Calcit und Aragonit aus Westeuropa
Belgien / Frankreich / Portugal / Spanien
Belgien
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B1: Calcit, Steinbruch Fond-des-Vaulx,
Wellin, Provinz Luxembourg, Belgien, Breite 7 cm
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B2: Calcit-Vielling, Steinbruch Gralex,
Mont-sur-Marchiennes, Belgien, Breite 3 cm
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Bild B3: Calcit-Zwilling, Steinbruch La Sambre,
Landelies, Provinz Hennegau, Bildbreite 3 cm |
Eine Calcit-Fundstelle in Belgien ist der Steinbruch Fond-des-Vaulx bei Wellin in der Provinz Luxembourg (Bild B1). Im Steinbruch wird Kalk aus dem Erdzeitalter Devon abgebaut. Er dient zur Produktion von Schotter und Zement. Die Calcite befinden sich in Hohlräumen der Fossilien. Im Jahr 2005 wurden dort klare Calcitkristalle in Cumberland-Qualität gefunden. Auch schöne Fluorit- und Quarzkristalle kommen neben weiteren Mineralien im Steinbruch vor. In der Provinz Hennegau in der Gegend um Charleroi gibt es zwei bekannte Steinbrüche, die schönen Calcit liefern. Bild B2 zeigt einen extrem seltenen, mehrfachen Zwilling, bei dem der Kristall als Vielling ausgebildet ist. Das Stück stammt aus dem nicht mehr betriebenen Steinbruch Gralex bei Mont-sur-Marchiennes. Auch aus dem Steinbruch La Sambre im benachbarten Ort Landelies kommen sehr schöne Calcite (Bild B3).
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Bild B4: Calcit-Kanonenspat – Doppelender
Stbr. La Sambre, Landelies, Belgien, Breite 1 cm
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B5: Calcit mit mehreren Generationen,
Stbr. La Sambre, Landelies, Belgien, Breite 2 cm
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Bild B6: Calcit – prismatischer Zwilling,
Stbr. La Sambre, Landelies, Belgien, Breite 1 cm
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Die honiggelben bis klaren Calcite aus Landelies sind flächenreich und häufig verzwillingt. Die perfekten Kristalle sind oft nur klein, dafür zeigen sie sehr vielfältige Wachstumsformen. Auf Bild B4 ist ein Kanonenspat zu sehen, der als Doppelender ausgebildet ist. Beim Stück auf Bild B5 wachsen mehrere Generationen der Kristalle. Bild B6 zeigt einen extrem seltenen, prismatischen Zwilling, der in dieser Form weltweit bisher nur in Landelies gefunden wurde.
Frankreich
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F1: Calcit aus dem Gave du Pau,
Pyrénées-Atlantiques, Frankreich, Breite 6 cm
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Bild F2: Calcit aus Durlinsdorf,
Sundgau, Frankreich, Breite 16 cm
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Bild F3: Calcit aus Torcé-Viviers-en-Charnie,
Mayenne, Frankreich, Breite 5 cm |
Der vielleicht schönste Calcit aus Frankreich kommt aus dem Bachbett des Flusses Gave du Pau in der Umgebung des Ortes Pau im Département Pyrénées-Atlantiques. Der Calcit wird in Drusen gefunden und kann ganz klar auskristallisiert sein. Solche Stücke der besten Qualität sind selten und dementsprechend teuer (Bild F1). Bei Durlinsdorf im Sundgau findet man sehr schöne Calcite in klaren bis gelben Kristallen. Die Fundstelle liegt nahe der Schweizer Grenze am Rand des Juras. Die Stufe auf Bild F2 ist aus
Skalenoedern aufgebaut, die an der Spitze durch Rhomboeder abgestumpft
sind. Ähnlich schöne Calcitstufen kommen aus der Umgebung des Ortes Torcé-Viviers-en-Charnie (Bild F3). Dieser liegt im Nordwesten Frankreichs im
Département Mayenne.
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F4: Calcit aus Allas-les-Mines,
Dordogne, Frankreich, Bildausschnitt 7 cm
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F5: Calcit mit Pyrit aus Peyrebrune,
Tarn, Frankreich, Bildausschnitt 7 cm
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F6: Calcit mit Hämatit,
Peyrebrune, Tarn, Frankreich, Bildausschnitt 3 cm
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Allas-les-Mines ist eine kleine Ortschaft in der Dordogne in Südwestfrankreich. Der Name bezieht sich auf den ehemaligen Braunkohleabbau. Der auf Bild F4 abgebildete Calcit ist eine typische Stufe aus der Umgebung. Das nach dem Fluss Tarn benannte Département Tarn liegt im Süden Frankreichs in der Region Okzitanien. Dort hat es sehr viele Fundstellen für Calcit. Eine der bekanntesten davon ist das Bergwerk Peyrebrune, das sich am Flüsschen Dadou befindet. Schon in der Römerzeit wurden dort Erze abgebaut. Die Fundstelle ist auch für ihre riesigen Fluoritkristalle bekannt. Der Calcit kommt in vielen Ausprägungsformen und Paragenesen vor. Bild F5 zeigt ein Kristallaggregat, auf dem noch kleine Pyritkugeln sitzen. Die Calcitkristalle auf Bild F6 sind mit dem Eisenerz Hämatit vergesellschaftet.
Portugal, Spanien
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Bild P1: Calcit, Parapedra Steinbrüche,
Alto da Serra, Rio Maior, Portugal, Breite 17 cm
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S1: Aragonit-Drilling,
Minglanilla, Cuenza, Spanien, Höhe 9 cm
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Bild S2: Nadeliger Aragonit,
Pantoja, Toledo, Spanien, Breite 2 cm
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Der schönste Calcit aus Portugal kommt wohl aus den Steinbrüchen bei Alto da Serra, das westlich der Stadt Rio Maior liegt. Die beiden größten Steinbrüche sind nach der Unternehmensgruppe Parapedra benannt, die die Steinbrüche betreibt. In den Steinbrüchen werden riesige Skalenoeder gefunden, die durch Eisenerze gelblich oder rötlich gefärbt sind (Bild P1). Große und unversehrte Stufen sind nicht so einfach zu bekommen.
Spanien stellt für viele Mineraliensammler ein Eldorado dar. Die bekanntesten Aragonite der Welt stammen wohl aus Minglanilla in der spanischen Provinz Cuenca (Bild S1). Die violetten bis braunen Vielfachzwillinge werden auf fast jeder Börse angeboten. Etwas seltener ist der nadelige Aragonit aus Pantoja in der spanischen Provinz Toledo (Bild S2). Manche dieser filigranen Aggregate fluoreszieren unter langwelligem UV-Licht gelb.
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Bild S3: Aragonit, Marmor-Steinbrüche,
Cantera de Macael, Andalusien, Bildbreite 2 cm
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Bild S4: Calcitzwilling nach der Basis,
Cantera Candesa, Camargo, Kantabrien, 3 cm
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Bild S5: Calcit auf Dolomit,
Bárcena de Cicero, Kantabrien, Bildbreite 4 cm
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Bizarre Formen zeigt der weiße Aragonit aus den Marmor-Steinbrüchen bei Macael in Andalusien (Bild S3). Im Norden Spaniens gibt es mehrere Fundstellen für sehr schönen Calcit. Die bekanntesten Lokalitäten befinden sich in Kantabrien und Asturien. Die Region ist bekannt für ihren Kalkstein und Karstlandschaften. Der Steinbruch Cantera Candesa liegt am Ortsrand von Camargo, das eine Nachbargemeinde der Stadt Santander ist. Im Kalkstein kommen Drusen vor, die reich mit Calcit besetzt sind. Typisch sind orangefarbene Derbyshire-Zwillinge nach der Basis, die meistens durch Wachstumsstörungen verzerrt und leicht abgerundet sind (Bild S4). Aus den Steinbrüchen beim Dorf Bárcena de Cicero fünf Kilometer südlichwestlich von Santoña stammen Stufen mit Dolomit und Calcit (Bild S5)
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S6: Calcit, typischer „Derbyshire-Twin“,
Mina La Viesca, Asturien, Breite 4 cm |
Bild S7: Calcit, prismatisch-rhomboedrisch,
Cantera del Naranco, Oviedo, Breite 4 cm |
Bild S8: Calcit aus Berbes,
Asturien, Spanien, Bildbreite 5 cm |
Derbyshire-Zwillinge (Bild S6) kommen auch mit klaren und deutlich ausgebildeten Kristallen in der Mina La Viesca südlich der Stadt Gijón in Asturien vor. Dort findet man Prachtstufen mit Skalenoedern, sowie blauer oder violetter Fluorit. Ebenfalls in Asturien – ganz in der Nähe – nördlich von Oviedo liegt der Steinbruch Cantera del Naranco. Die Calcite von dort zeigen einen typisch blockigen, prismatisch-rhomboedrischen Habitus mit vielen Flächen (Bild S7). Bei den bekannten Fluorit-Fundstellen um Berbes kann man auch sehr schönen Calcit finden (Bild S8).
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Bild S9: Riesiges Gangstück mit Calcit,
Mina Moscona, Solís, Asturien, Breite 50 cm |
Bild S10: Calcit skalenoedrisch auf Fluorit,
Mina Moscona, Solís, Asturien, Höhe 6 cm
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Bild S11: Calcit auf gelbem Fluorit,
Mina Moscona, Solís, Asturien, Breite 30 cm
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Berühmt ist auch die Mina Moscona bei Solís in Asturien. Von dort sind riesige Platten, die komplett mit Calcitkristallen besetzt sind, in die Sammlungen gelangt. Das Stück auf Bild S9 misst ungefähr 50 x 40 Zentimeter und wiegt fast 40 Kilogramm. Die typisch honiggelben Fluorite werden dort im Untertagebau gefördert, oft sitzen darauf weiße Calcitkristalle. Sie sind nur selten transparent, meistens nur gegen die Spitze (Bild S10). Auf Bild S11 ist eine
15 Kilogramm schwere Stufe mit honiggelbem Fluorit und weißem Calcit abgebildet.
Der Fluorit kann auch mit Baryt vergesellschaftet sein.
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Bild S12: Calcit, Puerto de Tazacorte,
La Palma, Kanarische Inseln, Bildbreite 1 cm |
Bild S13: Calcit scheibenförmig, El Puerto,
La Palma, Kanarische Inseln, Bildbreite 0,5 cm
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Bild S14: Calcit, Puerto de Tazacorte,
La Palma, Kanarische Inseln, Bildbreite 1 cm
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Auch auf den Kanarischen Inseln wird Calcit gefunden, zum Beispiel auf der Vulkaninsel La Palma. El Puerto ist ein Gemeindeteil von Tazacorte, man kennt ihn auch unter der Bezeichnung Puerto de Tazacorte. Er liegt mehrere Kilometer nördlich des Lavafeldes, das beim großen Vulkanausbruch im Jahr 2021 entstanden ist. Aus dem Barranco, der unter Naturschutz steht (Sammelverbot!), wird Gesteinsmaterial in Richtung Küste geschwemmt. Die hier abgebildeten Stücke stammen aus dem Schottermaterial beim Hafen und wurden von Manfred Früchtl gefunden. Sie befinden sich jetzt in der Sammlung des Autors. Die kleinen Blasen des vulkanischen Gesteins sind oft mit interessanten Mineralen gefüllt. Neben den typischen Mineralen im Basalt wie Analcim, Chabasit, Gismondin, Mesolith, Natrolith, Skolezit oder Thomsonit findet man auch Calcit in kleinen Kristallen (Bilder S12 und S13) oder als Vielkristallkugel (Bild S14).