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Dammarharz
 
Dammar lässt sich als Harz aus Bäumen der Familie Diptocarpacea gewinnen. Der Dammarbaum (Shoria wiesneri) ist ein Laubbaum, den man in Südostasien (Sumatra)  findet. Das Dammarharz der guten Qualität ist in Lösungsmitteln wie Benzin oder Terpentinöl gut, in Alkohol und Diethylether teilweise löslich. Als Inhaltsstoffe kommen alkohollösliches a-Dammar-Resen, alkoholunlösliches b-Dammar-Resen, Dammarolsäure, ätherische Öle, Bitterstoffe und Wasser vor. Das Harz ist wenig härter als Kolophonium. Bei etwa 75°C erweicht es, bei 150°C beginnt es zu schmelzen.
  
 
Geschichte Gewinnung Rezepturen Bindemittel Portraits
   
Geschichte und Verwendung
Dammar bedeutet auf malayisch brennbares Harz oder Fackel, sinngemäß auch Licht. Fackeln aus Dammarharz tropfen nicht. Das Harz dient in Asien schon seit langem als Räucherpflanze. Zum Räuchern werden die Dammarstücke in einem Mörser zerkleinert. Der Rauch riecht leicht zitronenartig. Beim Meditieren soll er Stimmungen aufhellen und Selbstvertrauen einflößen. Von dieser Wirkung her rührt die malayische Bedeutung "Licht".  
  
In Europa ist das Harz etwa seit dem 19. Jahrhundert bekannt. Es wird zur Herstellung von Lacken, Sikkativen und Firnisen verwendet. Dammarfirniss - eine Lösung von Dammar in Terpentin - verleiht den Ölfarben mehr Glanz und Transparenz. Für die Herstellung von Lacken ist Dammarharz als Bindemittel unentbehrlich. Als nachwachsender Rohstoff mit günstiger Ökobilanz erlebt es in Naturharzlacken der Pflanzenchemiehersteller eine neue Blüte. Das Harz wird auch als Einbettungsmittel für die Mikroskopie verwendet.
   
Gewinnung
Die Bäume werden mit Einschnitten versehen, in denen sich das Harz sammelt. Die so gewonnenen Harzstücke sind bis zu 3cm groß. Das frische Harz riecht balsamisch, terpentinartig, nach längerem Lagern verliert es seinen Geruch. Die gute Qualität für die Farbenherstellung ist hellgelb. Dunklere Stücke können für Räucherwerk verwendet werden. Bei manchen, edlen Baumsorten entstehen auch ohne eine Behandlung birnenförmige Beulen aus Harz, die wie Tränen an der Basis des Stammes herabhängen. Das natürlich ausgeschwitzte Dammar erkennt man an seiner birnen- oder keulenförmigen Form.  
 
 
Durch Einschneiden gewonnenes Dammarharz
 

 
Dammar aus Sumatra ist relativ hell und erscheint gelblich.
 
 
Als Dammar werden auch andere, harzartige Produkte bezeichnet. "Manilakopal" stammt von der Konifere Dammara orientalis, während schwarzer oder brauner Dammar aus einem Canarium-Baum (Canarium strictum) gewonnen wird. Dieser Baum bildet in Indien ganze Wälder. Das daraus gewonnene Harz gibt es als helle, transparente oder dunkle Variante, es dient zur Herstellung von Räucherwerk.
   
Rezepturen
Zur Herstellung von Dammarfirnis werden die Harzstücke in der drei- bis vierfachen Gewichtsmenge an Terpentinöl gelöst. Man verwendet nur hochwertiges, doppelt rektifiziertes Terpentinöl. Die fertige Lösung wird in dunklen Flaschen aufbewahrt. Ein Dammarfirnis über Ölfarben dient als transparenter Überzug zum Schutz der Gemälde. In einigen Ölfarben ist Dammar schon mit enthalten und erzeugt zusammen mit dem Leinöl die erwünschte Wirkung. Gleichzeitig erhalten die Farben mehr Glanz und Transparenz. Ein Nachteil besteht darin, dass das Harz durch natürliche Lichteinflüsse vergilben kann. Allerdings vergilbt Dammar im Vergleich zu anderen natürlichen Harzen deutlich weniger.  Eine dünne Lösung von etwa 2% Dammarharz in Leichtbenzin eignet sich zum Fixieren von Kreide- und Pastellbildern.  Dabei ist allerdings zu beachten, dass Leichtbenzin einen sehr niedrigen Siedepunkt besitzt. Leichtbenzin ist ein leicht entzündbarer Stoff, der beim Verdampfen explosionsgefährliche Luft-Gemische bildet.
   
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