonerz-Mine in der Toskana, sie liegt ein paar Kilometer westlich des Flughafens von Siena. Neben den klassischen Antimonmineralen findet man dort gelegentlich auch Calcit in winzigen Kristallen (Bilder 20 und 21).




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